Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

perlen

Grammatik Verb · perlt, perlte, ist/hat geperlt
Aussprache 
Worttrennung per-len
Wortbildung  mit ›perlen‹ als Erstglied: Perlwein  ·  mit ›perlen‹ als Letztglied: abperlen
eWDG

Bedeutungen

1.
leicht, gleichmäßig und schimmernd herabtropfen, hervorkommen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
der Regen perlt von den Scheiben
die Tautropfen perlen von den Blättern
dicke Schweißtropfen perlen ihm auf der Stirn
große Blasen sind aus dem Sumpf geperlt
sie vergoss perlende Tränen
bildlich in ununterbrochenem Fluss melodisch ertönen, erklingen
Beispiele:
wohltönende Worte perlen von ihren Lippen
die wunderbaren Akkorde perlen aus dem Flügel
eine perlende Koloratur
ein Lachen, welches silbrig perlte [ K. MannMephisto118]
2.
leichte, gleichmäßige und schimmernde Tropfen hervorbringen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
die Wiese perlt vom Tau
das Auge perlte von Tränen
sein Gesicht hat vom Schweiß geperlt
der Wein, Sekt perlt im Glase
perlender Champagner
bildlich Töne, Klänge in ununterbrochenem Fluss melodisch hervorbringen
Beispiel:
Lerchen perlten in den Lüften [ SeegerHabicht103]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Perle · Perlmutter · perlen
Perle f. schimmerndes, von Perlmuscheln um einen eingedrungenen Fremdkörper gebildetes Kügelchen aus kohlensaurem Kalk, wegen seiner Farbe und seines Glanzes als hochwertiger Schmuck verwendet, ahd. perala, perula (9. Jh.), mhd. berle, perle, asächs. perula, mnd. perle, mnl. pe(e)rle, parle, nl. parel sind, wie auch ital. span. aprov. perla, frz. perle, Entlehnungen aus dem Lat. Auszugehen ist wohl von lat. perna, eigentlich ‘Hinterkeule’, aber auch (auf Grund äußerer Ähnlichkeit) ‘Art Meeresmuschel’. Dafür eintretendes vlat. *perla (woraus auch mlat. perla, perula, das allerdings kaum vor dem 12./13. Jh. bezeugt ist, also erheblich später als die frühesten oben genannten Entlehnungen) ist seiner Entstehung nach nicht geklärt. Unmittelbar aus perna, indem sich n durch Assimilation an r zu l entwickelt? Oder aus einer Deminutivbildung *pernula? Bildlicher Gebrauch von Perle als Symbol für ‘Schönes, Edles, Wertvolles’ setzt im 16. Jh. ein. – Perlmutter f. (früher auch n.), älter Perlenmutter, heute meist gekürzt Perlmutt n. ‘schillernde Innenschicht der Schale von Perlmuscheln oder Seeschnecken’. Spätmhd. berlīnmuoter, Übersetzung von mlat. mater perlarum (vgl. ital. madreperla, frz. mère perle, nl. parelmoer, engl. mother-of-pearl), bezeichnet die Perlmuschel, die gleichsam wie eine Mutter die Perle hervorbringt, sowie die aus dem gleichen Stoff bestehende Innenseite der Muschelschale, die schon im Mittelalter zu Schmuckgegenständen und Einlegearbeiten verarbeitet wird. perlen Vb. ‘leicht, gleichmäßig und schimmernd herabtropfen, fließen, in Form von Perlen hervorkommen, schäumen’ (um 1800); vgl. mhd. berlen, perlen ‘tropfenweise gießen, mit Perlen schmücken, zieren’.

Typische Verbindungen zu ›perlen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›perlen‹.

Verwendungsbeispiele für ›perlen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Draußen ist es dunkel geworden, an den Scheiben der Hütte perlt noch immer der Regen. [Die Zeit, 01.01.1990, Nr. 01]
Ozone verfügt über eine virtuose Technik, die Finger perlen geschwind über die Tastatur, aber die Musik, die er macht, läßt merkwürdig kühl. [Die Zeit, 04.11.1983, Nr. 45]
Sonst schmeckt es ja auch nicht nach Bier und perlt nicht so gut. [Bild, 30.10.2004]
Irgendwie perlt derzeit alles an ihr ab, auch die alten Witze. [Die Zeit, 25.08.2007, Nr. 35]
Natürlich, das Wort ist zunächst schillernd, flirrend, es perlt wie Sekt. [Die Zeit, 14.03.1969, Nr. 11]
Zitationshilfe
„perlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/perlen>.

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