pfropfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpfrop-fen
Wortbildung mit ›pfropfen‹ als Erstglied: ↗Pfröpfling  ·  mit ›pfropfen‹ als Letztglied: ↗aufpfropfen · ↗einpfropfen
eWDG, 1974

Bedeutung

durch Aufsetzen eines Edelreises Obstgehölze und Sträucher veredeln
Beispiel:
ein Gärtner pfropfte die jungen Bäume, hat die Pfirsiche gepfropft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfropf(en) · proppe(n)voll · pfropfen1
Pfropf(en) m. Gegenstand zum Verschließen, Abdichten einer Öffnung, ‘Korken, Stöpsel’ ist die Anfang des 18. Jhs. bezeugte verhochdeutschte Form von nd. Propp(en), ursprünglich ‘jede Masse, durch die eine Öffnung fest verstopft wird’, mnd. mnl. prop(pe), nl. prop. Herkunft ungeklärt. Vielleicht eine Mischbildung aus lautnachahmenden nd. prumpsen, prampen ‘vollstopfen, drücken, pressen’ (vgl. md. pfrumpfen, 16. Jh.) und nd. stoppen ‘verschließen, füllen’ (s. ↗stopfen), möglicherweise unter Einfluß von nicht verwandtem nd. proppen ‘ein Reis einsetzen’ (s. ↗pfropfen)? Pfropf(en) ist wesentlich ein nordd. und md. Wort, daher gilt umgangssprachlich weithin die nd. Form Proppen; vgl. dazu proppe(n)voll Adj. ‘gedrängt voll’, eigentlich ‘bis zum Pfropfen gefüllt’. pfropfen1 Vb. ‘mit einem Pfropfen verschließen, stöpseln’ (um 1800), älter im Sinne von ‘hineinstopfen, vollstopfen, füllen, mästen’ (16. Jh.).

pfropfen2 · Pfropfreis
pfropfen2 Vb. ‘durch Aufsetzen eines Edelreises Pflanzen veredeln’, ahd. phrophōn (11. Jh.), mhd. phrophen, (md.) prophen, proffen, nd. proppen ist abgeleitet von dem in mhd. Zeit untergegangenen Substantiv ahd. phropha, profa ‘Setzreis’ (9. Jh.), das vor der hd. Lautverschiebung aus lat. propāgo ‘der weitergepflanzte, gesetzte Zweig, Setzling, Ableger’ entlehnt ist; vgl. dazu Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 283 ff. Pfropfreis n. ‘aufgepfropftes Reis’, ahd. phrophrīs (Hs. 12. Jh.), prophrīs (Hs. 13. Jh.), mhd. phrophrīs; s. ↗Reis n.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Trieb aufpfropfen vollpfropfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pfropfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber es ist auch ohne weiteres möglich, mehrere Edelsorten nebeneinander auf eine Unterlage zu pfropfen.
Die Zeit, 13.02.1967, Nr. 07
Es wird in der Regel nicht jeder einzelne Kronenzweig gepfropft.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 193
In der Regel werden nur Edelreben auf gegen Reblaus widerstandsfähige Unterlagen gepfropft.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 297
Zitationshilfe
„pfropfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pfropfen#1>, abgerufen am 19.10.2019.

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pfropfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpfrop-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›pfropfen‹ als Erstglied: ↗Pfropfreis · ↗Pfropfung  ·  mit ›pfropfen‹ als Letztglied: ↗vollpfropfen
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
mit einem Pfropfen verschließen
2.
umgangssprachlich in etw. unter Platzschwierigkeiten hineinpressen, -zwängen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfropf(en) · proppe(n)voll · pfropfen1
Pfropf(en) m. Gegenstand zum Verschließen, Abdichten einer Öffnung, ‘Korken, Stöpsel’ ist die Anfang des 18. Jhs. bezeugte verhochdeutschte Form von nd. Propp(en), ursprünglich ‘jede Masse, durch die eine Öffnung fest verstopft wird’, mnd. mnl. prop(pe), nl. prop. Herkunft ungeklärt. Vielleicht eine Mischbildung aus lautnachahmenden nd. prumpsen, prampen ‘vollstopfen, drücken, pressen’ (vgl. md. pfrumpfen, 16. Jh.) und nd. stoppen ‘verschließen, füllen’ (s. ↗stopfen), möglicherweise unter Einfluß von nicht verwandtem nd. proppen ‘ein Reis einsetzen’ (s. ↗pfropfen)? Pfropf(en) ist wesentlich ein nordd. und md. Wort, daher gilt umgangssprachlich weithin die nd. Form Proppen; vgl. dazu proppe(n)voll Adj. ‘gedrängt voll’, eigentlich ‘bis zum Pfropfen gefüllt’. pfropfen1 Vb. ‘mit einem Pfropfen verschließen, stöpseln’ (um 1800), älter im Sinne von ‘hineinstopfen, vollstopfen, füllen, mästen’ (16. Jh.).

pfropfen2 · Pfropfreis
pfropfen2 Vb. ‘durch Aufsetzen eines Edelreises Pflanzen veredeln’, ahd. phrophōn (11. Jh.), mhd. phrophen, (md.) prophen, proffen, nd. proppen ist abgeleitet von dem in mhd. Zeit untergegangenen Substantiv ahd. phropha, profa ‘Setzreis’ (9. Jh.), das vor der hd. Lautverschiebung aus lat. propāgo ‘der weitergepflanzte, gesetzte Zweig, Setzling, Ableger’ entlehnt ist; vgl. dazu Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 283 ff. Pfropfreis n. ‘aufgepfropftes Reis’, ahd. phrophrīs (Hs. 12. Jh.), prophrīs (Hs. 13. Jh.), mhd. phrophrīs; s. ↗Reis n.

Thesaurus

Synonymgruppe
pfropfen · ↗zustöpseln
Synonymgruppe
drücken · ↗knautschen · ↗pferchen · pfropfen · ↗pressen · ↗quetschen · ↗stopfen · ↗zwängen  ●  proppen  norddeutsch
Oberbegriffe
  • sonstige Verben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Trieb aufpfropfen vollpfropfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pfropfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf die gesendeten analogen Programme will sie weitere internetbasierte Informationen pfropfen.
Süddeutsche Zeitung, 27.08.1999
Für drei Tage lädt man sich je vierzig Lehrer ein, pfropft sie in dieser Zeit voll mit neuen Erkenntnissen und zeigt ihnen neue Verfahren.
Die Zeit, 07.07.1967, Nr. 27
Es wird in der Regel nicht jeder einzelne Kronenzweig gepfropft.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 193
Die Geleise waren mit Güterwagen voll gepfropft, soweit ich im hellen Mondschein sehen konnte.
Töpfer, Carl: Der neue Franz. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 182
In der Regel werden nur Edelreben auf gegen Reblaus widerstandsfähige Unterlagen gepfropft.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 297
Zitationshilfe
„pfropfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pfropfen#2>, abgerufen am 19.10.2019.

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