pellen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpel-len
Wortbildung mit ›pellen‹ als Erstglied: ↗Pellkartoffel  ·  mit ›pellen‹ als Letztglied: ↗abpellen · ↗anpellen · ↗auspellen
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) norddeutsch die Pelle, Schale von etw. entfernen
Beispiele:
gekochte Kartoffeln, Eier pellen
umgangssprachlich jmd. ist, geht wie aus dem Ei gepellt (= ist sehr sorgfältig gekleidet)
bildlich
Beispiel:
salopp Als wir uns zu Hause aus den engen verschwitzten Sachen gepellt hatten (= die engen verschwitzten Sachen ausgezogen hatten), ging ich zum Bier [RennAdel150]
sich pellen
Beispiel:
die Haut pellt sich (= löst sich ab) beim Sonnenbrand
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pelle · pellen · Pellkartoffel
Pelle f. ‘dünne Haut, Fruchtschale, Wursthaut, Schale der gekochten Kartoffel’. Mnl. pelle ‘Vlies, wolliges Fell’ (nl. pel ‘Schale, Haut, Fell’) beruht auf einer zur Römerzeit erfolgten Entlehnung aus lat. pellis ‘Fell, Haut, Pelz’ (s. ↗Fell, ↗Pelz). Das Substantiv verbreitet sich in den oben genannten Bedeutungen durch niederländische Siedler in der Mark, Nordthüringen, gelangt von da ins Omd., ins Mecklenb. und Balt. Es ist zunächst wohl ein Wort der Umgangssprache, denn literarische Bezeugung setzt erst im 18. Jh. ein. Dazu die Wendungen jmdm. auf die Pelle rücken, auf der Pelle sitzen, nicht von der Pelle gehen (19. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet pellen Vb. ‘schälen’ (Ende 18. Jh.). Pellkartoffel f. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
enthäuten · ↗häuten · ↗schinden · ↗schälen  ●  pellen  ugs.
Assoziationen
  • Banane · Dessertbanane · Obstbanane  ●  Affenbrot  ugs. · Affeneis  ugs. · Affenhandy  ugs. · Affenknacker  ugs. · Affenkotelett  ugs. · Affenschnitzel  ugs. · Affensteak  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ei Haut Kartoffel abpellen heraus kochen schneiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie aus dem Ei gepellt - so sah er immer aus.
Die Zeit, 06.10.2012 (online)
Und auch sonst ist er meist wie aus dem Ei gepellt.
Der Tagesspiegel, 05.12.2003
Wenn Vater aus der Haustür trat, war er wie aus dem Ei gepellt.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 258
Beck war immer wie aus dem Ei gepellt, manchmal sogar im Anzug und immer in teuren Schuhen.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 110
Die Jungen wie aus dem Ei gepellt, der Vater wäscht, kocht, führt die ganze Wirtschaft - alles tadellos sauber.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1950. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1950], S. 104
Zitationshilfe
„pellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pellen>, abgerufen am 21.10.2019.

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