pöbelhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungpö-bel-haft
WortzerlegungPöbel-haft
Wortbildung mit ›pöbelhaft‹ als Erstglied: ↗Pöbelhaftigkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend nach der Art des Pöbels
entsprechend der Bedeutung von Pöbel
Beispiele:
ein pöbelhaftes Benehmen
die pöbelhaften Landsknechte nahmen eine drohende Haltung gegen die verängstigten Menschen […] ein [Kellerm.Totentanz277]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pöbel · pop(e)lig · pöbelhaft · pöbeln · anpöbeln
Pöbel m. ‘rohe Volksmasse’. Mhd. bovel, povel (seit 1200), popil (13. Jh.), povil, bofel (1. Hälfte 14. Jh.) ‘Volk, Volksmenge, Leute’, frühnhd. (bis ins 15. Jh. ohne verächtlichen Nebensinn) bovel, povel, pofel, poffel, (mit Umlaut seit 15. Jh.) pöfel, pöffel, pövel, bei Luther Pübel, Pubel, Pobel, schließlich Pöbel ‘Volksmenge, einfaches, gemeines Volk’ ist entlehnt aus afrz. pueple, pople ‘Volk, Bevölkerung, Leute, Menge’ (frz. peuple), das auf lat. populus ‘Volk’ beruht. Direkt aus lat. populus stammt mnd. pōpel ‘niederes Volk’; dazu pop(e)lig Adj. ‘armselig, dürftig, knauserig’ (Mitte 19. Jh.). pöbelhaft Adj. ‘gemein, roh, unfein’ (Mitte 18. Jh.). pöbeln Vb. ‘sich wie der Pöbel verhalten’ (Ende 19. Jh.), auch ‘durch flegelhaftes Benehmen, beleidigende Äußerungen provozieren, randalieren’ (20. Jh.). anpöbeln Vb. ‘mit derben Worten belästigen’ (Anfang 20. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bevorzuge die inhaltliche Diskussion und weniger die pöbelhafte Auseinandersetzung.
Die Welt, 17.05.2004
Das war vor 30 Jahren noch ein häufiger Erziehungstadel gegen pöbelhafte Distanzlosigkeit.
Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000
Vor diesem pöbelhaften Abschaum - bestimmt keine HSV-Fans - kann man nur ausspucken.
Bild, 27.12.1997
Ihre Mitspieler, auch solche mit Namen, behandelt sie vorzugsweise von oben herab, mit fast pöbelhafter Hochmütigkeit.
Die Zeit, 20.02.1961, Nr. 08
Berlin hat auch am sklavischsten von allen Städten des Kontinents die amerikanische Reklame übernommen mit all ihrer pöbelhaften Laune, ihrer Rüpelhaftigkeit, Aufdringlichkeit und Geschmacklosigkeit.
Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 6
Zitationshilfe
„pöbelhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pöbelhaft>, abgerufen am 18.04.2019.

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