Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

passim

Grammatik Adverb
Aussprache [ˈpasɪm]
Worttrennung pas-sim
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Druckwesen als Verweisangabe (die zu mehreren Textstellen oder Besonderheiten in einem Buch führt) anstelle einer Seitenangabe   verstreut, im angeführten Werk an mehreren Stellen
Beispiele:
STEHT IN EINER FUSSNOTE »passim«, heißt das, dass sich ein Sachverhalt durch den ganzen Text zieht. [Süddeutsche Zeitung, 04.07.2009]
Eine Textzeile in einem historischen Werk könnte beispielsweise lauten: »Bismarck war bekanntlich ein äußerst jähzorniger Mann mit einem reizbaren Temperament«. Am Ende des Satzes findet sich dann eine Hochziffer, die auf eine Fußnote am Seitenende verweist. Die dazugehörige Fußnote lautet »Canis, Bismarck, passim«. Dann bedeutet dies, dass in dem betreffenden Buch des Historikers Canis über den Politiker Bismarck an diversen Stellen Begebenheiten aufgezählt werden, die die Behauptung des Autors des oben zitierten Satzes belegen[…]. [Passim, 20.06.2018, aufgerufen am 12.05.2020]
Die Ludditen und andere waren »Erben überlieferter Dorfrechte, rechtlicher Gleichheitsvorstellungen«, sie orientierten sich an einem »moralischen Rechtsempfinden« und an einem »kulturellen Muster«, das einen »Rhythmus von Arbeit und Muße« ebenso einschloß wie die Vorstellung eines »gerechten Preises« und eines »angemessenen Lohnes« (Thompson 1987/1963, passim)[…]. [Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 133]
Zu Austers Markenzeichen gehören Rollenwechsel (Borges), paranoid uneindeutige Situationen (passim), Namensspiele (Hawthorne et al.), Vatersuche (Melville), Suchaktionen im weiten Land (Road‑Movie, amerikanisches) und viel metafiktionales Aluminium. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.01.1996]
Offensichtliche Satzfehler (»in jeden Fall«), Kommafehler (passim) und eine Flut von Anglizismen (»einmal mehr«) schreiben wir der Eile zu, unter der die Übersetzung zustandekam. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.1993]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„passim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/passim>.

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