nymphoman

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache  [nʏmfoˈmaːn]
Worttrennung nym-pho-man
formal verwandt mit Nymphomanie
Wortbildung  mit ›nymphoman‹ als Erstglied: nymphomanisch  ·  formal verwandt mit: Nymphomanie
Herkunft Griechisch
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Psychologie, oft diskriminierend von Frauen   zur Nymphomanie neigend
Kollokationen:
als Adjektivattribut: eine nymphomane Frau
Beispiele:
Eine Frau, die kein Zuviel kennt: Valérie hat an manchen Tagen viermal Sex mit verschiedenen Männern. Ab wann ist eine Frau nymphoman? [Bild, 19.07.2005]
Wir sind alle sexuelle Wesen. Wir haben ein Recht darauf, unsere sexuellen Bedürfnisse auszuleben. Im 17. Jahrhundert wurden Frauen wie ich wie psychisch Kranke behandelt. Man hätte gesagt, ich sei nymphoman oder sexsüchtig. [Welt am Sonntag, 11.03.2018]
Erstens: nymphomanes Verhalten wird – wenn überhaupt noch – dann Frauen zugeschrieben. [Muromez, 02.10.2013, aufgerufen am 29.04.2016]
Als liebreizende, bindungsscheue Traumfrau mit nymphomanen Tendenzen ist Marie eher melancholische Femme Fatale als glaubhafter Charakter. [Die Zeit, 04.07.2011 (online)]
Nach seinem Befund war sie moralisch unheilbar degeneriert, eine pervertierte, nymphomane, hysterische, machtbesessene Teufelin. [Johnson, Uwe: Jahrestage. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 50]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Manie · manisch · Nymphomanie · nymphoman · Kleptomanie · Kleptomane · kleptomanisch · Pyromanie · Anglomanie · Anglomane · angloman · Bibliomanie · Bibliomane
Manie f. ‘Besessenheit, Sucht, krankhafte Leidenschaft’. Lat. mania, griech. manía (μανία) ‘Wut, Raserei, Wahnsinn’, abgeleitet von griech. má͞inesthai (μαίνεσθαι) ‘rasen, wüten, von Sinnen, verzückt sein’ (s. mahnen), führt zu medizin.-lat. Mania ‘Tollwut, Tobsucht’. Daraus eingedeutschtes Manie (16. Jh.) wird dann in dem abgeschwächten Sinne ‘Verlangen, Sucht’ allgemein (2. Hälfte 18. Jh., geläufig 19. Jh.). Im medizinischen Bereich gilt es heute für eine Phase des manisch-depressiven Irreseins. Dazu manisch Adj. ‘tobsüchtig, krankhaft erregt’ (Ende 19. Jh.); vgl. griech. manikós (μανικός) ‘rasend, wütend’. Nach antikem Vorbild, vgl. griech. hydromanía (ύδραμανία) ‘Wassersucht’, bildet Manie auch im Dt. verschiedene Komposita und bezeichnet dabei eine krankhafte oder übersteigerte Sucht bzw. eine übertriebene Schwärmerei. Nymphomanie f. ‘Mannstollheit’ (19. Jh.), medizin.-lat. nymphomania (um 1700), vgl. auch frz. nymphomanie (1. Hälfte 18. Jh.); nymphoman Adj. ‘mannstoll’ (20. Jh.), älter nymphomanisch (19. Jh.); s. Nymphe. Kleptomanie f. ‘zwanghafter Trieb zum Diebstahl ohne Bereicherungsabsicht, Stehlsucht’ (Mitte 19. Jh.), gelehrte Bildung der Psychiatrie zu griech. kléptein (κλέπτειν) ‘stehlen’; Kleptomane m. kleptomanisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.). Pyromanie f. ‘krankhafter Trieb zur Brandstiftung’, gelehrte Bildung (19. Jh.) zu griech. pȳr (πῦρ) ‘Feuer’. Außerhalb der Medizin Anglomanie f. ‘übertriebene Liebe zu allem, was englisch ist, kritiklose Nachahmung alles Englischen’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. voraufgehendes frz. anglomanie (Mitte 18. Jh.); Anglomane m. (Mitte 19. Jh.); angloman Adj. (Ende 19. Jh.). Bibliomanie f. ‘übertriebene Bücherliebe, Büchersammelwut’ (18. Jh.); Bibliomane m. ‘leidenschaftlicher Büchersammler, Büchernarr’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
liebestoll · nymphoman · promiskuitiv  ●  mannstoll  ugs.
Zitationshilfe
„nymphoman“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nymphoman>, abgerufen am 27.01.2022.

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