opponieren

GrammatikVerb · opponiert, opponierte, hat opponiert
Aussprache
Worttrennungop-po-nie-ren
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

eine gegensätzliche Meinung vertreten, jmdm. widersprechen, sich jmdm. widersetzen
Beispiele:
er opponierte gegen diese Argumente, Beschlüsse, gegen die allgemeine Meinung, gegen den Redner
er opponiert fortwährend, in jeder Konferenz
opponierende Studenten, Stimmen
Dieser More wird ihm immer opponieren [ZuchardtNarr179]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

opponieren · Opponent · Opposition · oppositionell
opponieren Vb. ‘Einwendungen machen, sich widersetzen, widerstreben’, entlehnt (15. Jh.) zunächst als Fachwort der Schulsprache ‘eine gegensätzliche Meinung vertreten’ (bei Abschlußprüfungen, später Doktorpromotionen) aus lat. oppōnere ‘(zum Schutz, zur Abwehr) entgegenstellen, gegenüberstellen, mit Worten entgegenhalten, entgegensetzen’; vgl. lat. pōnere ‘setzen, stellen, legen’. Opponent m. ‘Gegner im Redestreit, Widersacher’ (17. Jh.), lat. oppōnēns (Genitiv oppōnentis), Part. Präs. zu lat. oppōnere. Opposition f. ‘Gegensatz, Widerspruch, Gegnerschaft’ (16. Jh.), aus spätlat. oppositio (Genitiv oppositiōnis) ‘das Entgegensetzen’, danach (unter dem Einfluß von engl. frz. opposition) ‘die Politik der Regierung bzw. der Regierungspartei ablehnende Parteien oder Gruppen’, zunächst (Ende 18. Jh.) in Beschreibungen auf englische, dann (19. Jh.) auch auf deutsche parlamentarische Verhältnisse bezogen. oppositionell Adj. ‘zum Widerspruch neigend, gegensätzlich, gegnerisch, auf seiten der Opposition stehend’ (19. Jh.), nach gleichbed. engl. oppositional.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) auflehnen · (sich) erheben gegen · ↗(sich) sträuben · ↗(sich) widersetzen · ↗aufbegehren · opponieren · ↗protestieren · ↗rebellieren · ↗revoltieren  ●  ↗frondieren  veraltet · (den) Aufstand proben  geh., fig. · ↗aufmucken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
erwehren · opponieren · ↗widersetzen · ↗widerstehen
Synonymgruppe
Assoziationen
  • (die) Auseinandersetzung suchen · auf Konfrontationskurs gehen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktionär Beitritt Diktatur General Gewerkschaft Hauptversammlung Konvention Labour Minderheit Mindeststrafe Opposition Plan Regime Sozialist Vorhaben Wirtschaftsminister Zeitgeist dagegen energisch gewaltsam gleichzeitig heftig insbesondere koalieren mitregieren offen regieren tolerieren vehement vergeblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›opponieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn die Großen gemeinsam regieren, wer opponiert dann eigentlich noch?
Die Zeit, 01.12.2005, Nr. 49
Er verwies auf wiederholte Behauptungen, daß es ein Verbrechen sei, gegen die Politik der getrennten Entwicklung zu opponieren.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1964]
Falls diese Tatsache je bewiesen wird, soll er gewiß nicht für Taten bestraft werden, gegen welche er opponiert hat.
o. A.: Einhundertfünfzehnter Tag. Freitag, 26. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 19087
Da sie sich aus ästhetischen Gründen von den Nazis losgesagt hatten, wollten sie nur zu gerne glauben, ihnen auch politisch opponiert zu haben.
Lepenies, Wolf: Kultur und Politik, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 114
Weil es den Katholiken mißlang, auch nur geringfügige Konzessionen zu erreichen, opponierten sie gegen das Gesetz, bis es das Parlament durchlaufen hatte.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 10049
Zitationshilfe
„opponieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/opponieren>, abgerufen am 11.12.2019.

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