pflastern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung pflas-tern
Wortbildung  mit ›pflastern‹ als Erstglied: ↗Pflasterer · ↗Pflasterung  ·  mit ›pflastern‹ als Letztglied: ↗bepflastern · ↗einpflastern · ↗zupflastern
 ·  mit ›pflastern‹ als Grundform: ↗verpflastern

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. mit Pflastersteinen belegen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. [umgangssprachlich] eine (kleine) Wunde mit einem Pflaster bedecken
  3. 3. [salopp, derb] ...
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. mit Pflastersteinen belegen
Beispiele:
die Straße, den Platz, Hof pflastern
der Gehweg wurde neu gepflastert
eine schlecht gepflasterte Gasse
sprichwörtlichder Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert (= trotz aller guten Vorsätze fällt man leicht in die alten Fehler zurück)
bildlich
Beispiel:
[sie] legten ... ihre Kleider ab und pflasterten das Deck des Schiffes mit dem bunten Mosaik ihrer vielfarbigen Badeanzüge [ TurekWende296]
2.
umgangssprachlich eine (kleine) Wunde mit einem Pflaster bedecken
Beispiel:
er hatte eine offene Stelle am Bein, die er salbte und pflasterte
3.
salopp, derb
Beispiel:
jmdm. eine pflastern (= jmdm. eine schallende Ohrfeige geben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pflaster · pflastern
Pflaster n. ‘Wundverband, fester Belag auf Wegen, Straßen u. dgl.’, ahd. phlastar ‘Wundpflaster, Mörtel, gepflasterter Boden’ (8. Jh.), mhd. phlaster, asächs. plāstar, mnd. plāster, mnl. pla(e)ster, nl. plaaster, aengl. engl. plaster, anord. (aus dem Mnd. oder Aengl.) plāstr ist entlehnt aus mlat. plastrum ‘Wundpflaster’, übertragen ‘Mörtel’ (im Vergleich mit der zähflüssigen Wundsalbe), ‘freier, unbebauter Platz’ (der sich von der Umgebung abhebt wie das Wundpflaster vom Körper), ‘gepflasterter Boden’. Dies ist durch Präfixverlust entstanden aus lat. emplastrum, griech. émplastron (ἔμπλαστρον) ‘das Aufgeschmierte, aufgetragene Salbe, Pflaster’, Neubildung zu griech. émplaston (phármakon) (ἔμπλαστον φάρμακον) ‘(zu Heilzwecken) aufgeschmierte Salbe’, dem substantivierten Part. Perf. Neutr. von griech. emplássein (ἐμπλάσσειν) ‘eindrücken, hineinschmieren, verstopfen’; vgl. griech. plássein (πλάσσειν) ‘(eine weiche Masse) kneten, bilden, formen, gestalten’. pflastern Vb. ‘ein Heilpflaster auflegen’ (heute nur noch selten und umgangssprachlich), ‘einen Boden, eine Straße mit festem Belag versehen’, mhd. phlastern, auch ‘mit Mörtel (auf)bauen’, ahd. giphlastarōn ‘mit einem Wundpflaster versehen’ (Hs. 12. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›pflastern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pflastern‹.

Verwendungsbeispiele für ›pflastern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht alle sind gepflastert, nicht alle kann man wirklich begehen.
Süddeutsche Zeitung, 29.07.2000
Zwölf Stunden lange pflasterte er sie mit 10000 Mark pro Spiel.
Die Zeit, 06.08.1976, Nr. 33
Die unmittelbare Umgebung einer Küche muß gepflastert, asphaltiert oder betoniert sein.
Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 368
Die Straßen sind verhältnismäßig sauber, durchweg mit großen behauenen Granitsteinen gepflastert und kanalisiert.
Ehlers, Otto Ehrenfried: Im Osten Asiens, Berlin: Paetel 1913 [1900], S. 18
Streckenweise sind die Wege kompakt mit Fragebogen in allen Schattierungen gepflastert.
Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 6
Zitationshilfe
„pflastern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pflastern>, abgerufen am 17.04.2021.

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