Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

orakeln

Grammatik Verb · orakelt, orakelte, hat orakelt
Aussprache 
Worttrennung ora-keln
GrundformOrakel
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend etw. weissagen, in rätselhaften Andeutungen sprechen
Beispiele:
über etw., jmdn., von etw., jmdm. orakeln
über jmds. Pläne, von einer goldenen Zukunft orakeln
jeder orakelte, was nun werden würde
er orakelte, dass …
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Orakel · orakeln
Orakel n. ‘Schicksalsspruch, Weissagung, rätselhafter Ausspruch, Spruchstätte’. Lat. ōrāculum ‘Stätte der Göttersprucherteilung, Schicksalsspruch der Götter oder Priester, Weissagung’ (zu lat. ōrāre ‘reden, sprechen, bitten, beten’, auch ‘eine Ritualformel wirksam hersagen’; zu lat. ōs, Genitiv ōris, ‘Mund’) wird im 16. Jh. ins Dt. übernommen und neben der lat. Form, die bis ins 18. Jh. gebräuchlich bleibt, zugleich als Oracul, Orakel entlehnt. – orakeln Vb. ‘weissagen, in rätselhaften Andeutungen sprechen’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ankündigen · orakeln · prophezeien · voraussagen · vorhersagen · wahrsagen · weissagen  ●  eine Prognose aufstellen  variabel · augurieren  geh., bildungssprachlich, selten, lat., griechisch · prognostizieren  geh., griechisch · prädizieren  geh., lat.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(abenteuerliche) Vermutungen (anstellen) · (drauflos) spekulieren · Kaffeesatzleserei (betreiben) · Spekulationen anstellen · herumspekulieren · keine gesicherte Datenbasis (zugrunde legen) · orakeln · wilde Spekulationen (...) · zwischen den Zeilen (lesen)  ●  (herum)fantasieren  abwertend · (sich etwas) zusammenphantasieren  abwertend · (sich) in (abenteuerlichen) Spekulationen ergehen  variabel · (sich etwas) aus den Fingern saugen  ugs., fig. · herumraten  ugs. · herumspinnen  ugs., abwertend · herumspintisieren  geh., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›orakeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›orakeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›orakeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch bevor sie sich zu negativ äußern, orakeln sie lieber. [Süddeutsche Zeitung, 21.07.2001]
Demnächst, orakelt der Minister, werde auf die Regierung eine »ganz schwierige Entscheidung« zukommen. [Süddeutsche Zeitung, 20.03.2000]
Bereits mehrfach orakelten die Medien, dass sich der Kanzler vermutlich von ihm trennen werde. [Die Welt, 15.06.2000]
Zu früh, warnen die einen; zu spät, orakeln die anderen. [Bild, 26.09.2002]
Man tröstete sie und orakelte eine gute Wendung des Schicksals. [Die Zeit, 10.05.1996, Nr. 20]
Zitationshilfe
„orakeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/orakeln>.

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