Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

oftmalig

Grammatik Adjektiv · nur attributiv
Aussprache 
Worttrennung oft-ma-lig
Wortzerlegung oftmals -ig
eWDG

Bedeutung

häufig, mehrmalig
Beispiel:
[der Hügel] entstand im Laufe von Jahrtausenden durch oftmalige Zerstörung, Einebnung und Wiederaufbau von Siedlungen [ Urania1957]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

oft · öfters · oftmals · oftmalig
oft Adv. ‘häufig, viele Male nacheinander’, ahd. ofto ‘häufig, immer wieder’, auch ‘manchmal, bisweilen’ (8. Jh., vereinzelt ofta, 11. Jh.), mhd. oft(e), asächs. oft(o), otho, afries. ofta, ofte, aengl. engl. oft (wovon weitergebildet engl. often), anord. opt, schwed. ofta, dän. ofte, got. ufta ‘häufig, oft’ setzen germ. *uftō und *ufta voraus. Die Herleitung dieser germ. Formen ist jedoch unsicher. Vielleicht sind in ihnen Ableitungen von dem bei ob1 Präp. (s. d.) dargestellten lokalen Adverb zu sehen, das sich (wie auf, s. d.) an ie. *upo, *up ‘unten an etw. heran, hinauf, über’ anschließt; dann wäre eine Ausgangsbedeutung ‘übermäßig, darüber hinaus’ zu vermuten. Nach einem anderen Erklärungsversuch könnten germ. *uftō, *ufta erstarrte Kasusformen eines untergegangenen Partizipaladjektivs sein, das sich mit aind. uptá- ‘geworfen, gestreut, gesät’, Part. Perf. von aind. vápati ‘streut, sprengt aus, wirft, sät’ (von ie. *u̯ep- ‘werfen, streuen’?), vergleichen läßt; in diesem Falle ginge der Sinn ‘häufig’ auf ‘dicht gestreut, dicht aufeinanderfolgend’ zurück. Im Dt. werden zu oft, das noch im 18./19. Jh. gelegentlich in der Variante ofte erscheint, der Komparativ ahd. oftōr (9. Jh.), mhd. nhd. (älter) ofter, nhd. öfter (15. Jh., bis ins 18. Jh. auch mit doppelter Steigerung öfterer) und der Superlativ mhd. nhd. (älter) oftest, nhd. öftest (15. Jh.) gebildet (vgl. aengl. oftor, oftost, anord. optarr, optast); öfter verliert aber weitgehend seinen komparativischen Inhalt und steht meist (wie oft) für ‘häufig, mehrmals’. Bei oft findet sich bis ins 18. Jh. vereinzelt, bei öfter dagegen bis heute nicht selten auch adjektivische Verwendung. – öfters Adv. ‘häufig, mehrmals, manchmal’ (17. Jh., anfangs daneben ofters), hervorgegangen aus der Genitivform von öfter (s. oben). oftmals Adv. ‘häufig, oft’ (16. Jh., im älteren Nhd. auch oft(er)mal(en), oftermals); dazu oftmalig Adj. ‘häufig, mehrmalig’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›oftmalig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›oftmalig‹.

Verwendungsbeispiele für ›oftmalig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dehaene hat sich in diesem System als oftmaliger Minister hochgedient, und so preist er es sogar. [Süddeutsche Zeitung, 31.05.1994]
Verantwortlich für das oftmalige Scheitern sind dabei nach selbstkritischer eigener Einschätzung der Führungskräfte vor allem mangelhafte Information und Motivation. [Süddeutsche Zeitung, 27.04.1998]
In der Sozialdemokratie war man damals, bei der Gespaltenheit der Bewegung und der oftmaligen Umbildung der Programme, prinzipiell und taktisch nicht so gefestigt, wie später. [Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4997]
Auf dem reinlichen Fußboden und in guter, zweckmäßiger Ordnung ist der allereinfachste Hausrat aufgestellt, aus rohem Holz gezimmert, aber blühweiß von dem oftmaligen Scheuern. [Lux, Josef A.: Kunstmöglichkeiten im Arbeiterheim. In: Die Neue Gesellschaft, 21.08.1907, S. 237]
Beim oftmaligen Deutschen Senioren‑Meister (Sprint) wurde ein erhöhter Testosteron‑Wert festgestellt. [Bild, 17.11.2004]
Zitationshilfe
„oftmalig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/oftmalig>.

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