oktroyieren

GrammatikVerb · oktroyierte, hat oktroyiert
Aussprache
Worttrennungok-tro-yie-ren · ok-troy-ie-ren · okt-ro-yie-ren · okt-roy-ie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›oktroyieren‹ als Letztglied: ↗aufoktroyieren
eWDG, 1974

Bedeutung

jmdm. etw. aufzwingen
Beispiele:
jmdm. seine Meinung, eine Lösung oktroyieren
wie es die neue, von ihm oktroyierte Organisation vorschrieb [BebelAus meinem Leben278]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

oktroyieren Vb. ‘aufdrängen, aufnötigen’. Das Verb wird (Anfang 17. Jh.) in der Bedeutung ‘landesherrlich bewilligen, verleihen’ entlehnt aus gleichbed. frz. octroyer, afrz. otroiier, otriier ‘gutheißen, zusichern, bewilligen, gewähren’, das über vlat. *auctōrizāre (vgl. mlat. auctorizare ‘billigen, bestätigen, anerkennen, garantieren, bekräftigen’) auf lat. auctōrāre ‘verbürgen, bekräftigen, bestätigen, verpflichten’ zurückgeht, eine Bildung zu lat. auctor ‘Förderer, Veranlasser, Urheber’ (s. ↗Autor). Die oben angeführte Bedeutung entwickelt sich im Zusammenhang mit der Revolution von 1848, auch in der heute geläufigeren präfigierten Form aufoktroyieren, vgl. Gesetze, eine Verfassung dem Volk (auf)oktroyieren.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufoktroyieren · ↗aufzwängen · jemandem etwas aufdrängen · oktroyieren  ●  ↗andrehen  ugs.
Synonymgruppe
aufbürden · ↗auferlegen · ↗aufladen · ↗auflasten · ↗aufoktroyieren · ↗beladen · ↗belasten (mit) · ↗bepacken · ↗beschweren · ↗strapazieren  ●  oktroyieren  geh. · ↗schlauchen (mit)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufbürden · ↗aufdrücken · ↗auferlegen · ↗aufnötigen · ↗aufoktroyieren · ↗aufzwingen  ●  (jemandem etwas) an den Hals hängen  ugs., fig. · (jemandem etwas) ans Bein binden  ugs., fig. · (jemandem etwas) aufs Auge drücken  ugs. · ↗aufbrummen  ugs. · ↗aufhalsen  ugs. · oktroyieren  geh. · ↗zwangsbeglücken (mit)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ideologie Ordnung Verfassung Wille aufoktroyieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›oktroyieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eigene partikulare Erfahrungen werden auf alle projiziert oder machtpolitisch oktroyiert.
Die Zeit, 22.01.1996, Nr. 04
Der Kanzler betonte, daß die Reformen aus den Ländern selbst auf den Weg gebracht werden müßten und nicht von außen oktroyiert werden dürften.
Die Welt, 18.10.2004
Ich hatte also nicht die Absicht, den Niederländern einen bestimmten politischen Willen zu oktroyieren.
o. A.: Einhunderteinundfünfzigster Tag. Montag, 10. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23629
Die Übersetzung der italienischen Bücher und der Unterricht im Griechischen oktroyierten Frankreich die Ideale der Renaissance.
Garin, Eugenio: Die Kultur der Renaissance. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 5026
Der Massengeschmack, dem der Film gehorcht, sei gar nicht der der Massen selber, sondern oktroyiert?
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 262
Zitationshilfe
„oktroyieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/oktroyieren>, abgerufen am 23.09.2019.

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