Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

pfänden

Grammatik Verb · pfändet, pfändete, hat gepfändet
Aussprache 
Worttrennung pfän-den
Wortbildung  mit ›pfänden‹ als Erstglied: Pfänder · Pfändung · pfändbar
 ·  mit ›pfänden‹ als Letztglied: auspfänden
eWDG

Bedeutung

etw. beschlagnahmen zur Sicherung und Deckung einer Forderung
Beispiele:
das Haus, die Möbel, das Vieh pfänden
ein Teil des Einkommens wurde gepfändet
der Gerichtsvollzieher hat die Fernsehtruhe gepfändet
jmdn. pfänden (lassen) (= bei jmdm. etw. beschlagnahmen lassen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfand · Unterpfand · pfänden · verpfänden · Pfändung
Pfand n. ‘Gegenstand als Bürgschaft, Sicherheitsleistung für eine Forderung’, ahd. (8. Jh.), mhd. phant, asächs. afries. nl. pand, mnd. mnl. pant; Herkunft ungeklärt. Eine angenommene Entlehnung des nur im Kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (anord. pantr aus dem Mnd.) aus afrz. pan ‘Stück Tuch’ (aus lat. pannus ‘Stück Tuch, Lappen’), auch (nordafrz.) ‘an einen Gläubiger zur Sicherheit übergebener Vorrat an Tuch’, daher ‘Sicherheit, Bürgschaft’ (woraus engl. pawn), ist insofern wenig wahrscheinlich, als die letztgenannte Bedeutung im Frz. erst im 13. Jh. auftritt und der auslautende Dental im Germ. unerklärt bleibt (nordmfrz. pand, pant dürfte vielmehr auf mnl. Einfluß zurückzuführen sein). Wenig befriedigend ist auch die Herleitung von lat. pactum ‘Vertrag, Vergleich, Abrede’ (s. Pakt), da dabei eine nicht nachzuweisende vlat. Entwicklung über *panctum zu *pantum vorausgesetzt werden müßte. Schließlich wird noch Herleitung (wie bei Pfennig, s. d.) aus lat. pondus ‘Gewicht’ erwogen unter Annahme einer Bedeutungsentwicklung zu ‘Münzsicherheit’ (beim Nachwiegen von Geldstücken unterschiedlichen Feingehalts), vgl. Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 311; die Entlehnung müßte dann sehr früh, im Unterschied zu Pfund (s. d.) schon vor dem Wandel von ie. o zu germ. a erfolgt sein und würde nur die auf dem Festland mit den Römern in Beziehung stehenden germanischen Stämme betroffen haben. – Unterpfand n. ‘Gegenstand, Geldsumme als Sicherheit’, übertragen ‘Zeichen, Beweis’, zuvor (rechtssprachlich) ‘Gegenpfand, Sicherheit, die der Pfandempfänger dem Verpfänder hinterläßt’, spätmhd. underphant. pfänden Vb. ‘ein Pfand für eine geldliche Forderung einziehen’, mhd. phanten, phenden ‘jmdm. ein Pfand abnehmen’, ahd. phantōn ‘zum Pfande geben’ (9. Jh.). verpfänden Vb. mhd. verphenden. Pfändung f. mhd. phandunge, phendunge.

Thesaurus

Synonymgruppe
einziehen · in Pfand nehmen  ●  exekutieren  österr. · pfänden  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›pfänden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pfänden‹.

Verwendungsbeispiele für ›pfänden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach ihren Berechnungen gab es in diesem Fall nichts zu pfänden. [Süddeutsche Zeitung, 01.04.1998]
Vor zwei Jahren hätte er zwar theoretisch gepfändet werden können. [Süddeutsche Zeitung, 21.05.1997]
Dann braucht er mich auch nicht mehr weiter zu pfänden. [Süddeutsche Zeitung, 30.12.1996]
Als er dann aber zu verdienen begann, wurde sein Lohn zum Teil gepfändet, und zwar für die ganze zurückliegende Zeit. [Die Zeit, 18.01.1960, Nr. 03]
Sie wurde gepfändet, wiewohl sie sich in ihrem Haus verbarrikadiert hatte. [Deussen, Paul: Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 23251]
Zitationshilfe
„pfänden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pf%C3%A4nden>.

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