oben

GrammatikAdverb
Aussprache
Wortbildung mit ›oben‹ als Erstglied: ↗obenan · ↗obenauf · ↗obenbenannt · ↗obendrauf · ↗obendrein · ↗obenerwähnt · ↗obengenannt · ↗obenhin · ↗obenhinaus · ↗obenstehend · ↗obenzitiert
 ·  mit ›oben‹ als Letztglied: ↗heroben · ↗kieloben
eWDG, 1974

Bedeutung

Gegenwort zu unten
a)
an hoch gelegener Stelle
Beispiele:
das Buch steht oben, oben links, oben auf dem Schrank, Regal
das Geld ist oben im Schreibtisch
er öffnete das Fenster oben
du musst nach oben steigen
das Licht kommt von oben
ein sich oben verjüngender Pfeiler
dieses Zitat steht auf Seite 10 oben (= in der oberen Hälfte von Seite 10)
Fett, Kork schwimmt oben (= auf der Oberfläche)
was ist hier oben (= Oberseite) und unten?
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich er lebt jetzt schon drei Jahre dort oben (= im Norden)
den Kopf oben behalten (= besonnen, gefasst bleiben)
salopp er ist oben nicht ganz richtig (= ist leicht geistesgestört)
umgangssprachlich jmdn. von oben bis unten (= prüfend) ansehen
umgangssprachlich man wusste kaum noch, was oben und unten war (= war völlig in Verwirrung geraten)
umgangssprachlich er hat alles von oben nach unten, von unten nach oben gekehrt (= hat alles durcheinandergeworfen)
salopp oben hui, unten pfui (= eine schöne äußere Fassade steht im Widerspruch zu innerer Qualität)
umgangssprachlich von oben herabhochmütig
Beispiele:
jmdn. von oben herab ansehen, behandeln
er benahm, zeigte sich sehr von oben herab
b)
in großer Höhe
Beispiele:
auf den Bergen lag oben noch Schnee
oben war alles verhangen
hoch oben brummte ein Flieger
hier oben ist es windig
von oben hat man einen herrlichen Ausblick
er stand ganz oben auf der Leiter, sitzt hoch oben auf dem Baum
c)
im oberen Stockwerk
Beispiele:
wer wohnt oben?
sie muss oben bleiben, liegt oben im Bett
willst du nicht nach oben kommen?
d)
weiter vorn in diesem Buch, Heft
Beispiele:
wie ich bereits oben erwähnte
siehe oben! (= schlage weiter vorn nach!)
e)
umgangssprachlich an vorgesetzter Stelle, Instanz
Beispiele:
die Anordnung, Weisung kommt von oben
er hatte einen Wink von oben bekommen
Den Herren da oben geht es wie anderen Sterblichen [BebelAus meinem Leben634]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

oben Adv. ‘in der Höhe, an höher gelegener Stelle’, auch ‘früher, weiter vorn in einem Text’, ahd. obana ‘(von) oben, früher, vorher’ (9. Jh.), mhd. oben(e) ‘(von) oben’ (neben doppelt suffigiertem ahd. obanān, mhd. obenān ‘von oben, oben’), asächs. oƀana ‘(von) oben’, mnd. ovene, afries. ova ‘oben’, aengl. ufan, anord. ofan ‘(von) oben’ ist eine zunächst die Herkunftsrichtung, dann (wie ↗außen, ↗hinten, ↗innen, ↗unten, s. d.) die Ruhelage angebende germ. Adverbialbildung mit dem Suffix -ana zu der unter ↗ob Präp. (s. d.) dargestellten lokalen Partikel. Im Nordwestgerm. sind die mit germ. *bi- (s. ↗be-) präfigierten Formen asächs. bioƀan Adv. ‘oben’ sowie (in adverbieller und präpositionaler Verwendung) mnd. bōven(e), mnl. bōven, nl. boven, afries. bova, aengl. bufan vorherrschend; doch vgl. auch mhd. (besonders md.) boben(e) Adv. Präp.

Thesaurus

Synonymgruppe
oben · ↗oberhalb · ↗über · überhalb
Synonymgruppe
droben · ↗hoch · oben · ↗obig · ↗über
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

angeführt angegeben aufgeführt beschrieben dargelegt dranbleiben erwähnt festsetzen genannt gerichtet geschildert klettern korrigieren mitmischen mitspielen rangieren recken revidieren schnellen schrauben schwimmen sitzen skizziert springen stehen thronen treiben verordnet wohnen zitiert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›oben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

OBEN OHNE wollen die Sendlinger ihren Schulturm bald nicht mehr sehen.
Süddeutsche Zeitung, 02.07.1998
NACH OBEN zeigte die Tendenz an den deutschen Börsen in der vergangenen Woche.
Süddeutsche Zeitung, 13.02.1995
Zitationshilfe
„oben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/oben>, abgerufen am 21.07.2019.

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