ostelbisch

Grammatik Adjektiv · indeklinabel
Aussprache [ˈɔstʔɛlbɪʃ]
Worttrennung ost-el-bisch
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

zu Ostelbien, einem (historischen) Gebiet östlich der Elbe, gehörend, den Landstrich, die Menschen, die dort leben, betreffend
Beispiele:
Storys über die DDR muss er [der aus der Niederlausitz stammende Politiker Dietmar Woidke] sich nicht ausdenken, sich den ostelbischen Stallgeruch auch nicht aufs Jackett reiben, wie das manche aus dem Westen importierte Politiker tun. Woidke war eben dabei. Er hat fast alles mitgemacht, was man als Ostdeutscher in den vergangenen 50 Jahren erleben und zuweilen durchleiden musste. [Welt am Sonntag, 14.04.2019]
[…] gerade Mecklenburg verfügt über so viele Herrenhäuser und Schlösser, dass sie keine Verwendung mehr dafür finden. Wer sich den Traum einer fürstlichen Residenz erfüllen möchte, der kann mal auf Gutdorf.de vorbeischauen. Das Immobilienportal widmet sich ausschließlich den Landschlössern, Guts‑ und Herrenhäusern des ostelbischen Raumes. [Lady-Tipps, 20.01.2019, aufgerufen am 16.10.2019]
Vor ein paar Tagen saß ich mit ostelbischen Kollegen in unserer Kantine. Sie sprachen über Kaffeemaschinen. [Berliner Zeitung, 09.11.2004]
Ein großes Lob den ostelbischen Kranichberingern für ihren wichtigen und zeitaufwendigen Einsatz beim Ausspähen und Einfangen der noch flugunfähigen Jungkraniche. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2004]
Es war […] die »unwiderbringlich letzte Pressekonferenz«, zu der die Ausländerbeauftragte der ostelbischen Regierung [in Sachsen-Anhalt], Almuth Berger, hatte laden können. Freilich vor allem Anlaß zur Rückschau auf eine kaum halbjährige Amtszeit, die immerhin direktes Ergebnis hiesiger Demokratiebewegung des 89er Herbstes war[…]. [Neues Deutschland, 03.10.1990]
historisch aus dem Gebiet östlich der Elbe einer früheren Geschichtsepoche stammend
Beispiele:
Gegensätzliche Entwicklungen verliefen parallel: die Dynamik der Industriegesellschaft mit ihren sozialen Emanzipationsbewegungen und die Beharrungskräfte des ostelbischen Junkertums. [Welt am Sonntag, 28.10.2018]
Ostelbische Ordensrittenburgen aus dem späten Mittelalter waren die architektonische Inspiration für den Bau aus dunklem Ziegelstein […]. [Welt am Sonntag, 25.03.2018]
[…] der Kern des politischen Adels sei ostelbisch gewesen, und dem sei nach 1945 buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen worden. [Die Zeit, 07.10.2010]
Die Wenden waren ein ostelbisches, auf Flüssen herumfahrendes Volk. [Bild, 20.10.2006]
Die entstehende Bundesrepublik sah sich einer Reihe tiefgreifender Veränderungen ausgesetzt[…]. Zunächst hatte sie ein völlig anderes Staatsgebiet als das Vorkriegs‑Deutschland; der Einfluss der ostelbischen Junker auf die deutsche Politik war verschwunden. [Neue Zürcher Zeitung, 25.01.1999]
Die Begriffe »ostelbische Junkerschaft«, »preußische Junkerkreise«, »Großagrarier in Ostelbien« und der pauschal verwendete Terminus »Ruhrindustrielle« verraten die Handschrift eines Historikers, der zumindest früher auf dem Boden des historischen Materialismus stand. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.1996]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›ostelbisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ostelbisch‹.

Zitationshilfe
„ostelbisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ostelbisch>, abgerufen am 23.04.2021.

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