Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

pflücken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung pflü-cken
Wortbildung  mit ›pflücken‹ als Erstglied: Pflücker · Pflückkorb · Pflückmaschine · Pflücksalat · pflückreif
 ·  mit ›pflücken‹ als Letztglied: abpflücken · auspflücken · rauspflücken
 ·  mit ›pflücken‹ als Grundform: Pflücke
eWDG

Bedeutung

Früchte abnehmen, Blumen abbrechen
Beispiele:
Beeren, Kirschen, Hopfen, Tee, Baumwolle pflücken
Blumen, einen Strauß pflücken
übertragen
Beispiel:
er hat Lorbeeren gepflückt (= hat Ruhm geerntet)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pflücken Vb. ‘(Früchte, Blumen, Blätter) mit den Fingern abzupfen, losreißen’, ahd. phlockōn (9. Jh.), mhd. phlücken, (md.) pflocken, (westmd.) plucken, mnd. plucken (auch ‘zausen, rupfen’ und ‘im Kleinhandel verkaufen’), mnl. plucken, plocken, pluycken ‘(Früchte, Blumen) pflücken, (Haare, Wolle, Flachs) zupfen’, nl. plukken, aengl. pluccian, ploccian, engl. to pluck ‘pflücken, brechen, rupfen, zupfen’, anord. (aus dem Aengl. oder Mnl. bzw. Mnd.) plokka, plukka ‘pflücken, reißen, rauben’. Die germ. Formen sind wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden der römischen Obst- und Weinbaukultur entlehnt aus einem auch für afrz. peluchier ‘auf-, ablesen, abzupfen, rupfen, pflücken’ (vgl. frz. éplucher ‘auslesen, -klauben’), ital. piluccare ‘(eine Traube) abbeeren’ (älter ‘hier und da etw. an sich bringen, ausbeuten, zugrunde richten’) vorauszusetzenden spätlat. *pilūccāre (aus *pilūcicāre), einer Iterativbildung zu spätlat. *pilūcāre ‘aus-, ablesen’ (woraus aprov. pelugar ‘ausklauben, rupfen’), das von lat. pilāre ‘enthaaren’ (zu lat. pilus ‘Haar’) abgeleitet ist. Der dem Lat. entstammende Ausdruck breitet sich wohl vom Rhein her vor allem im nd. und md. Gebiet aus, während im Obd. und im südlichen Rheinfrk. brechen üblich ist. Vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 387 f. und FEW 8, 507 f.

Thesaurus

Synonymgruppe
abbrocken · abpflücken · abzupfen · pflücken

Typische Verbindungen zu ›pflücken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pflücken‹.

Verwendungsbeispiele für ›pflücken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der, der mit Dornen nichts zu tun haben will, darf nie versuchen, Rosen zu pflücken. [o. A.: EIN HERRSCHER SPRICHT ZU SEINEM VOLK. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1981]]
Als Kinder haben sie in diesem Wald gespielt, warum sollten sie keine Zapfen pflücken? [Die Zeit, 30.12.2013, Nr. 52]
Dann haben ein paar Kinder einen Sack Oliven gepflückt: Daraus soll Öl werden. [Die Zeit, 24.11.2004, Nr. 48]
Ich bin in einem Boot gewesen, und wir pflückten sie von den Bäumen. [Die Zeit, 16.02.1953, Nr. 07]
Die Kinder pflückten jedes noch einige Hände voll, dann gingen sie gleichfalls. [Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 168]
Zitationshilfe
„pflücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pfl%C3%BCcken>.

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