nutzen

GrammatikVerb
Worttrennungnut-zen
Wortbildung mit ›nutzen‹ als Erstglied: ↗Nutzanwendung · ↗Nutzbau · ↗Nutzeffekt · ↗Nutzer · ↗Nutzfahrzeug · ↗Nutzfisch · ↗Nutzfläche · ↗Nutzgarten · ↗Nutzholz · ↗Nutzkilometer · ↗Nutzkosten · ↗Nutzladung · ↗Nutzland · ↗Nutzlast · ↗Nutzleistung · ↗Nutznießer · ↗Nutzpflanze · ↗Nutzraum · ↗Nutzrecht · ↗Nutztier · ↗Nutzung · ↗Nutzvieh · ↗Nutzwert · ↗Nutzwild · ↗Nützling · ↗nutzbar · ↗nutznießen · ↗nutzwertig
 ·  mit ›nutzen‹ als Letztglied: ↗abnutzen · ↗ausnutzen · ↗mitnutzen · ↗nachnutzen · ↗umnutzen · ↗übernutzen
 ·  mit ›nutzen‹ als Grundform: ↗benutzen · ↗genutzt  ·  formal verwandt mit: ↗vernutzt
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
jmdm., einer Sache nutzenjmdm., einer Sache Nutzen bringen, förderlich sein
Beispiele:
etw., jmd. nutzt jmdm., einer Sache viel, wenig, (gar) nichts
das kann uns nichts nutzen
was nutzt das alles?
diese Forschungsergebnisse sollen vielen Menschen nutzen
ich freue mich, wenn Ihnen das Buch etwas nutzen kann
meine Erfahrungen haben mir dabei viel genutzt
es nutzt nun alles nichts (= es muss sein), wir müssen jetzt gehen
2.
etw. nutzenetw. nutzbringend verwenden, ausnutzen
a)
Beispiele:
die moderne Technik für den Fortschritt der Gesellschaft nutzen
der Raum wird zu Schulzwecken, als Konzertsaal genutzt
die Gelegenheit, Möglichkeit, Situation nutzen
eine bisher wenig genutzte Chance
er weiß die Konjunktur zu nutzen
sie nutzten die Freiheit, die Vorteile
die Zeit, das Wetter nutzen
er nutzt jede freie Stunde zum Lesen
b)
aus etw. Nutzen ziehen, etw. ausschöpfen
Beispiele:
den Boden landwirtschaftlich nutzen
die Mittel werden betrieblich, planmäßig genutzt
diese Rohstoffe, Abwässer sollen industriell genutzt werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nutzen · Eigennutz · eigennützig · Nutzholz · Nutzanwendung · Nutznießung · nutzlos · nutzbringend · nutzbar · nützlich · nutzen · nützen · abnutzen · abnützen · ausnutzen · ausnützen · benutzen · benützen
Nutzen m. ‘Ertrag, Gewinn, Vorteil’. Ahd. (8. Jh.), mhd. nuz m. (Genitiv nutzes) ‘Gebrauch, Nutzen, Ertrag’ (germ. *nuti-) hat neben sich schwach flektierendes ahd. (vereinzelt) nuzza f. (9. Jh.) und als fem. jō-Stamm (germ. *nutjō) aengl. nytt, anord. nyt sowie als Adjektivabstraktum ahd. nuzzī f. (9. Jh.), mhd. (selten) nütze, frühnhd. nütze. Mnd. mnl. nut weist mask. und fem. Geschlecht auf (nl. nut ist Substantivierung des Adjektivs, s. ↗nütze). Vereinzelt begegnet schließlich ein schwach flektierendes mhd. nutze m. Alle Formen stehen ablautend zu der unter ↗genießen (s. d.) behandelten Verbgruppe. Nhd. Nutzen m. (Genitiv Nutzens, 16. Jh.) ist wohl aus oben genanntem mhd. nutze m. mit Übernahme des Endungs-n aus den obliquen Kasus entstanden. Es verdrängt im 18. Jh. älteres Nutz, das fortlebt in den Wendungen nutz und frommen (16. Jh.), zu Nutz und Frommen sein, gereichen, dienen (18. Jh.), zunutze machen (17. Jh.). Eigennutz m. ‘Bedachtsein auf den eigenen Nutzen, Egoismus’ (15. Jh., auch flektiert eigener nutz). eigennützig Adj. ‘auf eigenen Vorteil bedacht, rücksichtslos’ (15. Jh.). Zu Nutz als erstem Glied in Zusammensetzungen vgl. Nutzholz n. (18. Jh.), mnd. nutholt; Nutzanwendung f. (18. Jh.); Nutznießung f. ‘Recht zur Nutzung fremden Eigentums’ (18. Jh.); nutzlos Adj. (18. Jh.); nutzbringend Adj. (16. Jh.). nutzbar Adj. ‘Nutzen bringend, sich für nützliche Zwecke eignend’, mhd. nutzebære. nützlich Adj. ‘Nutzen, Vorteil bringend’, mhd. nützelich ‘Nutzen, Genuß bringend, angenehm’. nutzen, nützen Vb. ‘Nutzen bringen, dienlich sein, nutzbringend verwenden, ausnutzen, Nutzen aus etw. ziehen’ setzt ahd. nuzzōn ‘genießen, verbringen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, abgeleitet von ahd. nuzza (s. oben), und (das später Umlaut aufweisende jan-Verb) ahd. ginuzzen ‘nützen, Nutzen ziehen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, nützen ‘gebrauchen, benutzen, als Nahrung genießen, dienlich sein’ fort. Dazu abnutzen, abnützen Vb. ‘durch anhaltenden Gebrauch Wert und Verwendungsmöglichkeit mindern’ (15. Jh.); vgl. mhd. abenutzen ‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’; ausnutzen, ausnützen Vb. ‘Vorteil aus etw. ziehen, rücksichtslos gebrauchen’ (Ende 15. Jh.); benutzen, benützen Vb. ‘gebrauchen, verwenden’, mhd. benutzen, benützen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(für seine Zwecke) nutzen · (für seine Zwecke) zu nutzen verstehen · (seinen) Nutzen ziehen (aus) · (sich etwas) zu Nutze machen · (sich etwas) zunutze machen · Gebrauch machen (von) · Kapital schlagen (aus) · Vorteil ziehen (aus) · ↗ausbeuten · ↗ausnutzen · ↗ausnützen · ↗ausschlachten · für seine Zwecke nutzen · für sich nutzen · ↗instrumentalisieren · nutzen  ●  (aus etwas) Kapital schlagen  fig. · ↗(etwas) ausschlachten  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(Betriebsart ...) fahren · (sich) einer Sache bedienen · ↗(zu etwas) heranziehen · ↗anwenden · ↗benutzen · ↗benützen · ↗einsetzen · ↗gebrauchen · greifen zu · ↗handhaben · in Gebrauch nehmen · in die Hand nehmen · nutzen · ↗nützen · ↗verwenden · zum Einsatz bringen  ●  ↗adhibieren  geh., veraltet · ↗applizieren  geh. · deployen  fachspr. · ↗nehmen  ugs.
Assoziationen
  • Anwendung · ↗Einsatz · ↗Verwendung  ●  ↗Applikation  fachspr.
  • (für seine Zwecke) nutzen · (für seine Zwecke) zu nutzen verstehen · Nutzen ziehen (aus) · Vorteil ziehen (aus) · für sich nutzen  ●  (aus etwas) Kapital schlagen  fig. · ↗(etwas) ausschlachten  fig.
  • (für seine Zwecke) nutzen · (für seine Zwecke) zu nutzen verstehen · (seinen) Nutzen ziehen (aus) · (sich etwas) zu Nutze machen · (sich etwas) zunutze machen · Gebrauch machen (von) · Kapital schlagen (aus) · Vorteil ziehen (aus) · ↗ausbeuten · ↗ausnutzen · ↗ausnützen · ↗ausschlachten · für seine Zwecke nutzen · für sich nutzen · ↗instrumentalisieren · nutzen  ●  (aus etwas) Kapital schlagen  fig. · ↗(etwas) ausschlachten  fig.
Synonymgruppe
(jemandem) zu Hilfe kommen (passiv) · (sich) vorteilhaft auswirken (für) · ↗(zu etwas) dienen · ↗aufwerten · ↗begünstigen · ↗bereichern · ↗fördern · ↗guttun · nutzen · ↗nützen · zu jemandes Vorteil gereichen · ↗zugutekommen  ●  (jemandem) in die Arme spielen  ugs. · (jemandem) in die Hände spielen  ugs. · (jemandem) in die Karten spielen  ugs.
Assoziationen
  • Nutzen haben von · Nutzen ziehen aus · einen Vorteil haben von · ↗profitieren
Synonymgruppe
(die) Gunst der Stunde nutzen · ↗(etwas) mitnehmen · ↗ergreifen (Gelegenheit, Chance) · nicht verstreichen lassen · nutzen (Chance, Gelegenheit) · ↗wahrnehmen (Termin, Vorteil, Chance) · ↗zugreifen  ●  beim Schopf(e) ergreifen  fig. · nicht links liegen lassen  fig. · ↗ausüben (Option, Stimmrecht, Vorkaufsrecht)  fachspr., kaufmännisch, juristisch · beim Schopf(e) packen (Gelegenheit, Chance)  ugs., fig. · ↗zuschlagen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(von etwas) profitieren · in Anspruch nehmen · nutzen · ↗wahrnehmen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angebot Chance Erfahrung Gebäude Gelegenheit Gunst Instrument Internet Kunde Medium Mittel Möglichkeit Raum Ressource Spielraum Technik Unternehmen Vorteil Zeit Zweck abnutzen auch ausnutzen dazu er nicht nur sie wenig wir

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nutzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die öffentliche Hand jedenfalls weiß ein solches Engagement zu nutzen.
Die Zeit, 18.11.2013, Nr. 46
Sie konnten die Chance nutzen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]
Anderseits nutzte das kaiserliche Regime die verbesserte außenpolitische Situation zum Ausbau der außenwirtschaftlichen Verflechtungen.
Gurland, A. R. L.: Wirtschaft und Gesellschaft im Übergang zum Zeitalter der Industrie. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 15581
Sie hatte die freie Zeit genutzt und angefangen, einen Roman zu schreiben.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 1053
Allerdings muß ich Sie beide bitten, unser Büro zwecks Kontaktaufnahme nur in wirklich dringenden Fällen zu nutzen.
Arjouni, Jakob: Chez Max, Zürich: Diogenes 2006, S. 169
Zitationshilfe
„nutzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nutzen>, abgerufen am 22.10.2019.

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