Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

päpstlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung päpst-lich
Mehrwortausdrücke  päpstlicher als der Papst
eWDG

Bedeutung

zum Papst gehörig, vom Papst ausgehend
Beispiele:
ein päpstlicher Erlass, päpstliches Rundschreiben, päpstlicher Gesandter
den päpstlichen Segen erteilen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Papst · päpstlich · Papsttum
Papst m. Bischof von Rom und Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, ahd. (um 1000), mhd. bābes, (seit dem 13. Jh. mit unorganischem -t) bābest. Zugrunde liegt der der Kindersprache entstammende reduplizierende Vokativ (später mit regulär hinzugebildeter Flexion) griech. páppa (πάππα), lat. pappa, pāpa ‘Vater’. In der Kirchensprache (seit 3. Jh.) gilt lat. pāpa als Anrede und Bezeichnung für Bischöfe, Patriarchen, Äbte, besonders für den Bischof von Rom, der diesen Titel seit dem 9. Jh. (1075 durch Gregor VII. bestätigt) allein führt. Darauf beruhendes afrz. pape ‘Papst’ entwickelt eine (analog zu anderen maskulinen Substantiven mit -s versehene) Nebenform papes, die am Niederrhein in germ. Sprachen aufgenommen wird (vgl. asächs. pāƀos, mnd. pāwes(t), mnl. pāus, paewes, pāves, nl. paus) und nach dem Süden vorrückt, der nicht vor dem 10./11. Jh. (ahd. bābes, Notker, s. oben) erreicht wird. Kirchenlat. pāpa ist bewahrt in früher entlehntem aengl. pāpa (engl. pope). Die Form Papst setzt sich erst spät durch; Luther schreibt wechselnd Babst und Bapst, das 17. Jh. bevorzugt Pabst, Adelung (1798) führt mit neuer Anlehnung an das lat. Vorbild die Schreibung Papst ein. – päpstlich Adj. ‘den Papst, das Papsttum betreffend, zu ihm gehörig, von ihm ausgehend’, mhd. bæbestlich. Papsttum n. ‘Wesen, Würde des Papstes, Herrschaft des Papstes’, mhd. bābestuom.

Typische Verbindungen zu ›päpstlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›päpstlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›päpstlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sicher gab es in der Nähe der päpstlichen Gemächer eine kleine Küche. [Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 116]
Durch die päpstliche Politik war sie ein Instrument der Kirche geworden. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 59]
Nicht unerwähnt darf das bis ins einzelne festgelegte päpstliche Zeremoniell bleiben. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 629]
Wohl über 10 Jahre gehörte er der päpstlichen Kapelle an. [Schmidt-Görg, Joseph: Arcadelt. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 24647]
Nur ein einziger Baum müsse der päpstlichen Vertretung weichen, und selbst den werde man sorgsam verpflanzen. [Die Zeit, 12.09.1997, Nr. 38]
Zitationshilfe
„päpstlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/p%C3%A4pstlich>.

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