oppositionell

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung op-po-si-ti-onell · op-po-si-tio-nell
Wortzerlegung Opposition -ell
Wortbildung  mit ›oppositionell‹ als Grundform: Oppositionelle
Herkunft aus gleichbedeutend oppositionalengl
eWDG

Bedeutungen

1.
im Widerspruch stehend, Widerstand (gegen die Regierung, gegen die herrschende Klasse, Partei) leistend
Beispiele:
sein oppositionelles Verhalten
oppositionelle Bestrebungen, Tendenzen
eine oppositionelle Strömung, Richtung
schon zu Beginn des vorigen Jahrzehnts schlossen sich in Italien oppositionelle Künstler zu einer Gruppe zusammen [ Urania1964]
2.
Politik zur Opposition gehörend
entsprechend der Bedeutung von Opposition (2)
Beispiele:
ein oppositioneller Abgeordneter
eine oppositionelle Zeitung
die Oppositionellen stimmten gegen den Antrag
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

opponieren · Opponent · Opposition · oppositionell
opponieren Vb. ‘Einwendungen machen, sich widersetzen, widerstreben’, entlehnt (15. Jh.) zunächst als Fachwort der Schulsprache ‘eine gegensätzliche Meinung vertreten’ (bei Abschlußprüfungen, später Doktorpromotionen) aus lat. oppōnere ‘(zum Schutz, zur Abwehr) entgegenstellen, gegenüberstellen, mit Worten entgegenhalten, entgegensetzen’; vgl. lat. pōnere ‘setzen, stellen, legen’. Opponent m. ‘Gegner im Redestreit, Widersacher’ (17. Jh.), lat. oppōnēns (Genitiv oppōnentis), Part. Präs. zu lat. oppōnere. Opposition f. ‘Gegensatz, Widerspruch, Gegnerschaft’ (16. Jh.), aus spätlat. oppositio (Genitiv oppositiōnis) ‘das Entgegensetzen’, danach (unter dem Einfluß von engl. frz. opposition) ‘die Politik der Regierung bzw. der Regierungspartei ablehnende Parteien oder Gruppen’, zunächst (Ende 18. Jh.) in Beschreibungen auf englische, dann (19. Jh.) auch auf deutsche parlamentarische Verhältnisse bezogen. oppositionell Adj. ‘zum Widerspruch neigend, gegensätzlich, gegnerisch, auf seiten der Opposition stehend’ (19. Jh.), nach gleichbed. engl. oppositional.

Thesaurus

Synonymgruppe
antagonistisch · gegensätzlich · gegnerisch · oppositionell
Synonymgruppe
(einander) gegenübergestellt · anders als · gegenüber · im Gegensatz zu · im Kontrast zu · im Unterschied zu · im Vergleich zu · in Opposition zu · oppositionell  ●  adversativ  geh. · kontrastiv  geh. · oppositiv  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›oppositionell‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›oppositionell‹.

Verwendungsbeispiele für ›oppositionell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gegen ihn verbanden sich alle oppositionellen Elemente und so schlossen sich bürgerliche Demokraten und Ultramontane eng zusammen. [Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4862]
Das oppositionelle Engagement galt in beiden Fällen der neuen Ordnung, ihrer Verbesserung. [Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 94]
Aber diesem Sieg folgte keine Entspannung; vielmehr griff die oppositionelle Bewegung nun rasch auf den niederen Adel über. [Lutz, Heinrich: Der politische und religiöse Aufbruch Europas im 16. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1465]
Iranische Agenten unterwanderten seit Jahren systematisch die oppositionellen Organisationen im Exil. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1991]]
Er glaube, daß die Tendenz bestehe, in den Europarat oppositionelle Methoden hineinzubringen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1949]]
Zitationshilfe
„oppositionell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/oppositionell>.

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