Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

panschen

Grammatik Verb
Nebenform selten pantschen
Aussprache 
Worttrennung pan-schen ● pan-tschen
Wortbildung  mit ›panschen‹ als Erstglied: Panscher · Panscherei · Pantscher · Pantscherei
 ·  mit ›panschen‹ als Grundform: verpanschen
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
mit den Händen, Füßen in einer Flüssigkeit, besonders im Wasser, herumwühlen, planschen
Beispiel:
das Kind panscht gern (im Wasser)
2.
ein Getränk, besonders ein alkoholisches, durch Beimischung von Wasser verdünnen, verfälschen
Beispiele:
Milch, Getränke panschen/pantschen
Man bekam hier zweifelhaften Champagner, gepanschten Wein, unechten Likör, echtes Bier, Cocktails und schwarzen Kaffee zu trinken [ WerfelAbituriententag209]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

panschen · pantschen · Pan(t)scher
panschen pantschen Vb. ‘mit Wasser verfälschen’ (Anfang 18. Jh., doch gewiß älter, s. unten), ‘mit Wasser spülen, geräuschvoll im Wasser wühlen’ (19. Jh.); lautmalenden Ursprungs, vielleicht nasalierte Nebenform zu patschen (s. d.) unter Einfluß von manschen (s. d.). Vgl. bereits den Beinamen eines österreichischen Weinwirts Panschenwein (15. Jh.). Pan(t)scher m. ‘wer Getränke mit Wasser verfälscht’ (18. Jh.); doch vgl. schon den Namen Greta Bantscherin (Mitte 16. Jh.), ferner Bierpantscher (Anfang 17. Jh.), Salzpanscher (18. Jh.), danach Milchpanscher (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
anrühren · durcheinanderwürfeln · durchmengen · durchmischen · durchrühren · einrühren · konfundieren · mischen · mixen · untermischen · vermengen · vermischen · vermixen · verquicken · verquirlen · verrühren · verschneiden  ●  unterbuttern  auch figurativ · panschen  ugs. · pantschen  ugs. · verhackstücken  ugs. · vermanschen  ugs. · verwursten  ugs.
Synonymgruppe
panschen · pantschen · untermischen · vermischen (mit) · verpanschen · verpantschen · verschneiden · versetzen mit · zusammenpanschen · zusammenpantschen · zusammenschütten

Typische Verbindungen zu ›panschen‹ (berechnet)

Händler Krebsmedikament Schnaps Wein vorsätzlich

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›panschen‹ und ›pantschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›panschen‹, ›pantschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich kann das kaum glauben, doch die Zahlen stammen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, und die hat kein Interesse daran, ihre Daten zu panschen. [Die Zeit, 14.01.2013, Nr. 02]
Nur panschen die Mitarbeiter dabei nicht, wie suggeriert werden sollte, sorglos in diversen Proben herum. [Süddeutsche Zeitung, 05.08.1995]
Laut Verordnung darf der Honig nicht gepanscht sein, es darf nichts hinzugefügt und nichts herausgefiltert werden. [konkret, 1984]
Aber „gepanscht“ hatten die meisten doch irgendwann, irgendwie einmal, gezuckert, gestoppt, „naß‑verbessert“. [Die Zeit, 17.10.1986, Nr. 43]
Ein altes, eingesessenes Handelshaus hatte bei Weinen der unteren und mittleren Klasse kräftig gepanscht. [Die Zeit, 28.02.1977, Nr. 09]
Zitationshilfe
„panschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/panschen>.

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