offiziell

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungof-fi-zi-ell (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›offiziell‹ als Erstglied: ↗offiziellerseits  ·  mit ›offiziell‹ als Letztglied: ↗halboffiziell · ↗hochoffiziell · ↗inoffiziell · ↗nichtoffiziell · ↗parteioffiziell · ↗quasioffiziell
 ·  mit ›offiziell‹ als Grundform: ↗Offizielle
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
von einer vorgesetzten Stelle, einer Regierung, Behörde direkt ausgehend, amtlich
Gegenwort zu inoffiziell
Beispiele:
eine offizielle Mitteilung, Nachricht, Meldung, Übergabe
ein offizielles Verfahren
das offizielle Programm
eine offizielle Delegation
der offizielle Besuch des Außenministers
die offiziellen Stellen unterrichten
von offizieller Seite wurde berichtet, dass ...
von der offiziellen Linie, dem offiziellen Kurs abweichen
es kam zum offiziellen (= öffentlichen) Bruch
die Verhandlungen wurden offiziell geführt
etw. ist bereits offiziell bestätigt, bekanntgegeben
etw. offiziell erklären, widerrufen
ein Land offiziell anerkennen, besuchen, vertreten
offiziell weiß ich nichts davon, ist mir nichts bekannt
2.
feierlich, förmlich
Beispiele:
eine offizielle Erklärung abgeben
offizielle Worte sagen
seine Rede hatte einen offiziellen Charakter
gehoben ich habe ihm einen offiziellen Besuch abgestattet
nach einigen Späßen wurde er offiziell
die beiden stehen nur offiziell (= nicht freundschaftlich) miteinander
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

offiziell · offiziös
offiziell Adj. ‘amtlich, beglaubigt, verbürgt’, Entlehnung (Ende 18. Jh.) von gleichbed. frz. officiel. Dieses in der Sprache der Politik übliche Adjektiv stammt aus engl. official, dem spätlat. officiālis ‘zur Pflicht, zum Amt, zum Dienst gehörig’, mlat. ‘amtsgemäß’ zugrunde liegt, eine Ableitung von lat. officium ‘Pflicht, Verpflichtung, Schuldigkeit’ (s. ↗Offizier). Das davon ebenfalls abgeleitete lat. officiōsus Adj. ‘gefällig, dienstfertig, dienstbeflissen’ ergibt frz. officieux ‘dienstbeflissen, verbindlich’. Aus dem Lat. und Frz. wird in den angeführten Bedeutungen offizios (Ende 17. Jh.) und offiziös Adj. (18. Jh.) entlehnt. Die speziell die Politik betreffende und heute alleingültige Bedeutung ‘halbamtlich, von der Administration zwar nicht bestätigt, jedoch von ihr ausgehend’ übernimmt das Dt. aus dem Frz. erst im 19. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
amtlich · ↗dienstlich · ↗ministerial · ↗ministeriell · offiziell
Assoziationen
Synonymgruppe
allgemein verfügbar · nachlesbar · nachschlagbar · offiziell · ↗wohlbekannt · ↗wohldefiniert
Synonymgruppe
belegt · bezeugt · dokumentiert · erwiesen · ↗gewiss · nachgewiesen · offiziell · ↗sicher · verbrieft · verbürgt  ●  ↗aktenkundig  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
formell · ↗geschäftlich · ↗geschäftsmäßig · ↗konventionell · offiziell · ↗unpersönlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anerkennung Angabe Anlaß Begründung Bekanntgabe Bestätigung Besuch Bezeichnung Darstellung Dokument Einweihung Empfang Erklärung Eröffnung Feier Freundschaftsbesuch Lesart Mitteilung Schätzung Sprachregelung Staatsbesuch Statistik Stelle Stellungnahme Termin Verlautbarung Version erstmals heißen zumindest

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›offiziell‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den offiziellen Stellen will aber niemand von Problemen sprechen.
Die Zeit, 29.10.2013 (online)
Seine Frau fürchtet, den Mann, den sie geheiratet hat, eines Tages auch offiziell als unzurechnungsfähig deklarieren zu müssen.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 50
Die Zahl der bis heute in den Verlagen der sowjetischen Zone herausgegebenen Bücher wird offiziell mit mehr als 25 Mill.
o. A.: 1946. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 18822
Hier findet sich auch die offizielle Lehre der schismatischen Kirche angeführt.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 10357
Offizielle Briefe schreibt man an Institutionen, nur sehr selten an bestimmte Personen.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 298
Zitationshilfe
„offiziell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/offiziell>, abgerufen am 15.12.2018.

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