Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ordnen

Grammatik Verb · ordnet, ordnete, hat geordnet
Aussprache 
Worttrennung ord-nen
Wortbildung  mit ›ordnen‹ als Erstglied: Ordner  ·  mit ›ordnen‹ als Letztglied: abordnen · anordnen · beiordnen · einordnen · hinordnen · nachordnen · umordnen · unterordnen · vorordnen · zuordnen · überordnen
 ·  mit ›ordnen‹ als Grundform: verordnen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. an einem bereits vorgesehenen Platz in einer bestimmten Reihenfolge unterbringen, Gegenstände, Ereignisse, Begriffe erfassen und systematisch zusammenfügen
Beispiele:
die Bücher (in den, in dem Schrank) ordnen
seine Papiere, Akten (auf dem Schreibtisch, in die Fächer) ordnen
die Blumen (zu einem Strauß, in die Vase) ordnen
der gesammelte Stoff muss gesichtet und geordnet werden
das Ordnen des Nachlasses
der ordnende Verstand
etw. sorgsam, sinnvoll, übersichtlich, chronologisch, peinlich genau ordnen
etw. nach der Größe, Dicke ordnen
ein nach Branchen geordnetes Adressenverzeichnis
Mit dem Ordnen (= Klassifizieren) der Gestirne beschäftigte man sich schon in geschichtlich frühen Zeiten [ Urania1967]
etw. ordnet sich nach etw.etw. ist übersichtlich nach etw. gegliedert
Beispiel:
die Diskothek ordnet sich nach den Komponisten
etw. (wieder) in Ordnung, in einen ordentlichen Zustand bringen
Beispiele:
jmd. ordnet seine Kleidung, sein Haar
er musste erst seine Gedanken ordnen (= musste überlegen)
Das Mädchen fuhr sich mit den Händen ordnend durch das Haar [ AndresLiebesschaukel93]
2.
sich ordnensich aufstellen
Beispiele:
die Versammelten ordneten sich zum Festzug
der Festzug hatte sich geordnet
Es wurde befohlen, sich nach Sprachgruppen zu ordnen [ E. ClaudiusGrüne Oliven39]
3.
jmds. Angelegenheiten ordnenjmds. Angelegenheiten regeln, klären
Beispiele:
seine persönlichen Angelegenheiten selbst ordnen
vor der großen Reise ordnete er seine privaten Verhältnisse
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
in geordneten Verhältnissen leben
ein geordnetes Leben führen
einer geordneten Beschäftigung nachgehen
Militärein geordneter (= planmäßiger) Rückzug
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ordnen · Ordner · Ordnung
ordnen Vb. ‘in eine bestimmte Ordnung, richtige Reihenfolge, in einen ordentlichen Zustand bringen’, ahd. ordinōn ‘(an)ordnen, einreihen, einteilen, ordnungsgemäß erfüllen’ (9. Jh.), mhd. ordenen ‘in Ordnung bringen, anordnen’, entlehnt aus lat. ōrdināre ‘in Reihen anpflanzen, in Reih und Glied aufstellen, regeln, in ein Amt einsetzen’, abgeleitet von lat. ōrdo (Genitiv ōrdinis) ‘Reihe(nfolge), Glied, Stand, Ordnung’. – Ordner m. ‘wer etw. nach bestimmten Gesichtspunkten gliedert, einteilt’, mhd. ordenære, auch ‘Anordner’. Ordnung f. ‘Gliederung, Einteilung, Zustand des Geordnetseins’, ahd. ordinunga ‘Reihe, Einrichtung’ (um 1000), mhd. ordenunge ‘Reihe(nfolge), Anordnung, Regel, Vorschrift, Einrichtung, Lebensweise’.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufreihen · in eine Reihenfolge bringen · ordnen · sequentialisieren · sequenzialisieren
Synonymgruppe
gruppieren · ordnen · organisieren · sortieren · zusammenstellen  ●  kommissionieren  fachspr.
Synonymgruppe
einrichten · hinstellen · ordnen
Synonymgruppe
aufgliedern · einordnen · erfassen · gruppieren · in einen Katalog aufnehmen · katalogisieren · ordnen · registrieren · sortieren · systematisieren · unterteilen · zusammenstellen  ●  situieren  fachspr.
Synonymgruppe
(die Sachen) wegräumen · (etwas) aufbereiten · (etwas) in Form bringen · (etwas) in Ordnung bringen · (etwas) in Schuss bringen · (etwas) ordentlich herrichten · (etwas) ordnen · alles an seinen Platz räumen (/ stellen / tun)  ●  (etwas) auf Vordermann bringen  fig. · Ordnung schaffen  Hauptform · aufräumen  Hauptform · klar Schiff machen  fig., sprichwörtlich · (etwas) aufklaren  fachspr., Jargon, seemännisch
Assoziationen
  • putzen · reinigen · sauber machen · saubermachen · säubern  ●  purifizieren  fachspr.
  • sich Übersicht verschaffen  ●  versuchen, durchzublicken  ugs.
  • (es) könnte nicht besser sein · alles bestens · alles gut · alles in Ordnung · alles okay  ●  (ich sehe) keine Probleme  ugs., variabel · Läuft.  ugs., Jargon · alles im grünen Bereich  ugs. · alles in (bester) Butter  ugs., sprichwörtlich · alles paletti  ugs. · alles roger  ugs. · alles takko  ugs., salopp

Typische Verbindungen zu ›ordnen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ordnen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ordnen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie versuchte, ihre nassen Haare mit der Hand zu ordnen. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 154]
Manchmal war dieses Bild falsch, und manchmal weigerten sich die Teile einfach, sich in der richtigen Reihenfolge zu ordnen. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 215]
Nur so kann das Erwarten ein soziales Feld mit mehr als einem Teilnehmer ordnen. [Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 411]
Ihre Lektüre ordnete er durch eine Art Index verbotener Bücher. [Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 24361]
Niemals hatte sich die Bank darangemacht, die Akten zu ordnen. [Die Zeit, 13.08.1998, Nr. 34]
Zitationshilfe
„ordnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ordnen>.

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