Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

orten

Grammatik Verb · ortet, ortete, hat geortet
Aussprache 
Worttrennung or-ten
Wortbildung  mit ›orten‹ als Erstglied: Orter · Ortung
eWDG

Bedeutung

Flugwesen, Seemannssprache den Standort von etw. bestimmen
Beispiele:
ein Schiff, das Flugzeug (über Radar) orten
Heringsschwärme konnten mit dem Echolot geortet werden
die unterirdische Explosion konnte man orten
das genaue Orten unterirdisch verlegter Kabel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ort · orten · örtlich · Örtlichkeit · Ortschaft · Örtchen
Ort m. ‘Stelle, Platz, Punkt, Gegend, Ortschaft’, ahd. ort ‘Spitze, Endpunkt, Ecke’ (8. Jh.), mhd. ort ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze (besonders einer Waffe, eines Werkzeugs), Ecke, Rand, Himmelsgegend, Platz, Stelle’, asächs. ord ‘Spitze’, mnd. ort, mnl. ort, oort ‘Punkt, Kante, Rand, Ecke’, nl. oord ‘Gegend, Land, Stelle, Platz’, aengl. ord, anord. oddr ‘Spitze, Speer, Anführer’, schwed. udd ‘Spitze’ führen auf eine Bildung mit Dentalsuffix germ. *uzda- ‘Spitze’. Weitere Herkunft ungewiß. Man versucht, aind. vas- ‘spalten, schneiden, töten, stechen’, alban. usht ‘Ähre’, lit. usnìs ‘Distel’, lett. usne ‘Acker-, Saudistel’, air. fennaid (aus *u̯esnāti) ‘schindet’ heranzuziehen, und erschließt eine Wurzel ie. *u̯es- ‘stechen’. Die alte Bedeutung ‘Spitze’ ist noch landschaftlich in Ort ‘Schusterahle, Pfriem’ erhalten, im Sinne von ‘äußerstes Ende, Ecke’ in Ortsbezeichnungen wie Darßer Ort, Ruhrort und in der Bergmannssprache vor Ort ‘an der Spitze, am Ende eines Grubengangs’. orten Vb. ‘die augenblickliche Position (eines Flugzeugs, Schiffes) bestimmen’ (20. Jh.), älter (auch mit Umlaut örten) ‘sich erstrecken, auslaufen, zu Ende gehen’ (18. Jh.), bergmännisch ‘unter einem spitzen Winkel aufeinandertreffen (von Gängen, Klüften)’ (16. Jh.); vgl. ahd. ortōn ‘einer Sache Ecken geben, sie begrenzen’ (um 1000). örtlich Adj. ‘auf eine bestimmte Stelle beschränkt, einen bestimmten Ort betreffend, zu ihm gehörend, lokal’ (Anfang 18. Jh.); Örtlichkeit f. ‘Gelände, Gegend, bestimmter Platz’ (18. Jh.). Ortschaft f. ‘Siedlung, Dorf, Gemeinde’ (18. Jh.). Das Deminutivum Örtchen n. steht verhüllend für ‘Abtritt’ (17. Jh.), wie zuvor vereinzelt auch Ort (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anpeilen · lokalisieren · orten · peilen
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›orten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›orten‹.

Verwendungsbeispiele für ›orten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Ursache des Problems ortet er in einem unsachgemäßen Gebrauch individueller Freiheit. [Die Zeit, 24.10.1997, Nr. 44]
Aber wie sollte es die Münzen aus der Ferne orten können? [Die Zeit, 14.09.2009, Nr. 37]
Sein größtes Problem ortet er aber im Kopf: "eingerostet" sei der. [Süddeutsche Zeitung, 27.08.2003]
Aber so banal lässt sich der wohl weltweit populärste Dirigent der Werke Bachs nicht orten. [Süddeutsche Zeitung, 28.05.2003]
Über die Verzerrungen des selbst erzeugten elektrischen Feldes werden Objekte geortet. [Heiligenberg, Walter: Elektrische Sinne und ihre Rolle bei der Orientierung und Kommunikation. In: Dudel, Josef u. a. (Hgg.) Neurowissenschaft, Berlin: Springer 1996, S. 428]
Zitationshilfe
„orten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/orten>.

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