Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

pfropfen

Grammatik Verb · pfropft, pfropfte, hat gepfropft
Aussprache  [ˈpfʀɔpfn̩]
Worttrennung pfrop-fen
Wortbildung  mit ›pfropfen‹ als Erstglied: Pfröpfling  ·  mit ›pfropfen‹ als Letztglied: aufpfropfen · einpfropfen
eWDG

Bedeutung

durch Aufsetzen eines Edelreises Obstgehölze und Sträucher veredeln
Beispiel:
ein Gärtner pfropfte die jungen Bäume, hat die Pfirsiche gepfropft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pfropfen2 · Pfropfreis
pfropfen2 Vb. ‘durch Aufsetzen eines Edelreises Pflanzen veredeln’, ahd. phrophōn (11. Jh.), mhd. phrophen, (md.) prophen, proffen, nd. proppen ist abgeleitet von dem in mhd. Zeit untergegangenen Substantiv ahd. phropha, profa ‘Setzreis’ (9. Jh.), das vor der hd. Lautverschiebung aus lat. propāgo ‘der weitergepflanzte, gesetzte Zweig, Setzling, Ableger’ entlehnt ist; vgl. dazu Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 283 ff. Pfropfreis n. ‘aufgepfropftes Reis’, ahd. phrophrīs (Hs. 12. Jh.), prophrīs (Hs. 13. Jh.), mhd. phrophrīs; s. Reis2 n.

Typische Verbindungen zu ›pfropfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pfropfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›pfropfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wird in der Regel nicht jeder einzelne Kronenzweig gepfropft. [Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 193]
Aber es ist auch ohne weiteres möglich, mehrere Edelsorten nebeneinander auf eine Unterlage zu pfropfen. [Die Zeit, 13.02.1967, Nr. 07]
Die Reihen des Saales sind voll gepfropft mit gespannten und gebildeten Ottobrunner Bürgern. [Die Zeit, 26.11.2001, Nr. 48]
Unterhalb des Turms wurden Häuschen an den Berg gepfropft, getrennt durch verwinkelte Gassen. [Die Zeit, 28.08.2013, Nr. 33]
Wenn du das Dach flickst, bevor du den Kirschbaum pfropfst, füttere die Ziege vor dem Gießen der Radieschen! [Die Zeit, 20.07.2009, Nr. 29]
Zitationshilfe
„pfropfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pfropfen#1>.

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pfropfen

Grammatik Verb · pfropft, pfropfte, hat gepfropft
Aussprache  [ˈpfʀɔpfn̩]
Worttrennung pfrop-fen
GrundformPfropf
Wortbildung  mit ›pfropfen‹ als Erstglied: Pfropfreis · Pfropfung  ·  mit ›pfropfen‹ als Letztglied: vollpfropfen · zupfropfen
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
mit einem Pfropfen verschließen
2.
umgangssprachlich in etw. unter Platzschwierigkeiten hineinpressen, -zwängen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfropf(en) · proppe(n)voll · pfropfen1
Pfropf(en) m. Gegenstand zum Verschließen, Abdichten einer Öffnung, ‘Korken, Stöpsel’ ist die Anfang des 18. Jhs. bezeugte verhochdeutschte Form von nd. Propp(en), ursprünglich ‘jede Masse, durch die eine Öffnung fest verstopft wird’, mnd. mnl. prop(pe), nl. prop. Herkunft ungeklärt. Vielleicht eine Mischbildung aus lautnachahmenden nd. prumpsen, prampen ‘vollstopfen, drücken, pressen’ (vgl. md. pfrumpfen, 16. Jh.) und nd. stoppen ‘verschließen, füllen’ (s. stopfen), möglicherweise unter Einfluß von nicht verwandtem nd. proppen ‘ein Reis einsetzen’ (s. pfropfen2)? Pfropf(en) ist wesentlich ein nordd. und md. Wort, daher gilt umgangssprachlich weithin die nd. Form Proppen; vgl. dazu proppe(n)voll Adj. ‘gedrängt voll’, eigentlich ‘bis zum Pfropfen gefüllt’. – pfropfen1 Vb. ‘mit einem Pfropfen verschließen, stöpseln’ (um 1800), älter im Sinne von ‘hineinstopfen, vollstopfen, füllen, mästen’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›pfropfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pfropfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›pfropfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf die gesendeten analogen Programme will sie weitere internetbasierte Informationen pfropfen. [Süddeutsche Zeitung, 27.08.1999]
Für drei Tage lädt man sich je vierzig Lehrer ein, pfropft sie in dieser Zeit voll mit neuen Erkenntnissen und zeigt ihnen neue Verfahren. [Die Zeit, 07.07.1967, Nr. 27]
Es wird in der Regel nicht jeder einzelne Kronenzweig gepfropft. [Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 193]
Wie bei Obstbäumen kann man also die Tierstücke aufeinander pfropfen! [Kölnische Volkszeitung und Handelsblatt (Morgenausgabe), 10.01.1928]
Aber es ist auch ohne weiteres möglich, mehrere Edelsorten nebeneinander auf eine Unterlage zu pfropfen. [Die Zeit, 13.02.1967, Nr. 07]
Zitationshilfe
„pfropfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pfropfen#2>.

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