obszön

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ob-szön · obs-zön
Wortbildung  mit ›obszön‹ als Grundform: Obszönität
Herkunft zu obscēnuslat ‘anstößig, unanständig, abscheulich, unsittlich’
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
bildungssprachlich in das Schamgefühl verletzender Weise auf den Sexual-, Fäkalbereich bezogen; unanständig, schlüpfrig
2.
Jargon (moralisch-sittliche) Entrüstung hervorrufend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

obszön · Obszönität
obszön Adj. ‘das Schamgefühl verletzend, unanständig, schlüpfrig, zotig’, Entlehnung (obscoen, obscen, Anfang 18. Jh.) aus lat. obscēnus, obscaenus ‘anstößig, unanständig, abscheulich, unsittlich’, Rückbildung aus *obscaenāre ‘Schmutz über etw. verbreiten’; zu lat. caenum ‘Schmutz, Kot, Unflat’. Obszönität f. (18. Jh.), lat. obscēnitās (Genitiv obscēnitātis), auch obscaenitās. Vgl. frz. obscène Adj. und obscénité f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anstößig · eindeutig-zweideutig · nicht salonfähig · obszön · unanständig · unsittlich · unzüchtig · zotig  ●  schmutzig  fig. · dreckig  ugs., fig. · nicht stubenrein  ugs., scherzhaft, fig. · priapeisch  geh., veraltet · schweinisch  ugs. · unkeusch  geh. · versaut  derb
Assoziationen
Synonymgruppe
Anstoß erregend · anstößig · obszön · ohne (jedes) Schamgefühl · schamlos · schamverletzend · schockierend
Assoziationen
Synonymgruppe
anstößig · geschmacklos · ordinär · unanständig · vulgär  ●  bathisch  geh. · obszön  geh. · unter der Gürtellinie  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›obszön‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›obszön‹.

Verwendungsbeispiele für ›obszön‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solche Szenen sind zwar recht handfest, aber eher lustig als obszön.
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2004
Denn moralisch obszön sind beide und auch die Opfer leiden ähnlich.
Kerner, Charlotte: Blueprint Blaupause, Weinheim: Beltz & Gelberg 1999, S. 96
Am spektakulärsten wurde solche Kritik bisher in einem bewußt obszönen Film mit dem sarkastischen Titel "Besonders wertvoll" formuliert.
o. A. [p.b.]: Filmbewertungsstelle. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1978]
Vielmehr stießen sich die beiden Verlage an mehreren „obszönen“ Passagen.
Die Zeit, 28.05.1965, Nr. 22
Er warb um mich, vorsichtig und höflich, wie um eine obszöne Frau.
Ball, Hugo: Totenrede. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1915], S. 1110
Zitationshilfe
„obszön“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/obsz%C3%B6n>, abgerufen am 05.12.2021.

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