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pellen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung pel-len
Wortbildung  mit ›pellen‹ als Erstglied: Pellkartoffel  ·  mit ›pellen‹ als Letztglied: abpellen · anpellen · auspellen
Mehrwortausdrücke  wie aus dem Ei gepellt

Bedeutungsübersicht+

  1. [landschaftlich, besonders norddeutsch] die Pelle, Schale von etw. entfernen
    1. [bildlich] ...
    2. ⟨sich pellen⟩
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, besonders norddeutsch die Pelle, Schale von etw. entfernen
Beispiele:
gekochte Kartoffeln, Eier pellen
jmd. ist, geht wie aus dem Ei gepellt (= ist sehr sorgfältig gekleidet)
bildlich
Beispiel:
saloppAls wir uns zu Hause aus den engen verschwitzten Sachen gepellt hatten (= die engen verschwitzten Sachen ausgezogen hatten), ging ich zum Bier [ RennAdel150]
sich pellen
Beispiel:
die Haut pellt sich (= löst sich ab) beim Sonnenbrand
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pelle · pellen · Pellkartoffel
Pelle f. ‘dünne Haut, Fruchtschale, Wursthaut, Schale der gekochten Kartoffel’. Mnl. pelle ‘Vlies, wolliges Fell’ (nl. pel ‘Schale, Haut, Fell’) beruht auf einer zur Römerzeit erfolgten Entlehnung aus lat. pellis ‘Fell, Haut, Pelz’ (s. Fell, Pelz). Das Substantiv verbreitet sich in den oben genannten Bedeutungen durch niederländische Siedler in der Mark, Nordthüringen, gelangt von da ins Omd., ins Mecklenb. und Balt. Es ist zunächst wohl ein Wort der Umgangssprache, denn literarische Bezeugung setzt erst im 18. Jh. ein. Dazu die Wendungen jmdm. auf die Pelle rücken, auf der Pelle sitzen, nicht von der Pelle gehen (19. Jh.). – Vom Substantiv abgeleitet pellen Vb. ‘schälen’ (Ende 18. Jh.). Pellkartoffel f. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
enthäuten · häuten · schinden · schälen  ●  (Wildbret) aus der Decke schlagen  fachspr., Jägersprache · pellen  ugs.
Assoziationen
  • Banane · Dessertbanane · Obstbanane  ●  Affenbrot ugs. · Affeneis ugs. · Affenhandy ugs. · Affenknacker ugs. · Affenkotelett ugs. · Affenschnitzel ugs. · Affensteak ugs. · Affenwurst ugs. · gelbe Südfrucht ugs.

Typische Verbindungen zu ›pellen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pellen‹.

Verwendungsbeispiele für ›pellen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie aus dem Ei gepellt – so sah er immer aus. [Die Zeit, 06.10.2012 (online)]
Aber auch an diesem Morgen wirkt er wie aus dem Ei gepellt, das Haar akkurat gescheitelt. [Die Zeit, 01.09.2008, Nr. 35]
Zuerst schlüpft Kain, wenige Tage später pellt sich Abel aus der Schale. [Die Zeit, 12.02.2007, Nr. 07]
Er sah schnieke aus, adrett, wie aus dem Ei gepellt. [Süddeutsche Zeitung, 09.06.2004]
Er war grasgrün, zwanzig Jahre alt, aber wie aus dem Ei gepellt. [Süddeutsche Zeitung, 15.01.2002]
Zitationshilfe
„pellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pellen>.

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