pappen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpap-pen
Wortbildung mit ›pappen‹ als Erstglied: ↗Pappschnee  ·  mit ›pappen‹ als Letztglied: ↗anpappen · ↗aufpappen · ↗zusammenpappen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. auf, an etw. pappenetw. auf, an etw. kleben
Beispiele:
sie pappte ein Pflaster auf die Wunde
einen Zettel, das Plakat an die Wand pappen
bildlich
Beispiel:
sein Kollege auf der Wartburg war nur insofern besser, als er an seine alten Sprüche die neuen Losungen gepappt hatte [H. KantAula374]
2.
umgangssprachlich etw. papptetw. klebt, ballt sich leicht zusammen
Beispiel:
der Schnee, Kuchenteig pappt
3.
landschaftlich, salopp
Beispiel:
das Baby pappt (= isst) den Brei
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Papp · Pappe1 · pappen · päppeln · pappig
Papp m. Pappe1 f. ‘Kinderbrei, Kleister’, frühnhd. papp(e), pepp(e) (Ende 15. Jh., doch wohl älter). Elementares Lallwort der Kindersprache, das mit seinen Lippenlauten den Eßvorgang nachahmt. Vergleichbare Formen in anderen Sprachen dürften voneinander unabhängig entstanden sein; vgl. lat. pappa, mnd. mnl. pap(pe), engl. nl. pap ‘Kinderbrei’. pappen Vb. ‘Brei essen, zu essen geben, kleistern, kleben’ (15. Jh.); vgl. lat. pappāre ‘essen’. Dazu das Intensivum päppeln Vb. ‘sorgsam füttern, ernähren, hätscheln’, mhd. pepelen ‘füttern, zärtlich umgehen, pflegen’; meist in Zusammensetzungen aufpäppeln, hochpäppeln, verpäppeln (19. Jh.). pappig Adj. ‘breiartig, klebrig’ (belegt seit Anfang 19. Jh., doch wohl älter).

Thesaurus

Synonymgruppe
haften · ↗kleben  ●  pappen  ugs.
Assoziationen
  • Aufkleber · ↗Etikett · Klebeetikett · Klebeschild · ↗Klebezettel  ●  ↗Sticker  engl. · Bapperl  ugs., bair. · Bepper  ugs., schwäbisch · ↗Pickerl  ugs., österr.
  • Filament-Klebeband · Gewebeband · faserverstärktes Klebeband · verstärktes Klebeband

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufkleber Briefmarke Computer Emblem Etikett Jacke Klebestreife Logo Schild Schnee Stirn Wand Windschutzscheibe Zettel aneinanderpappen anpappen aufpappen drauf draufpappen hin weg zupappen zusammenpappen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pappen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst formten sie die Knochen nach, dann pappten sie Ton dran.
Bild, 11.09.2001
Nur an zwei Stellen sind moderne Siedlungen an seine mittelalterlichen Rundungen gepappt.
Die Zeit, 12.02.1996, Nr. 07
Es flog ihm aus den Feuilletons heraus zu und blieb an ihm pappen.
Die Welt, 25.11.2000
Heute wurde nur für die Aufführung gearbeitet, es wurde zugeschnitten, gepappt und geleimt.
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6982
Weil nämlich jedem, der gegen das Müllgesetz verstößt, ein gelber Aufkleber auf die Tonne gepappt wird.
konkret, 1997
Zitationshilfe
„pappen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pappen>, abgerufen am 20.09.2019.

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