perennis

Grammatik Adverb
Aussprache [pe'ʀɛnɪs]
Worttrennung pe-ren-nis · per-en-nis
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

veraltet das Jahr hindurch, beständig
Beispiele:
Hiergegen aber erhebt sich dann der Gedanke, das menschliche Dasein stehe auf einem Seinsgrund, der überzeitlich, geschichtstranszendent, »perennis« ist (Neuthomismus). [Freyer, Hans: Gesellschaft und Kultur. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 16618]
Gewisse Namen (z. B. Glockenblume, Rittersporn) finden wir sowohl im Verzeichnis der Sommerblumen wie bei den Stauden, weil manche Arten in der ausdauernden Form wie als Sommerblumen vorkommen. In den Katalogen werden die Stauden oft durch die Beifügung »perennis« (= wiederkehrend) gekennzeichnet. [Meier, Alexander: Wenn du einen Garten hast, Stuttgart: Franckh 1941 [1936], S. 58]
Sehr im Gegensatz zur Intelligenz, die immer neu und persönlich ist, muß die Weisheit alt und unpersönlich sein. Sie ist perennis und gemeinmenschlich und persönlich nur in dem Sinn, daß sich ihr Träger befreit von allem Individuellen und zum Rang der vorbildlichen Geistigkeit aufsteigt, ein wesentlicher Mensch wird. [Dempf, Alois, Kulturphilosophie. Verlag De Gruyter Oldenbourg 1932, S. 142]
DWDS
Phrasem:
Philosophia perennis (= ewige Philosophie)
Beispiele:
In seiner Dankesrede sagte er [der Lessingpreisträger Jean Améry]: »Ich bekenne mich zur Aufklärung, zur klassischen zumal, als zu einer Philosophie perennis, die in sich alle Korrektive birgt, so daß es müßiges Spiel ist, sie dialektisch zu dislozieren. Ich stehe ein für die analytische Vernunft und ihre Sprache, die Logik. Ich glaube, trotz allem, was wir erfahren mussten, dass auch heute noch, nicht anders als in den Tagen der Enzyklopädisten, Kenntnis zur Erkenntnis führt und diese zur Sittlichkeit«. [Die Zeit, 20.09.2001, Nr. 39]
Nicht nur seine Lehre [die mittelalterliche Philosophie] vom Naturrecht erlebt eine »ewige Wiederkehr«, auch seine Philosopheme über die Substanz, die Realität, die Seele, die Wahrheit, die Menschenrechte, das Wesen des Staates usw. enthalten einen unverlierbaren Wert, so daß man den Grundgehalt des mittelalterlichen Denkens mit Recht als Philosophia perennis bezeichnen kann. [Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 9224]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„perennis“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/perennis>, abgerufen am 19.04.2021.

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