ordnen

GrammatikVerb · ordnete, hat geordnet
Worttrennungord-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ordnen‹ als Erstglied: ↗Ordner  ·  mit ›ordnen‹ als Letztglied: ↗abordnen · ↗anordnen · ↗beiordnen · ↗einordnen · ↗hinordnen · ↗nachordnen · ↗nebenordnen · ↗umordnen · ↗unterordnen · ↗vorordnen · ↗zuordnen · ↗überordnen
 ·  mit ›ordnen‹ als Grundform: ↗verordnen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
etw. an einem bereits vorgesehenen Platz in einer bestimmten Reihenfolge unterbringen, Gegenstände, Ereignisse, Begriffe erfassen und systematisch zusammenfügen
Beispiele:
die Bücher (in den, in dem Schrank) ordnen
seine Papiere, Akten (auf dem Schreibtisch, in die Fächer) ordnen
die Blumen (zu einem Strauß, in die Vase) ordnen
der gesammelte Stoff muss gesichtet und geordnet werden
das Ordnen des Nachlasses
der ordnende Verstand
etw. sorgsam, sinnvoll, übersichtlich, chronologisch, peinlich genau ordnen
etw. nach der Größe, Dicke ordnen
ein nach Branchen geordnetes Adressenverzeichnis
Mit dem Ordnen (= Klassifizieren) der Gestirne beschäftigte man sich schon in geschichtlich frühen Zeiten [Urania1967]
etw. ordnet sich nach etw.etw. ist übersichtlich nach etw. gegliedert
Beispiel:
die Diskothek ordnet sich nach den Komponisten
etw. (wieder) in Ordnung, in einen ordentlichen Zustand bringen
Beispiele:
jmd. ordnet seine Kleidung, sein Haar
er musste erst seine Gedanken ordnen (= mußte überlegen)
Das Mädchen fuhr sich mit den Händen ordnend durch das Haar [AndresLiebesschaukel93]
2.
sich ordnensich aufstellen
Beispiele:
die Versammelten ordneten sich zum Festzug
der Festzug hatte sich geordnet
Es wurde befohlen, sich nach Sprachgruppen zu ordnen [E. ClaudiusGrüne Oliven39]
3.
jmds. Angelegenheiten ordnenjmds. Angelegenheiten regeln, klären
Beispiele:
seine persönlichen Angelegenheiten selbst ordnen
vor der großen Reise ordnete er seine privaten Verhältnisse
oft im Part. Prät.
Beispiele:
in geordneten Verhältnissen leben
ein geordnetes Leben führen
einer geordneten Beschäftigung nachgehen
Militär ein geordneter (= planmäßiger) Rückzug
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ordnen · Ordner · Ordnung
ordnen Vb. ‘in eine bestimmte Ordnung, richtige Reihenfolge, in einen ordentlichen Zustand bringen’, ahd. ordinōn ‘(an)ordnen, einreihen, einteilen, ordnungsgemäß erfüllen’ (9. Jh.), mhd. ordenen ‘in Ordnung bringen, anordnen’, entlehnt aus lat. ōrdināre ‘in Reihen anpflanzen, in Reih und Glied aufstellen, regeln, in ein Amt einsetzen’, abgeleitet von lat. ōrdo (Genitiv ōrdinis) ‘Reihe(nfolge), Glied, Stand, Ordnung’. Ordner m. ‘wer etw. nach bestimmten Gesichtspunkten gliedert, einteilt’, mhd. ordenære, auch ‘Anordner’. Ordnung f. ‘Gliederung, Einteilung, Zustand des Geordnetseins’, ahd. ordinunga ‘Reihe, Einrichtung’ (um 1000), mhd. ordenunge ‘Reihe(nfolge), Anordnung, Regel, Vorschrift, Einrichtung, Lebensweise’.

Thesaurus

Synonymgruppe
anlegen · ↗anordnen · ↗arrangieren · ↗aufbauen · ↗aufreihen · ↗aufstellen · ↗einrichten · ↗gestalten · ↗gliedern · ordnen · ↗rangieren · ↗realisieren · serialisieren · ↗strukturieren · ↗systematisieren · ↗zusammenstellen
Synonymgruppe
aufreihen · in eine Reihenfolge bringen · ordnen · sequentialisieren · sequenzialisieren
Synonymgruppe
gruppieren · ordnen · ↗organisieren · ↗sortieren · ↗zusammenstellen  ●  ↗kommissionieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
einrichten · ↗hinstellen · ordnen
Synonymgruppe
aufgliedern · ↗einordnen · ↗erfassen · ↗gruppieren · in einen Katalog aufnehmen · ↗katalogisieren · ordnen · ↗registrieren · ↗sortieren · ↗systematisieren · ↗unterteilen · ↗zusammenstellen  ●  ↗situieren  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
ordnen  ●  (die Dinge) in Ordnung bringen  auch figurativ · Ordnung schaffen  Hauptform · auf Vordermann bringen  fig. · ↗aufräumen  Hauptform · klar Schiff machen  fig. · ↗aufklaren  fachspr., Jargon, seemännisch
Unterbegriffe
  • (eine) Grundreinigung machen · ↗entrümpeln  ●  Grund reinbekommen  ugs. · Grund reinkriegen  ugs. · ↗ausmisten  ugs. · ausmüllen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angelegenheit Chaos Ding Finanzen Gedanke Gesichtspunkt Kategorie Nachlaß Reihenfolge Sachgebiet Verhältnis Zuständigkeit abordnen an anordnen chronologisch ein einordnen katalogisieren neu sammeln sichten sortieren straffen systematisch umordnen unterordnen zu zuordnen überordnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ordnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viel ist krebskrank, ihm bleibt nicht mehr endlos Zeit, die Dinge zu ordnen.
Der Tagesspiegel, 11.12.2000
Es sind Bilder aus den letzten 50 Jahren, nach Jahrzehnten geordnet, alle schwarz-weiß.
Die Welt, 13.05.2000
Sie versuchte, ihre nassen Haare mit der Hand zu ordnen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 154
Ihre Lektüre ordnete er durch eine Art Index verbotener Bücher.
Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 24361
Alles war gut, alles war geordnet; ich lernte, ich dichtete, ich lebte im Überfluß.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 1047
Zitationshilfe
„ordnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ordnen>, abgerufen am 13.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Ordinierung
ordiniert
ordinieren
Ordinationszimmer
Ordinationshilfe
Ordner
Ordnerbinde
Ordnung
Ordnungsamt
Ordnungsbegriff