pauken
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpau-ken (computergeneriert)
Wortbildung mit ›pauken‹ als Erstglied: ↗Paukboden · ↗Paukerei
 ·  mit ›pauken‹ als Letztglied: ↗durchpauken · ↗einpauken · ↗herauspauken · ↗rauspauken
eWDG, 1974

Bedeutungen

I.
Schülersprache etw. angestrengt, mechanisch lernen
Beispiele:
Vokabeln pauken
vor jeder Prüfung paukte er mächtig
II.
1.
die Pauke schlagen
Beispiel:
er paukt zur Musik
umgangssprachlich, scherzhaft, übertragen
Beispiel:
wie der da wieder auf dem Klavier paukt (= auf die Tasten schlägt)
2.
in schlagenden studentischen Verbindungen fechten
Beispiel:
in dieser Studentenverbindung wird oft gepaukt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pauke · pauken · Pauker · Standpauke
Pauke f. ‘kesselförmiges Schlaginstrument’, mhd. pūke. Herkunft unbekannt. Vielleicht lautmalenden Ursprungs und an ↗pochen (s. d.) anzuschließen? pauken Vb. ‘die Pauke schlagen’, mhd. pūken; daraus ‘schlagen, prügeln’ (17. Jh.) und in der Sprache der Studenten ‘fechten, eine Mensur schlagen’ (19. Jh.); vgl. Paukboden ‘studentischer Fechtplatz’. Schülersprachlich ‘unterrichten’ (18. Jh., auch einpauken), wohl in Anlehnung an Pauker ‘Lehrer’ (s. unten), dann auch ‘angestrengt, eifrig lernen, büffeln’ (20. Jh.). Pauker m. ‘Paukenschläger’, mhd. pūkære; in der Bedeutung ‘Lehrer’ (18. Jh.) verkürzt aus Arschpauker (17. Jh.), Hosenpauker (um 1700), d. i. ‘wer zur Bestrafung auf den Arsch, den Hosenboden der Schüler wie auf eine Pauke haut’. Standpauke f. ‘nachdrückliche Strafrede’ (19. Jh.), nach älterem gleichbed. Standrede (18. Jh.), eigentlich ‘stehend, aus dem Stegreif gehaltene Rede’, auch ‘Grabrede’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pauke spielen · Schlagzeug spielen · die Trommel schlagen · pauken · ↗trommeln
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(sich) Wissen aneignen · ↗(sich) aneignen · (sich) zu eigen machen · ↗erlernen · ↗erwerben · ↗lernen · ↗studieren  ●  ↗bimsen  ugs. · ↗büffeln  ugs. · pauken  ugs.
Unterbegriffe
  • auswendig lernen · ↗büffeln · ↗memorieren
  • (jemandem) auf die Finger sehen · (sich) etwas abgucken (bei / von jemandem) · es jemandem nachtun
Assoziationen
Sport
Synonymgruppe
fechten  ●  pauken  fachspr., burschenschaftlich, Jargon
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Bestimmtag · M-Tag · Mensurtag · Pauktag
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abi Anatomie Deutsch Einmaleins Examen Fachwissen Fakten Feierabend Französisch Grammatik Latein Lateinvokabeln Mathe Mathematik Privatlehrer Spanisch Verben Vokabeln abgefragt büffeln durchpaukte einpaukt fleißig frei herauspaukte nachmittags pauken raus rauspauken trompetet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pauken‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber in den nächsten Tagen fange ich mit dem Deutsch pauken an.
Bild, 23.01.2002
Wer paukt heute noch Deutsch, um Dichtung im Original lesen zu können?
Die Zeit, 06.12.1996, Nr. 50
Es gilt, unsere Schuld in die Welt zu pauken, zu posaunen, zu läuten, zu zischeln, zu heulen.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
In Isaaks Taxi paukte er mir eine neue Szene ein.
Knef, Hildegard: Der geschenkte Gaul, Berlin: Ullstein 1999 [1970], S. 357
Frisch erworbenes Wissen über den sozialistischen Alltag wird gepaukt und abgefragt.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 255
Zitationshilfe
„pauken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pauken>, abgerufen am 23.02.2018.

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