Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

offizinell

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung of-fi-zi-nell
Wortzerlegung Offizin -ell
eWDG

Bedeutung

fachsprachlich als Heilmittel anerkannt
Beispiele:
offizinelle Pflanzen, Kräuter
einen süßlich‑offizinellen Geruch (= einen an Arzneimittel erinnernden Geruch), der an Elend und Wunden und verdächtige Reinlichkeit erinnerte [ Th. MannTod in Venedig9,511]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Offizin · offizinell
Offizin f. ‘Werkraum (nicht gewöhnlicher Handwerker), Apotheke, Buchdruckerei’, Entlehnung (17. Jh.) von lat. officīna ‘Werkstätte’, nach opificīna, zu lat. opifex ‘Arbeiter, Handwerker, Bildner’, aus lat. opus ‘Arbeit, Beschäftigung, Handlung, Werk’ und lat. facere ‘machen, tun’. offizinell Adj. ‘als Heilmittel erhältlich, heilkräftig’, gelehrte Bildung (18. Jh.) nach nlat. officīnālis ‘heilkräftig, in der Apotheke gebraucht’.

Typische Verbindungen zu ›offizinell‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›offizinell‹.

Verwendungsbeispiele für ›offizinell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wermut ist offizinell und wird im Ausguß gegen Verdauungsbeschwerden, Gelbsucht und Würmer verwendet. [o. A.: A. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 4013]
J. ist offizinell, dient medizinisch als Antiseptikum entweder in Pulverform oder als Jodoformgaze. [o. A.: J. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 36185]
Bleipflastersalbe (Unguentum diachylon), durch Zusammenschmelzen von Bleipflaster und Olivenöl gewonnene, gegen Hautkrankheiten verwendete offizinelle Salbe. [o. A.: B. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 2633]
Offizinell sind das salizylsaure P. (Physostigminsalizylat) und das schwefelsaure P. (Physostigminsulfat). [o. A.: P. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 43843]
Die weiße europ. Sonnenwende (Heliotropium europaeum L.), in den deutschen Rheingegenden, war früher offizinell. [o. A.: H. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 34284]
Zitationshilfe
„offizinell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/offizinell>.

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