ohne

Aussprache
Worttrennungoh-ne (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ohne‹ als Erstglied: ↗Ohnehaltflug · ↗ohnehin · ↗ohneweiters
 ·  mit ›ohne‹ als Letztglied: ↗zweifelsohne
eWDG, 1974

Bedeutungen

I.
präpositional, mit Akk.
1.
bezeichnet ein Nichtvorhandensein, ein Fehlen
Beispiele:
Regenmäntel mit und ohne Kapuze
ein Kleid ohne Ärmel
sie ist ohne Jacke gekommen
er kann ohne sie nicht leben
wir sind jetzt gerade ohne Hilfe
ein Vierer ohne Steuermann
ich bin zur Zeit ohne Geld, ohne einen Cent
er ist ohne Appetit
ein Mann ohne (jeglichen) Humor, ohne Temperament, ohne fundiertes Wissen
ohne Unterlass, Pause arbeiten
der Bus fährt ohne Halt zum Ausstellungsgelände
alles verlief ohne Schwierigkeiten, Zwischenfälle
es geschah ohne mein Wissen, Zutun, ohne (zwingenden) Grund, ohne Not
er ist ohne (jeden) Zweifel unschuldig
ohne ein Wort, ohne Gruß, ohne einen Blick ging sie vorbei
Buchwesen ohne Jahr
etw. ohne weiteres (= bedenkenlos) glauben
umgangssprachlich bitte eine Brause ohne (= ohne Geschmack)
salopp ohne mich! (= ablehnende Antwort auf eine Aufforderung, etw. mitzumachen, wozu man keine Lust hat)
sprichwörtlich ohne Fleiß kein Preis
sprichwörtlich keine Regel ohne Ausnahme
etw., jmd. ist nicht (so, ganz) ohneetw., jmd. ist beachtlich; etw., jmd. macht einige Schwierigkeiten
Beispiel:
Meister, das war gar nicht so ohne, der verdiente sehr gut [WelkGrambauer141]
2.
nicht gerechnet
Gegenwort zu mit1
Beispiele:
der Betrieb hat 800 Angestellte ohne das Küchenpersonal
das Zimmer kostet ohne Heizung 70 Euro
das Paket wiegt 7 1/2 Pfund ohne Verpackung
II.
konjunktional
ohne zu
ohne dass
verweist auf einen nicht eingetretenen oder nicht eintretenden Sachverhalt
Beispiele:
er eilte vorbei, ohne das Wort an mich zu richten
sie fährt ins Ausland, ohne die fremde Sprache gelernt zu haben
ohne zu überlegen stellte er viele unnötige Fragen
herein ohne anzuklopfen!
ohne dass ich es ahnte, hatte man über mein weiteres Schicksal bestimmt
er half mir aus, ohne dass ich ihn darum gebeten hatte
sie hat sich sehr angestrengt, ohne dass ihr dafür gedankt worden war
am nächsten Morgen trat Tony in die Allee hinaus und wartete fünf Minuten, ohne daß Julchen gekommen wäre [Th. MannBuddenbrooks1,61]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ohne Präp. die ein Nichtvorhandensein (‘nicht versehen mit, frei von’), besonders das Fehlen von etw. Zugehörigem, ausdrückt oder den Ausschluß einer bestimmten Größe (‘nicht mitgerechnet, ausgenommen’) angibt; ferner konjunktional verwendet in den Fügungen ohne zu (mit Infinitiv) und ohne daß, die auf das Nichteintreten eines Geschehens, auf das Unterlassen einer Handlung hinweisen. Ahd. ānu, āno, āna (8. Jh.), mhd. ān(e) ‘ohne, außer’, asächs. āno, mnd. ān(e), mnl. aen, ān(e) ‘ohne’, sämtlich Präp. und außerdem Adv. mit der Bedeutung ‘frei, (von Schädlichem) verschont, (Gutes) entbehrend’, sowie die nur in präpositionaler Funktion bezeugten Entsprechungen anfrk. āna ‘außer, ausgenommen’, afries. ōni, ōn(e), ān(e), anord. ān, ōn ‘ohne’ stehen als dehnstufige Bildungen neben got. inu(h) Präp. ‘ohne’. Im Hd. setzt sich seit der 2. Hälfte des 14. Jhs. vom Md. aus Verdunklung des Tonvokals zu ō (vor Nasal, s. ↗Mohn, ↗Monat, ↗Mond, ↗Ton) durch. Sicher vergleichbare außergerm. Formen sind griech. áneu (ἄνευ) ‘ohne, fern von, außer’, toch. A āñu ‘das Aufhören, Stillstand’, so daß von ie. *ē̌neu, *ē̌nu ‘ohne’ (dieses vielleicht zu verbinden mit der Wortnegation ie. *ṇ-, s. ↗un-) auszugehen ist. Die bereits im Aengl. nicht mehr nachzuweisende Partikel fehlt heute auch im Nl., in den nord. Sprachen und teilweise im Nd. Nur in den älteren Sprachstufen ist sie Adverb, wird aber (neben einer schwach belegten Adjektivableitung ahd. ānīg, 11. Jh., mhd. ænec, frühnhd. ahnig, ohnig) wie ein prädikatives Adjektiv gebraucht (vgl. ahd. ānu wesan, sīn, werdan, mhd. āne wesen, werden, blīben) und in der Regel durch einen voran- oder nachgestellten Genitiv ergänzt (so z. B. frühnhd. Zweifels ohne sein, 15. Jh., woraus zweifelsohne Adv.); diese Ergänzung fällt gelegentlich weg, daher es ist nicht ohne ‘es ist nicht zu leugnen, hat manches für sich’ (16. Jh., eigentlich des Grundes, der Wahrheit ohne?), jünger auch jmd. ist nicht ohne ‘jmd. hat bemerkenswerte Eigenschaften’. In präpositionaler Verwendung verlangt ohne, das seit dem Ahd. sowohl ‘nicht versehen mit’ als auch ‘außer, ausgenommen’ sein kann, von Anfang an den Akkusativ, doch ist in älterer Zeit Verknüpfung mit dem Genitiv (bei fließendem Übergang zum Adverb) und mit dem Dativ ebenfalls möglich.

Thesaurus

Synonymgruppe
abgesehen von · ↗abzüglich · ↗ausgenommen · ↗außer · bis auf · ↗exklusive · in Ermangelung (von) · ↗mangels · mit Ausnahme von · nicht inbegriffen · nicht mitgerechnet · ohne · ohne Einbezug von · unbeachtlich einer Sache (Juristendeutsch) · unter Ausschluss von  ●  ↗sonder  veraltet · ↗bar (einer Sache)  geh.
Synonymgruppe
bar · ↗blank · ↗bloß · ↗frei · ↗nackt · ohne
Synonymgruppe
abgerechnet · ↗abgezogen · ↗abzüglich · ↗ausgenommen · ↗außer · ↗minus · nicht gerechnet · ohne · ↗ungerechnet · unter Abzug von · ↗weniger  ●  abzgl.  Abkürzung
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort lebt man lieber OHNE Tiere und bringt sie deshalb um!
Bild, 04.04.2002
Die meisten ausländischen Autos fahren in Deutschland OHNE Nationalitäts-Kennzeichen herum.
Bild, 02.08.1997
OBEN OHNE wollen die Sendlinger ihren Schulturm bald nicht mehr sehen.
Süddeutsche Zeitung, 02.07.1998
GANZ OHNE SÄGE wird jetzt der Reaktordruckbehälter des ersten deutschen Versuchskraftwerks Kahl am Main zerlegt.
Süddeutsche Zeitung, 13.07.1999
Zitationshilfe
„ohne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ohne>, abgerufen am 18.07.2019.

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