packen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung pa-cken
Wortbildung  mit ›packen‹ als Erstglied: Packeis · Packer · Packesel · Packlage · Packleinen · Packleinwand · Packmaß · Packmeister · Packnadel · Packpapier · Packraum · Packschnee · Packstation · Packtasche · Packtisch · Packung · Packwagen · Packzettel · packend
 ·  mit ›packen‹ als Letztglied: abpacken · anpacken · aufpacken · auspacken · beipacken · bepacken · einpacken · fortpacken · hineinpacken · umpacken · vollpacken · wegpacken · zupacken · zusammenpacken
 ·  mit ›packen‹ als Grundform: verpacken

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨etw. in etw. packen⟩ etw. in etw. legen (und schichten)
    1. ⟨etw. packen⟩ in etw. alle Dinge legen, schichten, die man für etw. benötigt
  2. 2. nach jmdm., etw. derb fassen und ihn, es festhalten
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] ⟨etw. packt jmdn.⟩ etw. überkommt und ergreift jmdn. unwiderstehlich
  3. 3. ⟨etw. packt jmdn.⟩ etw. erweckt ganz stark jmds. Interesse, Aufmerksamkeit
    1. ⟨packend⟩ interessant, fesselnd
  4. 4. [salopp, derb] ⟨sich packen⟩ sich fortscheren
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. in etw. packenetw. in etw. legen (und schichten)
Beispiele:
Wäsche, Kleider in den Schrank, Koffer packen
die Hefte, Bücher in die Mappe packen
das Gepäck in den Wagen packen
Lebensmittel, Konserven (zum Versand) in Kisten packen
umgangssprachlichdas kranke Kind ins Bett packen (= zu Bett bringen)
etw. packenin etw. alle Dinge legen, schichten, die man für etw. benötigt
Beispiele:
den Schulranzen packen
seinen Koffer, Tornister, Rucksack packen (= reisefertig machen)
umgangssprachlichseine Siebensachen packen (= sich reisefertig machen)
ein Paket, Päckchen packen (= zum Versand fertig machen)
2.
nach jmdm., etw. derb fassen und ihn, es festhalten
Beispiele:
er packt und schüttelt ihn
sie packt das Kind im richtigen Gefahrenmoment
das Raubtier packt mit seinen Zähnen die Beute
jmds. Hand, Arm packen
er packte ihn beim, am Arm
umgangssprachlich, scherzhaftjmdn. am, beim Schlafittchen packen
jmdn. an, bei der Schulter, Kehle, Gurgel packen
umgangssprachlichjmdn. am, beim Kragen packen
bildlich
Beispiele:
jmdn. bei seiner Ehre packen (= jmds. Ehrgefühl zu wecken suchen)
ein Übel an der Wurzel packen (= ein Übel von Grund auf bekämpfen)
umgangssprachlichdie Gelegenheit beim Schopfe packen (= sie entschlossen wahrnehmen, ausnutzen)
umgangssprachlichden Stier bei den Hörnern packen (= entschlossen an eine schwierige Aufgabe herangehen)
umgangssprachlich etw. packt etw., jmdn.etw. erfasst etw., jmdn.
Beispiele:
der Sturm packte den Mann und riss ihn zu Boden
mannshohe Wellen packten das Boot
sie wurde von einem heftigen Fieber gepackt
übertragen etw. packt jmdn.etw. überkommt und ergreift jmdn. unwiderstehlich
Beispiele:
Ärger, Erregung, Wut, Grimm, Entsetzen packte ihn
von Leidenschaft, Sehnsucht, Abenteuerlust gepackt werden
3.
etw. packt jmdn.etw. erweckt ganz stark jmds. Interesse, Aufmerksamkeit
Beispiele:
das Theaterstück packte die Zuschauer
der Vortrag packte die Zuhörer
packendinteressant, fesselnd
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
ein packender Roman, Film
ein packendes Rennen, Spiel
4.
salopp, derb sich packensich fortscheren
Beispiele:
pack dich!
er soll sich packen
packt (= schert) euch zum Teufel!
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pack · Packen · Päckchen · Pack
Pack m. (älter auch n.) ‘größere Anzahl aufeinandergeschichteter und zu einem Bündel verschnürter Dinge’, mhd. nur als Deminutivum backel ‘Wolleballen’ (13. Jh., nach dem Vorbild von mlat. paculum?) bezeugt, ist seit dem 16. Jh. als Übernahme aus dem Nd. (mnd. pak n., packe f. ‘Packen, Bündel, Gepäck’) gebräuchlich. Zugrunde liegt mnl. pac ‘Packen, Bündel’ (12. Jh.; nl. pak), ein Ausdruck des flandrischen Wollhandels, der auch in andere europ. Sprachen entlehnt wird, vgl. mengl. packe, engl. pack, anord. pakki, ital. pacco, mlat. paccus ‘Bündel, Ballen’ sowie frz. paquet (s. Paket). Die Herkunft des nl. Substantivs ist ungeklärt. Wegen der auffälligen semantischen Ähnlichkeit wird Zusammenhang mit der bei Bagage (s. d.) angeführten, gleichfalls etymologisch dunklen Wortgruppe von afrz. bague ‘Bündel, Gepäck’, frz. (landschaftlich) bagues Plur. ‘Gepäck, Kleidung’ erwogen, zu der sich offenbar auch engl. bag ‘Beutel, Tasche, Ballen’, anord. baggi ‘Packen, Bündel’ stellen; andere Herleitungsversuche gehen von der Annahme eines Substratwortes (de Vries Nl. 501) oder einer Entlehnung aus dem Altaischen (FEW 16, 615) aus. Im Dt. ist Pack vor allem in der seit dem 17. Jh. belegten Paarformel mit Sack und Pack ‘mit aller Habe’ (entsprechend nl. met pak en zak) noch lebendig, tritt aber sonst hinter dem üblicheren, aus einer schwach flektierenden Variante frühnhd. Packe hervorgegangenen Packen m. (16. Jh.) zurück. Die ursprünglich nordd. Verkleinerungsform Päckchen n. (17. Jh.) kommt seit dem 18. Jh. in der (heute auch terminologischen) Verwendung ‘kleinere Postsendung’ vor. Pack n. ‘Gesindel, Menschen von niedriger Gesinnung’, zunächst mit dem unter Pack m. behandelten Substantiv identisch, entwickelt seinen im Nhd. seit dem 16. Jh. (vereinzelt auch für das Kollektivum Gepack, s. Gepäck) nachzuweisenden neuen Sinn, den vorher schon mnd. pak n. (15. Jh.) zeigt, soldatensprachlich (in Übereinstimmung mit dem Bedeutungswandel von Bagage und Troß, s. d.) aus ‘Heeresgepäck’ über die Zwischenstufe ‘Troßmannschaft’, da die das Gepäck begleitende Mannschaft in früherer Zeit geringes Ansehen genießt.

packen · packend · Packeis
packen Vb. ‘Gegenstände bündeln, ein Behältnis füllen’, auch ‘ergreifen, kraftvoll anfassen’ sowie reflexiv ‘sich davonmachen’. Das zu Pack m. (s. d.) gehörende, im Hd. seit dem 14. Jh. übliche spätmhd. backen, frühnhd. packen folgt mnd. packen, paken, das seinerseits (ebenso wie engl. to pack, frz. pacquer, mlat. paccare) auf dem Denominativum mnl. packen ‘packen, einpacken’ beruht. Die Bedeutung ‘bündeln, einschichten’ ist daher auch im Dt. die älteste; sie findet sich in den Erweiterungen auspacken, einpacken (beide 16. Jh.), verpacken (18. Jh., vereinzelt 15. Jh.), bepacken (17. Jh.) und abpacken (‘Gepäck abladen’, 17. Jh.; jetzt ‘in handelsüblicher Menge verpacken’, 20er Jahre 20. Jh.). Der bereits im Mnl. und Mnd. bezeugte, wohl aus der Vorstellung ‘sich beim Weggehen sein Bündel aufladen’ hervorgehende reflexive Gebrauch kommt nhd. seit dem 16. Jh. vor, meist als affektgeladener Imperativ pack dich! (dagegen mnd. sik packen auch ohne Wertung ‘sich wohin begeben’). Neu im 17. Jh. und zunächst besonders in der Soldaten- und Weidmannssprache üblich ist die Verwendung ‘fassen, ergreifen’ (auch nl. in diesem Sinne erst 17. Jh.), bei der es sich vielleicht um eine Kürzung von anpacken (ebenfalls 17. Jh., anfangs vorwiegend ‘tätlich angreifen, ergreifen, in seine Gewalt bringen’) handelt. Hieraus ergibt sich in der 2. Hälfte des 18. Jhs. die Übertragung ‘seelisch ergreifen’ mit dem sich zum Adjektiv verselbständigenden Part. Präs. packend ‘fesselnd, starke innere Anteilnahme weckend’ (2. Hälfte 19. Jh.). Packeis n. ‘übereinandergeschobene Schollen polaren Eises’ (18. Jh., vgl. nl. pakijs, engl. packice), auch gepacktes Eis (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) Herr werden · bewerkstelligen · bewältigen · meistern · schaffen · zu Wege bringen · zustande bringen · zuwege bringen  ●  (etwas) fertigbekommen  Hauptform · (einer Sache) beikommen  geh. · Wir werden das Kind schon schaukeln.  ugs., Spruch · auf die Beine stellen  ugs., fig. · auf die Kette kriegen  ugs. · auf die Reihe bekommen  ugs. · auf die Reihe bringen  ugs. · auf die Reihe kriegen  ugs. · deichseln  ugs. · fertig werden (mit)  ugs. · fertigkriegen  ugs. · gebacken bekommen  ugs. · gebacken kriegen  ugs. · getan kriegen  ugs. · hinbekommen  ugs. · hinkriegen  ugs. · packen  ugs. · rocken  ugs. · schultern  ugs., fig. · stemmen  ugs. · wuppen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandes) habhaft werden · auffliegen lassen · aufgreifen · ausheben · ergreifen · ertappen · erwischen · fangen · fassen · festnehmen · greifen · hochgehen lassen · stellen · verhaften · zu fassen kriegen  ●  (jemandem) das Handwerk legen  fig. · (wieder) einkassieren  ugs., salopp, fig. · am Schlafittchen packen  ugs. · arripieren  geh., veraltet · aufbringen (Schiff)  fachspr., Jargon · hochnehmen  ugs. · hoppnehmen  ugs. · hopsnehmen  ugs. · kaschen  ugs. · kassieren  ugs. · kriegen  ugs. · packen  ugs. · schnappen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
einpacken · packen
Synonymgruppe
Computer
Synonymgruppe
komprimieren · komprimiert archivieren  ●  eindampfen  ugs. · packen  ugs. · zippen  ugs.
Synonymgruppe
(jemanden) ergreifen  fig. · (jemanden) heimsuchen  fig. · (jemanden) überkommen  fig. · (jemanden) übermannen  fig. · ergriffen werden (von)  fig., Hauptform · (etwas) überrieselt jemanden  ugs., fig. · (jemanden) packen  ugs., fig. · (sich) jemandes bemächtigen  geh., veraltend
Synonymgruppe
(sich) greifen · (sich) schnappen · ergreifen · fassen · festhalten · in die Hand nehmen · nicht aus der Hand geben · nicht loslassen · packen  ●  nehmen  ugs.
Assoziationen
  • fest gepackt halten · fest in der Hand halten · fest umklammert haben · festhalten · in der Faust halten
Synonymgruppe
(einen) Sog erzeugen  fig. · (jemanden) erfassen  fig. · (jemanden) fesseln  fig. · (jemanden) mitreißen  fig. · (jemanden) nicht wieder loslassen  fig. · (jemanden) packen  fig.
Synonymgruppe
(sich etwas) greifen · (sich etwas) nehmen · (sich etwas) packen  ●  (sich etwas) grabschen  ugs. · (sich etwas) krallen  ugs.
Synonymgruppe
(etwas) greifen (können) · (etwas) packen (können) · (etwas) zu fassen bekommen · (etwas) zu packen bekommen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›packen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›packen‹.

Verwendungsbeispiele für ›packen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als ich das gelesen hatte, packte auch mich das Grauen. [Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 615]
Alles kommt darauf an, sie in der richtigen Weise zu packen. [Reklame-Praxis, 1927, Nr. 10, Bd. 3]
Sie packt einen körperlich, ohne einen zu betatschen, sie läßt Abstand, ohne distanziert zu werden. [Die Zeit, 25.04.1997, Nr. 18]
Den Stier packt man am besten in seinem Stall bei den Hörnern. [konkret, 1989]
Wie viele er brauchte, konnte er nicht abschätzen, daher packte er den Wagen mit ihnen voll. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 101]
Zitationshilfe
„packen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/packen>.

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