Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

pfiffig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung pfif-fig
Wortbildung  mit ›pfiffig‹ als Erstglied: Pfiffigkeit
eWDG

Bedeutung

schlau, gewitzt
Beispiele:
ein pfiffiger Bursche
eine pfiffige Type
mit pfiffiger Miene, Lächeln, Augen fragte er, ob …
sein pfiffiges Gesicht lächelte vergnügt
jmdm. pfiffig zublinzeln, zunicken
Eine, die stellte es ganz besonders pfiffig an [ WelkGrambauer217]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pfeifen · Pfiff · pfiffig · Pfiffikus
pfeifen Vb. ‘durch Luft (mit gespitztem Mund, mit einem Instrument) Töne hervorbringen’, ahd. phīfōn (11. Jh.), mhd. phīfen, mnd. mnl. pīpen, aengl. pīpian, engl. to pipe, nl. pijpen ‘mit dem Mund bzw. mit einem Instrument (Flöte, Geige, Trompete, Dudelsack) hohe Töne erzeugen’ sind Entlehnungen aus lautmalendem lat. pīpāre (s. piepen). Unter dem Einfluß von Pfeife gilt das Verb im Germ. vornehmlich für das Spielen eines Instruments; entlehntes mnd. mnl. pīpen fällt in den Präsensformen mit altem lautmalendem pīpen (s. piepen) zusammen. Im Mhd. Mnd. Mnl. nimmt das aus dem Lat. stammende Verb (bis auf Ausnahmen) starke Flexion an (analog mhd. grīfen, slīfen, nhd. greifen, schleifen), so daß sich in der Regel gegenüberstehen entlehntes (nunmehr starkes) mnd. mnl. pīpen, nl. pijpen ‘ein Instrument spielen’ und altes, lautmalendes (schwaches) mnd. mnl. pīpen, nl. piepen ‘piep(s)en’ (entsprechend dem hd. pfeifen gegenüber piepen). Pfiff m. ‘schriller Ton des Pfeifens’, ablautende Rückbildung (Anfang 16. Jh.) zu pfeifen; die Bedeutung ‘Kniff, Trick’ (Ende 18. Jh.) ist entweder gaunersprachlicher Herkunft nach dem Ablenkungspfiff der Betrüger, Taschenspieler, dem Verständigungspfiff der Kartenspieler oder entsteht nach dem Lockpfiff der Jäger, Vogelsteller. Dazu pfiffig Adj. ‘schlau, gewitzigt’ (18. Jh.). Pfiffikus m. ‘Schlaukopf, anstelliger Mensch’, studentensprachliche Bildung zu pfiffig mit latinisierender Endung (um 1700).

Thesaurus

Synonymgruppe
blitzgescheit · findig · geistreich · mit Witz · originell · pfiffig · witzig  ●  vigilant  geh.
Synonymgruppe
clever · intelligent (Sache) · pfiffig (Sache) · schlau (Sache) · smart  ●  (bei einer Sache) hat sich jemand etwas gedacht  ugs. · (bei einer Sache) hat sich jemand etwas überlegt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufgeweckt · clever · einfallsreich · erfinderisch · findig · gescheit · geschickt · gewitzt · raffiniert · schlau  ●  gefitzt  schweiz. · plietsch  landschaftlich, norddeutsch · Köpfchen haben  ugs. · alert  geh., veraltend · ausgebufft  ugs. · ausgeschlafen  ugs., fig. · gewieft  ugs. · helle  ugs. · originell  geh. · pfiffig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›pfiffig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pfiffig‹.

Verwendungsbeispiele für ›pfiffig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Pfiffige Programme wollen dabei helfen, den Trends auf die Spur zu kommen, und am Ende winkt das große Geld. [C't, 2001, Nr. 5]
Beim Chatten hat offensichtlich die etwas pfiffigere kleine Schwester souffliert. [C't, 2001, Nr. 23]
Bei der täglichen Arbeit fallen solche pfiffigen Lösungen für mich viel schwerer ins Gewicht als eine herausfordernde Installation der Programme. [C't, 2000, Nr. 18]
Er sicherte sich dank der pfiffigen Strategie den vierten Platz. [Die Zeit, 14.11.2010 (online)]
Sie kann einem so pfiffig anschauen, das schelmische Gesicht hat sie genau wie der Papa zuweilen. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 21.04.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Zitationshilfe
„pfiffig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pfiffig>.

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