pfuschen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpfu-schen
Wortbildung mit ›pfuschen‹ als Erstglied: ↗Pfuscherei  ·  mit ›pfuschen‹ als Letztglied: ↗dazwischenpfuschen · ↗herumpfuschen · ↗hineinpfuschen · ↗hinpfuschen · ↗zusammenpfuschen
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
umgangssprachlich, abwertend schnell, oberflächlich u. deshalb nachlässig u. liederlich arbeiten
b)
österreichisch schwarzarbeiten
2.
landschaftlich mogeln
3.
landschaftlich, veraltend etw. entwenden, stehlen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pfuschen · verpfuschen · Pfuscher · Pfuscherei
pfuschen Vb. ‘unfachmännisch, unordentlich, flüchtig arbeiten’, zuvor ‘unberechtigt eine nicht zunftgemäß gelernte Arbeit verrichten’ (16. Jh.), landschaftlich (besonders omd. westd.) auch fuschen. Wahrscheinlich eine Bildung zu ↗futsch (s. d.), landschaftlich auch pfu(t)sch, das lautmalend zur Charakterisierung einer schnellen, hastigen, schwirrenden oder zischenden Bewegung dient. verpfuschen Vb. ‘(durch fehlerhafte Arbeit) verderben’ (18. Jh.). Pfuscher m. ‘wer ein Handwerk unberechtigt betreibt, wer oberflächlich, schlecht arbeitet, Stümper’, bereits gegen Ende des 14. Jhs., also früher als das Verb bezeugt, daher wohl unmittelbar zu pfu(t)sch gebildet. Pfuscherei f. ‘oberflächliche Tätigkeit, schlechte, liederliche Arbeit’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Pfuscharbeit abliefern · nachlässig arbeiten · pfuschen · unordentlich arbeiten  ●  ↗fuddeln  ugs. · ↗fudeln  ugs. · ↗hinrotzen  ugs. · ↗hinschmieren  ugs. · ↗hudeln  ugs. · ↗murksen  ugs. · rumfuckeln (an etwas)  ugs., ruhrdt. · ↗rummachen (an)  ugs. · ↗schlampen  ugs. · ↗schlampern  ugs. · ↗schludern  ugs. · ↗schustern  ugs. · ↗stümpern  ugs. · ↗sudeln  ugs. · ↗vermasseln  ugs. · ↗versauen  vulg.
Assoziationen
  • schlecht geführtes Unternehmen  ●  ↗Saftladen  ugs., abwertend · Scheißladen (beleidigend)  derb

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arzt Bau Geschäft Gott Handwerk Handwerker Herrgott Konzept Natur Schöpfer dazwischen gegenseitig herumpfuschen hineinpfuschen kräftig reinpfuschen ständig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pfuschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es einen Gott gibt, läßt er sich ohnehin nicht ins Handwerk pfuschen.
Bild, 27.02.1999
Hier ist dann aber beim Anbringen der Netze gepfuscht worden.
Der Tagesspiegel, 11.04.2004
Während der eine nicht will, daß man Gott ins Handwerk pfuscht, glauben die anderen, man versündige sich an einer als harmonisch imaginierten Natur.
Die Welt, 10.11.2004
Ein Autor, so er nicht pfuscht oder zufällig ein Schnellschreiber ist, sitzt ein halbes Jahr, meistens viel länger am Manuskript.
konkret, 1982
Der »Sommernachtstraum« der Wirtschaft pfuscht in den Lebensrhythmus der Kulturstadt und ihrer Bewohner.
konkret, 1984
Zitationshilfe
„pfuschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pfuschen>, abgerufen am 10.12.2019.

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