offerieren

Grammatik Verb · offeriert, offerierte, hat offeriert
Aussprache 
Worttrennung of-fe-rie-ren
Wortbildung  formal verwandt mit: ↗Offerte
Herkunft aus gleichbedeutend offerrelat, eigentlich ‘entgegentragen, anbieten’ < oblat ‘entgegen, vor, über etw. hin, wegen, für’ + ferrelat ‘tragen, bringen’
eWDG

Bedeutung

jmdm. etw. anbieten
Beispiele:
jmdm. ein gutes Geschäft, einen Handel, eine neue Stellung, einen Erholungsaufenthalt offerieren
er offerierte ihm ein Glas Wein, eine Zigarre
Ein altes Männchen ... tritt an unseren Tisch und offeriert uns einen Spaziergang zu der Tomba di Giulietta [ HartungWunderkinder116]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

offerieren · Offerte
offerieren Vb. ‘anbieten, darbringen’, entlehnt (Anfang 16. Jh.) aus gleichbed. lat. offerre, eigentlich ‘entgegentragen, anbieten’ (vgl. lat. ob ‘entgegen, vor, über etw. hin, wegen, für’ und ferre ‘tragen, bringen’); anfangs meist in der allgemeinen Bedeutung ‘(Geschenke, Dienste, Frieden) anbieten’, mehrfach in der Fügung offerieren und anbieten, seit dem 19. Jh. geläufig in der kaufmännischen Bedeutung ‘zum Kauf anbieten, anpreisen, zum Handel vorschlagen’. Offerte f. ‘Anerbieten, Angebot’ (Mitte 17. Jh.), aus gleichbed. frz. (älter) offerte (neben der bis heute üblichen Ableitung frz. offre), dem substantivierten Femininum des Part. Perf. von frz. offrir, afrz. ofrir ‘(an)bieten, darbringen’ (aus lat. offerre, s. oben); zunächst in allgemeiner Verwendung, seit Ende des 18. Jhs. in der Kaufmannssprache ‘(schriftliches) Kauf-, Preisangebot’, später auch im Zeitungswesen.

Thesaurus

Synonymgruppe
anbieten · ↗bereithalten · ↗bereitstellen · ↗bieten · ↗liefern · offerieren · zur Verfügung stellen  ●  ↗beistellen  Amtsdeutsch, österr. · ↗entbieten  veraltet · ↗feilbieten  altertümelnd, scherzhaft · ↗feilhalten  veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›offerieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›offerieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›offerieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem Essen ist es vielerorts Brauch, einen Schnaps zu offerieren.
Schäfer-Elmayer, Thomas: Der Elmayer. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1991], S. 4558
Aber diese Kurse werden kleine Anbieter dann nicht mehr offerieren können.
Süddeutsche Zeitung, 18.01.2002
Da war er auf die Idee gekommen seine geheimdienstlichen Fähigkeiten und Kenntnisse den Amerikanern zu offerieren.
Der Spiegel, 25.05.1987
Allein sieben Häuser mit drei und mehr Sternen offerieren auf der Homepage ihre Zimmer zu Preisen unter 40 Euro.
Süddeutsche Zeitung, 25.02.2003
Er muß Gegenstände hervorbringen, Dienste offerieren und sich dabei nach den Wünschen und Maßstäben anderer Menschen richten.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 197
Zitationshilfe
„offerieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/offerieren>, abgerufen am 19.06.2021.

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