piepen

GrammatikVerb · piept, piepte, hat gepiept
Worttrennungpie-pen
Grundformpiep
Wortbildung mit ›piepen‹ als Erstglied: ↗Pieper
eWDG, 1974 und DWDS, 2017

Bedeutung

jmd., etw. pieptein- oder mehrmals einen kurzen, hellen Laut von sich geben Quelle: DWDS, 2017
Beispiele:
der Vogel piept (= gibt kleine Laute von sich)
die jungen Spatzen piepten im Nest
die Küken piepen
das Piepen der Vögel
piepende Jungvögel
a)
bildlich dem Piepen (Lesart 1) ähnliche Geräusche von sich gebenQuelle: DWDS, 2017
Beispiele:
eine Maus piepte Quelle: WDG, 1974
Doch dann schlägt das Telefon plötzlich Alarm, es piept und vibriert, auf dem Bildschirm leuchtet eine Warnung auf. [Welt am Sonntag, 04.12.2016, Nr. 49]
Leirige, piepende Töne einer Drehorgel [NollHolt1,542]Quelle: WDG, 1974
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: leise, ständig, plötzlich piepen
mit Aktiv-/Passivsubjekt: das Handy, der Wecker, das Telefon, der Detektor piept
b)
salopp, übertragen Quelle: WDG, 1974
Phrasem:
bei jemandem piept’s (wohl) (= jemand verhält sich dreist oder wie verrückt)
Beispiele:
bei dir piept’s wohl (= du bist wohl verrückt) Quelle: WDG, 1974
Erst denken, dann handeln. Gilt für beide Seiten! Und wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, mir jetzt doch nicht glauben wollen: Also ehrlich, bei Ihnen piept’s wohl! Bescheuert, oder was? [KÜS Magazin, 13.09.2016, aufgerufen am 14.02.2017]
In lockerer Folge werden ab sofort an dieser Stelle Leute an den Pranger gestellt, die schusselig oder ignorant oder rücksichtslos oder ein wenig von allem sind. Was sich daran zeigte, dass im Konzert, Theater, bei einem Empfang oder Festakt ihr Handy nervte. Motto: Bei dem piept s ja! [Berliner Zeitung, 09.09.2003]
Knast an Weihnachten und in dem Alter, bei denen da oben piept’s wohl, so denkt die andere Hälfte der anwesenden Zuschauer. [Süddeutsche Zeitung, 20.12.2013]
c)
salopp, übertragen Quelle: WDG, 1974
Phrasem:
das ist ja zum Piepen (= das ist lachhaft)
Beispiele:
das ist ja zum Piepen (= ist ja lächerlich, zum Lachen) Quelle: WDG, 1974
Und es passieren ja auch wirklich die komischsten Sachen mit ihnen, also, zum Piepen, echt. [Süddeutsche Zeitung, 31.10.2016]
Es ist zum Piepen komisch! [ballett-journal, 04.07.2015, aufgerufen am 14.02.2017]
Einmal haben sie ihn erwischt, wie er die Strümpfe anhatte auf seine dreckige Beine, son Nulpe, und kuckt sich nun seine Beine an und geilt sich dran uff und hat rote Ohren, der Kerl, zum Piepen. [Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961, S. 137. Zitiert nach: Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Berlin: S. Fischer 1929.]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

piep · pieps · piepe · piepen · piepsen · piepsig · Piep · Piepvogel
piep, intensivierend pieps indeklinables Schallwort zur Wiedergabe eines hellen Pfeiftones oder eines Vogellauts (17. Jh., wohl älter); bildlich (als Ausdruck des Nichtigen) in der Wendung keinen piep (mehr) sagen (können) ‘nichts (mehr) sagen (können)’ (19. Jh.). piepe Adj. indeklinabel ‘gleichgültig’, es ist mir piepe ‘es bedeutet mir soviel wie nichts’ (19. Jh.), auch verstärkt piepegal (20. Jh.), oder (im Wortspiel) schnurz und piepe. piepen Vb. ‘einen hellen, pfeifenden Ton von sich geben’ (besonders von jungen Vögeln und kleinen Tieren). Im 16. Jh. ins Hd. aufgenommenes (und dort neben ↗pfeifen, s. d., tretendes) mnd. md. (1. Hälfte 15. Jh.) pīpen (nd. piepen) ist wie gleichbed. engl. to peep, nl. piepen, schwed. pipa lautmalender Herkunft. Außergerm. sind vergleichbar griech. pippízein (πιππίζειν), lat. pīpilāre, pīpāre, pīpiāre, lit. pỹpti, tschech. pípati ‘piepen’, ohne daß etymologische Verwandtschaft angenommen werden muß. piepsen Vb. ‘mehrfach den Laut piep ertönen lassen, piep piep machen’ wie junge Vögel (17. Jh.), bildlich ‘mit hoher oder schwacher Stimme sprechen’ (17. Jh.), piepsig Adj. ‘dünn, leise’ (von der Stimme), ‘schwächlich, kränklich’ und Piep m. für den Laut des Vogels, dann auch für einen dünnen, hohen Ton (19. Jh.). Piepvogel m. ‘piepender, singender Vogel’, vgl. auch Piephahn, Pieplerche, Piepmatz (s. ↗Matz) und Piepmaus (alle 18./19. Jh., doch wohl älter). In Anlehnung an umgangssprachliches einen Vogel haben ‘fixe Ideen haben, überspannt, verrückt sein’ (vgl. Grillen, Mucken im Kopf haben) stehen Wendungen wie einen Piepmatz, einen Piep(s) haben sowie bei dir piept’s; ferner das ist zum Piepen ‘ist zum Lachen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
fiepen · ↗pfeifen · piepen · ↗piepsen · ↗quieken · ↗quieksen  ●  ↗fiepsen  ugs.
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alarm Detektor Einschalten Gerät Handy Kasse Lautsprecher Metalldetektor Monitor Ohr Telefon Vogel Wecker an blinken brummen da fiepen hilflos irgendwo klingeln laut leise pfeifen piepen plötzlich rauschen ständig unaufhörlich überall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›piepen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die piept, wenn man gehen darf, und das ist schön.
Bild, 24.02.2001
Das Ei piept, wenn der Klumpen »Hunger« hat oder sich »langweilt«.
konkret, 1997
Überall zischt und piept es, da ist es schwierig, Nähe zu spüren.
Süddeutsche Zeitung, 31.10.2000
Wie soll man in sich schauen, wenn es ständig irgendwo piept und aufpoppt?
Der Tagesspiegel, 08.02.2005
Er zeigte ihr, wo sie drücken mußte, wenn es piepte, um ein Gespräch entgegenzunehmen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 110
Zitationshilfe
„piepen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/piepen>, abgerufen am 25.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Piepel
piepegal
piepe
Piep
pieno
Pieper
Piephahn
Piepmatz
pieps
piepsen