peilen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpei-len
Wortbildung mit ›peilen‹ als Erstglied: ↗Peiler · ↗Peilstock · ↗Peilstrahl · ↗Peilung
 ·  mit ›peilen‹ als Letztglied: ↗anpeilen · ↗auspeilen · ↗durchpeilen · ↗einpeilen · ↗hinüberpeilen · ↗verpeilen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
durch Funk, Kompass die Lage, Entfernung von etw. bestimmen
Beispiele:
einen festen Punkt, eine Station peilen
das Schiff peilt
übertragen
Beispiel:
salopp die Lage peilen (= auskundschaften)
etw. über den Daumen peilenetw. ganz grob schätzen, ungefähr bestimmen
Beispiele:
er hat die Entfernung, Stückzahl, das Gewicht, den Kostenanschlag über den Daumen gepeilt
bei dieser Arbeit hat er über den Daumen gepeilt (= nicht sorgfältig gearbeitet)
2.
die Tiefe eines Gewässers bestimmen
Beispiel:
eine Bucht peilen
3.
nach jmdm., etw. peilen salopp den Blick auf jmdn., etw. richten
Beispiele:
er peilte immer in unsere Ecke
Er duckt sich und peilt nach dem Ausgang [SchallückWenn man aufhören könnte46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

peilen Vb. ‘Wassertiefe feststellen, ausloten, Richtung und Lage (mit dem Kompaß) bestimmen’, Übernahme ins Hd. (2. Hälfte 18. Jh.) von gleichbed. nd. peilen, einem Ausdruck der Seemannssprache. Vgl. mnd. pēgelen, peilen, mnl. pēghelen, nl. peilen ‘ein Merk-, Eichzeichen anbringen, das Maß bestimmen, messen, den Wasserstand untersuchen, Richtung und Lage bestimmen’ (s. auch ↗picheln), abgeleitet von mnd. pēgel, peil, mnl. pēghel, peil (s. ↗Pegel).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich einer Sache) bewusst werden · ↗aufnehmen · ↗begreifen · ↗erfassen · ↗fassen · ↗klar sehen · ↗verarbeiten  ●  ↗verstehen  Hauptform · (bei jemandem) fällt der Groschen  ugs., fig. · ↗(jemandem) eingehen  geh. · ↗(sich jemandem) erschließen  geh. · Klick machen  ugs. · ↗blicken  ugs. · ↗checken  ugs. · dahintersteigen  ugs. · ↗durchblicken  ugs. · ↗durchschauen  ugs. · ↗durchsehen  ugs. · ↗durchsteigen  ugs. · hinter etwas steigen  ugs. · ↗kapieren  ugs. · peilen  ugs. · ↗raffen  ugs. · rallen  ugs., regional · ↗schnallen  ugs. · ↗spannen  ugs. · ↗überreißen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anpeilen · ↗lokalisieren · ↗orten · peilen
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Billionen Daumen Erlöse Gesamtjahr Geschäftsjahr Gewinn Konzern Lage Marktanteil Milliarden Nettogewinn Steigerung Umsatz Umsatzrendite Umsatzwachstum Yen an anpeilt auf hinaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›peilen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wirkt irgendwie fünf Jahre älter als die anderen und peilt die Lage besser als irgendeiner von uns.
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2002
Damit peilt man eine neutrale, weiße Fläche an, also eine weißgestrichene Wand oder ein Blatt Papier.
C't, 2001, Nr. 19
Dann aber schreitet er voran, denn seine männliche Aufgabe ist es, die dortige Lage zu peilen und den best-geeignetsten Tisch zu entdecken.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 218
Und da lag er nun in einer Schneemulde und peilte die Lage.
Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 272
Immerhin waren die Sechziger gerade deutsche Pokalsieger geworden und peilten auch die Deutsche Meisterschaft an.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 43
Zitationshilfe
„peilen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/peilen>, abgerufen am 23.02.2018.

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