pferchen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpfer-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›pferchen‹ als Letztglied: ↗einpferchen · ↗hineinpferchen · ↗zusammenpferchen
eWDG, 1974

Bedeutung

Menschen, Tiere in einem zu engen Raum unterbringen, indem man sie zusammendrängt
Beispiele:
in jeden Waggon wurden bis zu 100 Gefangene gepfercht
Wenn man zwei Ziesel zusammen in einen Kasten pfercht, so kommt es vor, daß eins das andere auffrißt [R. GerlachVierfüßler125]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pferch · pferchen · zusammenpferchen · einpferchen
Pferch m. ‘Gehege, eingezäunte Fläche’, ahd. pherrih (9. Jh.), mhd. pherrich ‘Einfriedung, Gehege, Hürde’, mnd. perk, mnl. perc, perric, nl. perk, aengl. pearruc sind früh entlehnt aus gleichbed. mlat. (oder schon spätlat.?) parricus (s. ↗Park). Dieses hält man (FEW 7, 667 und 662) für eine Ableitung von *parra ‘Stange’, das auch in span. parra ‘Weinlaub’, port. parra ‘Rebe, Weinlaub’ weiterlebt, vielleicht einem Wort vorkelt. Ursprungs und zu verbinden mit vlat. *barra ‘Querstange’ (s. ↗Barre). pferchen Vb. ‘in ein Gehege sperren’ (16. Jh.), übertragen ‘eine größere Anzahl auf engsten Raum zusammendrängen’; dafür auch zusammenpferchen Vb. (2. Hälfte 18. Jh.), einpferchen Vb. (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
drücken · ↗knautschen · pferchen · ↗pfropfen · ↗pressen · ↗quetschen · ↗stopfen · ↗zwängen  ●  proppen  norddeutsch
Oberbegriffe
  • sonstige Verben
Synonymgruppe
drängeln · ↗drängen · ↗drücken · pferchen · ↗schieben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Busse Container Flüchtling Gefangene Ghetto Güterwagen Güterwaggon Güterzug Häftling Jude Käfig Laderaum Lager Lastwagen Raum Schiff Stall Tausend Tier Vieh Viehwaggon Wagen Waggon Zelle abtransportieren einpferchen zusammenpferchen zusammentreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pferchen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der schleuste Huda und die gemeinsame fünfjährige Tochter über Land nach Ägypten und pferchte sie dort in ein überfülltes Boot.
Die Zeit, 23.12.2013, Nr. 51
Dadurch wurden immer mehr Einrichtungen in die vorhandenen Räume gepfercht.
Süddeutsche Zeitung, 28.03.2001
Er läßt sich nicht in Bildgesetze pferchen und hat niemals Stil.
Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 261
Im zweiten Sammelraum lagen sie eng nebeneinander gepfercht auf den Pritschen.
Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 101
Heute leben sie, in Gettos gepfercht, unter erbärmlichen Verhältnissen, Hunger und Krankheit preisgegeben.
o. A. [hs]: Bihari. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1979]
Zitationshilfe
„pferchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pferchen>, abgerufen am 22.10.2019.

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