organisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungor-ga-nisch
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›organisch‹ als Letztglied: ↗anorganisch · ↗unorganisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
ein Organ des Körpers betreffend
Beispiele:
ein organisches Leiden, organischer Fehler
organische Störungen, Schäden, Krankheiten
jmd. ist organisch gesund
ich bin nicht organisch krank
2.
Gegenwort zu anorganisch
a)
belebt, zur lebenden Natur gehörend
Beispiele:
organische Substanzen
organischer Dünger
b)
Beispiele:
die organische (= Kohlenstoffverbindungen betreffende) Chemie
organische Säuren, Flüssigkeiten, Verbindungen
3.
mit einem größeren Ganzen eine Einheit bildend
Beispiele:
ein organischer Bestandteil, Aufbau, Zusammenhang
diese Ausstellung war ein organisches Ganzes
etw. ist organisch gewachsen, ist organisch in etw. eingebaut, ist organisch mit etw. verbunden
die Handlung des Theaterstückes ist organisch aufgebaut, gegliedert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Organ · organisch · anorganisch · Organismus · organisieren · Organisation · reorganisieren
Organ n. ‘Werkzeug, Hilfsmittel’ (16. Jh.), ‘Teil eines lebendigen Ganzen, funktioneller Körperteil, Stimme’ (18. Jh., vgl. Sinnes-, Geistes-, Sprachorgan, inneres Organ). Entlehnung (Organum, Organon 16. bis 19. Jh., Organ seit 18. Jh.) von lat. organum ‘Werkzeug, (Musik)instrument’, griech. órganon (ὄργανον) ‘Werkzeug, Gerät, Instrument, Sinneswerkzeug’, das im Ablaut zu griech. érgon (ἔργον) ‘Werk, Sache’ (s. ↗Energie) steht. Unter dem Einfluß von frz. organe stehen Verwendungen wie ‘offizielle Zeitschrift einer Körperschaft’ (19. Jh., vgl. Presse-, Parteiorgan), ‘befugte, mit einer bestimmten Funktion beauftragte Person(engruppe)’ (20. Jh.). organisch Adj. ‘ein Körperorgan betreffend, von ihm ausgehend, der belebten Natur angehörend, gegliedert, geordnet’ (Mitte 18. Jh.), vgl. lat. organicus, griech. organikós (ὀργανικός) ‘als Werkzeug dienend, wirksam, praktisch’; zunächst gebräuchlich in Naturwissenschaft und Philosophie (vgl. organische Körper, Geschöpfe), dann (Anfang 19. Jh.) unter Einfluß von frz. organique auch auf Politik und Recht ausgedehnt (vgl. organisches Gesetz, frz. loi organique). anorganisch Adj. ‘unbelebt, nicht Kohlenstoff enthaltend’ (Anfang 19. Jh.). Organismus m. ‘selbständiges Lebewesen, Gefüge, einheitlich gegliedertes Ganzes’ (18. Jh.), latinisierende Bildung nach gleichbed. frz. organisme. organisieren Vb. ‘systematisch vorbereiten, aufbauen, gestalten, (sich) in einem Verband, zu bestimmten Zwecken zusammenschließen’, entlehnt (18. Jh.) aus gleichbed. frz. organiser; vgl. mlat. organizare ‘bilden, gestalten’. Organisation f. ‘Einrichtung, Gestaltung, Bildung’, zunächst im medizinisch-naturwissenschaftlichen und philosophisch-ästhetischen Sinne vom Wesen, vom körperlichen und seelischen Zustand des Menschen (2. Hälfte 17. Jh.), unter dem Einfluß des Gedankenguts der französischen Revolution übertragen auf staatliche Einrichtungen, wirtschaftliche, politische Gebilde (18. Jh.), ‘systematische Vorbereitung zusammenwirkender Abläufe bzw. Arbeitsprozesse’ (19. Jh.), ‘einheitlicher Zusammenschluß von Personen, Verband, Partei’ (20. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. organisation. reorganisieren Vb. ‘neugestalten, neuordnen’ (19. Jh.), frz. réorganiser.

Typische Verbindungen zu ›organisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›organisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›organisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Organisches Wachstum steht an erster Stelle, aber wenn wir im Inland eine Chance sehen, werden wir sie nutzen.
Der Tagesspiegel, 17.09.2004
Wir werden allerdings mehr tun müssen, als allein organisch zu wachsen.
Süddeutsche Zeitung, 25.08.1999
Es war für die Kirche noch günstiger als das »Organische Gesetz« von 1802.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 1807
Auch die Musik dürfte schon ein Stadium weitgehender organischer Entwicklung erreicht haben.
Angelis, Alberto de u. a.: Rom. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 35120
Hier kann man in einem gewissen Sinne von einem organischen Zusammenwachsen sprechen.
Gigon, Olof: Das hellenische Erbe. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 8023
Zitationshilfe
„organisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/organisch>, abgerufen am 31.03.2020.

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