opportun

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungop-por-tun
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›opportun‹ als Letztglied: ↗inopportun  ·  mit ›opportun‹ als Grundform: ↗Opportunität
eWDG, 1974

Bedeutung

passend, zweckmäßig, angebracht
Beispiele:
etw. für opportun halten
ein Streit brach aus, ob dieses Verfahren opportun sei oder nicht
darüber zu diskutieren ist jetzt nicht opportun, erscheint mir nicht opportun
Danach wurde die Regierung gebeten, zum gegebenen Zeitpunkt und im opportunen Rahmen zu untersuchen, ob ... [CramerKonzessionen398]
Ihre Schwester möge sich eine opportunere Zeit aussuchen [RehfischHexen253]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

opportun · Opportunität · Opportunist · Opportunismus
opportun Adj. ‘genehm, gelegen, angebracht, der Gelegenheit folgend’, entlehnt (1. Hälfte 18. Jh., vielleicht früher) aus gleichbed. lat. opportūnus, eigentlich (aus der Seemannssprache) ‘zur Fahrt bequem’ (vom Wind), vgl. lat. portus ‘Einfahrt, Hafen’. Opportunität f. ‘passende Gelegenheit, Zweckmäßigkeit der Lage’ (17. Jh.), aus gleichbed. lat. opportūnitās (Genitiv opportūnitātis). Adjektiv und Substantiv werden unter dem Einfluß von frz. opportun und opportunité zum Schlagwort in Politik und Diplomatie. Opportunist m. ‘wer sich anpaßt, Gelegenheiten nutzt’ (Mitte 19. Jh.), dann ‘wer seine Politik aus Nützlichkeitserwägungen den Zeitumständen anpaßt, Vertreter des Opportunismus’ (2. Hälfte 19. Jh.), nach ital. opportunista, frz. opportuniste, letzteres zunächst für einen Vertreter der gemäßigten Republikaner unter Gambetta. Opportunismus m. ‘Gelegenheitspolitik, bereitwillige und rasche Anpassung an die politische Lage’ (Ende 19. Jh.), nach frz. opportunisme ‘politische Lehre, die das Vorgehen von den Umständen abhängig macht’, ital. opportunismo.

Thesaurus

Synonymgruppe
dienlich · ↗fruchtbar · ↗förderlich · ↗gewinnbringend · ↗gut · gute Dienste leisten · ↗günstig · ↗hilfreich · ↗lohnend · ↗nutzbringend · ↗nutzwertig · ↗nützlich · opportun · von Nutzen · von Vorteil · ↗vorteilhaft · ↗wertvoll · ↗zuträglich  ●  ↗ersprießlich  geh. · ↗gedeihlich  geh. · ↗sachdienlich  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon
Assoziationen
Antonyme
  • opportun

Typische Verbindungen
computergeneriert

Verhalten Zeitpunkt ansehen damals derzeit durchaus eben erachten erscheinen erscheinend es gar gerade kaum keineswegs mehr nicht politisch scheinen schienen vielleicht wenig wohl überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›opportun‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Opportun war aber selbst der französischen Regierung eine Fusion nicht.
Der Tagesspiegel, 26.07.2001
Irgendwann schien es auch den Medien nicht mehr opportun, an dem großen Monument zu kratzen.
Die Zeit, 10.02.2000, Nr. 7
Letzterer habe geantwortet, daß zur Zeit der Antrag nicht opportun sei und daher vorläufig abgelehnt werden müsse.
Friedländer, Hugo: Die Vorgänge in der Provinzial-Arbeitsanstalt zu Brauweiler vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 22592
Nur hält es der Polizeistaat bisweilen für opportun, nicht einzuschreiten.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 107
Das ist, wie Sie gesehen haben, im Augenblick nicht opportun.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 285
Zitationshilfe
„opportun“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/opportun>, abgerufen am 23.02.2019.

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