pflücken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpflü-cken
Wortbildung mit ›pflücken‹ als Erstglied: ↗Pflücker · ↗Pflückkorb · ↗Pflückmaschine · ↗Pflücksalat · ↗pflückreif
 ·  mit ›pflücken‹ als Letztglied: ↗abpflücken · ↗auspflücken · ↗rauspflücken
eWDG, 1974

Bedeutung

Früchte abnehmen, Blumen abbrechen
Beispiele:
Beeren, Kirschen, Hopfen, Tee, Baumwolle pflücken
Blumen, einen Strauß pflücken
übertragen
Beispiel:
er hat Lorbeeren gepflückt (= hat Ruhm geerntet)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pflücken Vb. ‘(Früchte, Blumen, Blätter) mit den Fingern abzupfen, losreißen’, ahd. phlockōn (9. Jh.), mhd. phlücken, (md.) pflocken, (westmd.) plucken, mnd. plucken (auch ‘zausen, rupfen’ und ‘im Kleinhandel verkaufen’), mnl. plucken, plocken, pluycken ‘(Früchte, Blumen) pflücken, (Haare, Wolle, Flachs) zupfen’, nl. plukken, aengl. pluccian, ploccian, engl. to pluck ‘pflücken, brechen, rupfen, zupfen’, anord. (aus dem Aengl. oder Mnl. bzw. Mnd.) plokka, plukka ‘pflücken, reißen, rauben’. Die germ. Formen sind wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden der römischen Obst- und Weinbaukultur entlehnt aus einem auch für afrz. peluchier ‘auf-, ablesen, abzupfen, rupfen, pflücken’ (vgl. frz. éplucher ‘auslesen, -klauben’), ital. piluccare ‘(eine Traube) abbeeren’ (älter ‘hier und da etw. an sich bringen, ausbeuten, zugrunde richten’) vorauszusetzenden spätlat. *pilūccāre (aus *pilūcicāre), einer Iterativbildung zu spätlat. *pilūcāre ‘aus-, ablesen’ (woraus aprov. pelugar ‘ausklauben, rupfen’), das von lat. pilāre ‘enthaaren’ (zu lat. pilus ‘Haar’) abgeleitet ist. Der dem Lat. entstammende Ausdruck breitet sich wohl vom Rhein her vor allem im nd. und md. Gebiet aus, während im Obd. und im südlichen Rheinfrk. brechen üblich ist. Vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 387 f. und FEW 8, 507 f.

Thesaurus

Synonymgruppe
abbrocken · ↗abpflücken · ↗abzupfen · pflücken

Typische Verbindungen zu ›pflücken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Apfel Baumwolle Beere Birne Blaubeere Blume Brombeere Erdbeere Erntehelfer Feige Frucht Gänseblümchen Himbeere Johannisbeere Kirsche Kokosnuss Maiglöckchen Olive Orange Pflaume Rebound Strauß Traube Wegesrand Weintraube abpflücken auseinander herauspflücken runter wegpflücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pflücken‹.

Verwendungsbeispiele für ›pflücken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mike findet immer einen Weg, seinen Gegner abzuschütteln und pflückt den Ball aus unglaublichen Höhen.
Bild, 13.04.1999
Der, der mit Dornen nichts zu tun haben will, darf nie versuchen, Rosen zu pflücken.
o. A.: EIN HERRSCHER SPRICHT ZU SEINEM VOLK. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1981]
Die Kinder pflückten jedes noch einige Hände voll, dann gingen sie gleichfalls.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 168
Es ist notwendig, mit beiden Händen zu arbeiten, wobei mit der einen Hand die Pflanze festgehalten und mit der anderen die Früchte gepflückt werden.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 436
Sobald der Tau abgetrocknet ist, pflückt man den Hopfen, wenn die Witterung es erlaubt, auf dem Felde, sonst zu Hause.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 259
Zitationshilfe
„pflücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pfl%C3%BCcken>, abgerufen am 26.02.2020.

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