opfern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungop-fern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›opfern‹ als Erstglied: ↗Opferung · ↗opferwillig  ·  mit ›opfern‹ als Letztglied: ↗aufopfern · ↗dahinopfern · ↗hinopfern
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. spenden, hingeben, worauf zu verzichten nicht leicht fällt
Beispiele:
er hat viel Geld, seine Gesundheit für dieses Projekt geopfert
dieser Arbeit hat er zwölf Jahre seines Lebens geopfert
seinen Feierabend, die Nachtruhe (freiwillig) opfern
ich danke dir, dass du mir so viel Zeit geopfert hast (= dich mir gewidmet hast)
umgangssprachlich, scherzhaft er opferte einen Groschen und ließ das elektrische Klavier laufen
jmdn. opfern
Beispiel:
Sogar die eigene Tochter opferte man, damit ich rascher wieder aus dem Dorf käme [BredelHeerstraßen536]
sich opfernsich aufopfern
Beispiele:
sich für jmdn., für seine Familie, für eine große Aufgabe opfern
Ist der König, sind die Menschen es wert, daß Meister Thomas sich opfert? [ZuchardtNarr449]
umgangssprachlich, scherzhaft eine unangenehme Aufgabe erfüllen
Beispiel:
nun opfere dich mal und räume hier auf!
2.
einer Gottheit eine Gabe bringen
Beispiele:
im Altertum opferte man den Göttern
ein Tier war geopfert worden
bildlich
Beispiele:
scherzhaft, verhüllend (dem) Neptun opfern (= sich bei Seekrankheit übergeben)
Nachdem ich zehen bittre Jahre lang / Dem Götzen ihrer Eitelkeit geopfert [SchillerStuartII 8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

opfern · Opfer
opfern Vb. ‘etw. einer Gottheit darbringen, unter Verzicht spenden, hingeben’, ahd. opharōn ‘eine Arbeit verrichten, ein religiöses Opfer darbringen’ (8. Jh.), mhd. opfern, (md.) oppern ‘ein (religiöses) Opfer darbringen’, mnd. opperen ist als Wort der südd. Kirchensprache entlehnt aus kirchenlat. operārī ‘Gott ein Opfer bringen, Almosen spenden’, lat. ‘beschäftigt sein, arbeiten, wirken, verrichten’ (s. ↗operieren). Neben diesem über die Alpen ins Dt. eingedrungenen Verb steht ahd. offrōn ‘Gott schenken, weihen, opfern’ (9. Jh.), mhd. offern, das wie anfrk. offrōn, mnl. nl. offeren, aengl. offrian, engl. to offer, anord. (aus dem Aengl.) offra über die galloroman.-rhein. Kirchensprache aus lat. offerre ‘entgegentragen, anbieten, darbringen’, kirchenlat. ‘Gott darbringen, weihen, opfern’ hervorgegangen ist. Vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 340 ff. Opfer n. ahd. ophar (8. Jh.), mhd. opfer, opher, asächs. mnd. opper, Rückbildung aus dem Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufopfern · ↗darangeben · ↗hingeben · opfern  ●  ↗drangeben  ugs.
Synonymgruppe
(sich) aufopfern · (sich) opfern · alles tun (für) · sein Leben aufopfern · sein Leben einsetzen (für)
Assoziationen
Synonymgruppe
(sein) Leben geben · (sein) Leben opfern · (sich) opfern
Oberbegriffe
  • (die) Augen für immer schließen · (jemandem) schlägt die Stunde · (jemandes) letztes Stündlein hat geschlagen · ↗ableben · das Zeitliche segnen · den Tod erleiden · ↗erlöschen · in den letzten Zügen liegen · in die ewigen Jagdgründe eingehen · sein Leben aushauchen · sein Leben lassen · seinen Geist aushauchen · ↗verdämmern · ↗verscheiden · ↗versterben · ↗wegsterben  ●  (die) Reihen lichten sich  fig. · ↗abtreten  fig. · aus dem Leben scheiden  fig. · ↗dahinscheiden  verhüllend · ↗davongehen  fig. · ↗entschlafen  fig., verhüllend · ↗fallen  militärisch · ↗gehen  verhüllend · sanft entschlafen  verhüllend, fig. · seinen letzten Gang gehen  fig. · ↗sterben  Hauptform · uns verlassen  verhüllend · von der Bühne des Lebens abtreten  fig. · von uns gehen  fig. · über die Klinge springen (lassen)  salopp · (den) Arsch zukneifen  vulg., fig. · (den) Löffel abgeben  ugs., fig., salopp · (den) Weg allen Fleisches gehen  geh. · (seine) letzte Fahrt antreten  ugs., fig. · ↗dahingehen  geh., verhüllend · dahingerafft werden (von)  ugs. · den Geist aufgeben  ugs. · die Hufe hochreißen  derb, fig. · dran glauben (müssen)  ugs. · in die Grube fahren  ugs., fig. · ins Gras beißen  ugs., fig. · seinen Geist aufgeben  ugs. · vor seinen Richter treten  geh., fig. · vor seinen Schöpfer treten  geh., fig.
Synonymgruppe
(sinnlos) opfern · ↗hinschlachten · in den sicheren Tod schicken  ●  ↗verheizen  fig. · über die Klinge springen lassen  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Altar Bauer Blut Embryo Feiertag Freiheit Freizeit Gesundheit Gott Götze Ideal Jahresurlaub Kommerz Leben Menschenleben Moloch Prinzip Sohn Sparzwang Sündenbock Taschengeld Urlaub Urlaubstag Vaterland Zeitgeist aufopfern bedenkenlos dafür notfalls Überzeugung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›opfern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir können sie nicht dafür opfern, das erste Unrecht zu begleichen.
Die Welt, 24.09.2002
Kohl opferte die harte Deutsche Mark für die Option auf einen hoffentlich stabilen Euro.
Der Tagesspiegel, 28.07.2000
An seiner Stelle hätte ich mein ganzes Vermögen geopfert für dieses Wiedersehen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 81
Statt dessen hatte es erhebliche Kräfte unnütz geopfert, die ihm an der anderen Front fehlen mußten.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3736
Ich selbst habe noch nie so viel geopfert wie heute.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 15.10.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„opfern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/opfern>, abgerufen am 18.10.2019.

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