outrieren

GrammatikVerb · outrierte, hat outriert
Aussprache
Worttrennungou-trie-ren · out-rie-ren (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltend in etw. übertreiben, etw. zu dick auftragen
Beispiele:
Natürlich outriert man nicht, man gehört nicht zu den Provinzschauspielern [M. WalserHalbzeit39]
Er nahm sich vor, einen gewissen Hochmut zu outrieren [St. ZweigNovellen2,24]

Thesaurus

Synonymgruppe
übertrieben darstellen · ↗überzeichnen · ↗überziehen  ●  ↗chargieren  fachspr. · outrieren  geh.
Assoziationen
  • (es) auf die Spitze treiben · ↗(es) übertreiben · (jemandes) Temperament geht mit ihm durch · des Guten zu viel tun · mehr tun als gut wäre · mehr tun, als richtig ist · übereifern · ↗übersteigern · ↗überziehen  ●  (es) zu toll treiben  ugs. · ↗(sich) reinsteigern  ugs. · das Kind mit dem Bade ausschütten  ugs., fig. · den Bogen überspannen  ugs., fig. · exorbitieren  geh., veraltet · ins Aschgraue gehen  ugs. · mit Kanonen auf Spatzen schießen  ugs., fig. · nicht mehr feierlich sein  ugs. · zu weit gehen  ugs. · über das Ziel hinausschießen  ugs., fig.
  • klischeeartig · klischeebeladen · ↗klischeehaft · ↗schablonenhaft · ↗stereotyp · voller Klischees
  • Overacting · ↗Überzeichnung · übertriebene Darstellung
  • (kräftig) vom Leder ziehen · (viel) Wirbel machen (um) · ↗aufbauschen · dick auftragen · ↗dramatisieren · ↗hochspielen · ↗übertreiben  ●  (viel) Wind machen (um)  fig. · ↗aggravieren  fachspr., medizinisch, selten · aus einer Mücke einen Elefanten machen  ugs., fig.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er macht das auch hier wieder nicht schlecht, wenn auch reichlich outriert.
Süddeutsche Zeitung, 28.07.1995
Er outriert bis über die Grenze zur ordinären Schmiere hinaus.
Die Welt, 28.10.2003
Keine Geste wirkt outriert, keine Bewegung falsch, jede Einstellung hinterläßt das Gefühl, als könne es nur so und nicht anders sein.
konkret, 1989
Zugegeben man kann den Avantgardismus auch auf die Spitze treiben, literarische Moden und Schulen outrieren.
Die Zeit, 16.09.1948, Nr. 38
Nur darf man nicht outrieren und die ausgesprochen fanatischen Politiker entgegengesetzter Richtungen und untreue Flirts mit einstigen und jetzigen Angebeteten an einen Tisch setzen.
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16801
Zitationshilfe
„outrieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/outrieren>, abgerufen am 21.10.2019.

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