Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

pachten

Grammatik Verb · pachtet, pachtete, hat gepachtet
Aussprache 
Worttrennung pach-ten
GrundformPacht
Wortbildung  mit ›pachten‹ als Erstglied: Pachtgarten · Pachtland · Pachtung · Pächter
 ·  mit ›pachten‹ als Letztglied: verpachten

Bedeutungsübersicht+

  1. etw., besonders ein Grundstück, gegen ein Entgelt (vorübergehend) nutzen
    1. [umgangssprachlich, übertragen] ...
eWDG

Bedeutung

etw., besonders ein Grundstück, gegen ein Entgelt (vorübergehend) nutzen
Beispiel:
ein Grundstück, einen Garten pachten
umgangssprachlich, übertragen
etw. für sich gepachtet habenetw. nur für sich in Anspruch nehmen
Beispiel:
er scheint die Schlauheit, Weisheit für sich gepachtet zu haben (= er glaubt, dass er der Klügste wäre)
jmdn. pachten
Beispiel:
sie tut, als ob sie dich gepachtet hätte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pacht · pachten · verpachten · Pächter · Pachtgeld · Pachtzins
Pacht f. ‘vertraglich festgelegte Nutzung gegen Entgelt, das Entgelt des Pächters für die Nutzung, Pachtzins’. Vlat. *pacta ‘Vertrag, Steuer’, der als Fem. Sing. aufgefaßte Plur. von lat. pactum (s. Pakt), wird vor der hd. Lautverschiebung entlehnt und lebt weiter in mhd. phaht(e) f., phaht m. ‘(kaiserliches) Recht, Gesetz, durch das Gesetz bestimmter Rang, Stand, Vertrag, Zins’. Die noch bei Stieler (1691) angeführte hd. Form Pfacht verliert sich im 18. Jh., bleibt aber in obd. Mundarten (Pfacht, Facht ‘Vertrag, Satzung, Eichung’) erhalten. In der Literatursprache setzt sich seit dem 16./17. Jh. auf westmd. Mundarten beruhendes Pacht durch; vgl. auch mnd. mnl. nl. pacht. – pachten Vb. ‘gegen Entgelt zu befristeter Nutzung übernehmen’, westmd. pachten (15. Jh.), mhd. phahten ‘gesetzlich oder vertraglich bestimmen, ermessen, ergründen’. verpachten Vb. ‘gegen Entgelt zu befristeter Nutzung überlassen’ (17. Jh.), zuvor obd. verpfachten (14. Jh.). Pächter m. ‘wer etw. gepachtet hat’ (Ende 18. Jh.), älter Pachter (17. Jh., noch bei Goethe und Schiller). Pachtgeld n. (16. Jh.), Pachtzins m. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anmieten · leasen · mieten · pachten

Typische Verbindungen zu ›pachten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pachten‹.

Verwendungsbeispiele für ›pachten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gelingt, ihre ehemaligen Häuser von den inzwischen geschiedenen Frauen zu pachten. [Rathenow, Lutz: Die Geborgenheit. In: ders., Die lautere Bosheit, Remchingen: Maulwurf 1992, S. 3]
Vor kurzem konnten sie das Haus für 99 Jahre pachten. [Die Zeit, 05.08.1994, Nr. 32]
Es hat die Moral gepachtet, aber den Zins will es nicht bezahlen. [Süddeutsche Zeitung, 18.11.2000]
Wer das bietet, möglichst aus einer Hand, hat das Wachstum praktisch gepachtet. [Die Welt, 21.10.1999]
Dann könnten sie ihren ehemaligen Besitz pachten – aber immer nur für ein Jahr. [Bild, 19.04.2003]
Zitationshilfe
„pachten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pachten>.

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