oftmalig

GrammatikAdjektiv · attributiv
Aussprache
Worttrennungoft-ma-lig
eWDG, 1974

Bedeutung

häufig, mehrmalig
Beispiel:
[der Hügel] entstand im Laufe von Jahrtausenden durch oftmalige Zerstörung, Einebnung und Wiederaufbau von Siedlungen [Urania1957]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

oft · öfters · oftmals · oftmalig
oft Adv. ‘häufig, viele Male nacheinander’, ahd. ofto ‘häufig, immer wieder’, auch ‘manchmal, bisweilen’ (8. Jh., vereinzelt ofta, 11. Jh.), mhd. oft(e), asächs. oft(o), otho, afries. ofta, ofte, aengl. engl. oft (wovon weitergebildet engl. often), anord. opt, schwed. ofta, dän. ofte, got. ufta ‘häufig, oft’ setzen germ. *uftō und *ufta voraus. Die Herleitung dieser germ. Formen ist jedoch unsicher. Vielleicht sind in ihnen Ableitungen von dem bei ↗ob1 Präp. (s. d.) dargestellten lokalen Adverb zu sehen, das sich (wie ↗auf, s. d.) an ie. *upo, *up ‘unten an etw. heran, hinauf, über’ anschließt; dann wäre eine Ausgangsbedeutung ‘übermäßig, darüber hinaus’ zu vermuten. Nach einem anderen Erklärungsversuch könnten germ. *uftō, *ufta erstarrte Kasusformen eines untergegangenen Partizipaladjektivs sein, das sich mit aind. uptá- ‘geworfen, gestreut, gesät’, Part. Perf. von aind. vápati ‘streut, sprengt aus, wirft, sät’ (von ie. *u̯ep- ‘werfen, streuen’?), vergleichen läßt; in diesem Falle ginge der Sinn ‘häufig’ auf ‘dicht gestreut, dicht aufeinanderfolgend’ zurück. Im Dt. werden zu oft, das noch im 18./19. Jh. gelegentlich in der Variante ofte erscheint, der Komparativ ahd. oftōr (9. Jh.), mhd. nhd. (älter) ofter, nhd. öfter (15. Jh., bis ins 18. Jh. auch mit doppelter Steigerung öfterer) und der Superlativ mhd. nhd. (älter) oftest, nhd. öftest (15. Jh.) gebildet (vgl. aengl. oftor, oftost, anord. optarr, optast); öfter verliert aber weitgehend seinen komparativischen Inhalt und steht meist (wie oft) für ‘häufig, mehrmals’. Bei oft findet sich bis ins 18. Jh. vereinzelt, bei öfter dagegen bis heute nicht selten auch adjektivische Verwendung. öfters Adv. ‘häufig, mehrmals, manchmal’ (17. Jh., anfangs daneben ofters), hervorgegangen aus der Genitivform von öfter (s. oben). oftmals Adv. ‘häufig, oft’ (16. Jh., im älteren Nhd. auch oft(er)mal(en), oftermals); dazu oftmalig Adj. ‘häufig, mehrmalig’ (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›oftmalig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›oftmalig‹.

Verwendungsbeispiele für ›oftmalig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dehaene hat sich in diesem System als oftmaliger Minister hochgedient, und so preist er es sogar.
Süddeutsche Zeitung, 31.05.1994
In der Sozialdemokratie war man damals, bei der Gespaltenheit der Bewegung und der oftmaligen Umbildung der Programme, prinzipiell und taktisch nicht so gefestigt, wie später.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4997
Beim oftmaligen Deutschen Senioren-Meister (Sprint) wurde ein erhöhter Testosteron-Wert festgestellt.
Bild, 17.11.2004
In den breit angelegten Vorspielen wechseln effektvolle Akkordzerlegungen mit chromatischen Sequenzen, deren Wirkung nur durch die oftmalige Wiederholung gelegentlich beeinträchtigt wird.
Scharnagi, August: Königsperger. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 42646
Um das richtige Verhältnis zu sich selbst zu gewinnen, braucht man Nachdenklichkeit, Sammlung und oftmaliges Alleinsein.
Gratiolet, K. [d.i. Struppe, Karin]: Schliff und vornehme Lebensart. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 21676
Zitationshilfe
„oftmalig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/oftmalig>, abgerufen am 31.03.2020.

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