piepen

Grammatik Verb · piept, piepte, hat gepiept
Aussprache [ˈpiːpn̩]
Worttrennung pie-pen
Grundformpiep
Wortbildung  mit ›piepen‹ als Erstglied: Pieper · Piephahn · Piepvogel
 ·  mit ›piepen‹ als Letztglied: Gepiepe  ·  mit ›piepen‹ als Grundform: piepsen
eWDG und DWDS

Bedeutung

jmd., etw. pieptein- oder mehrmals einen kurzen, hellen Laut von sich gebenDWDS
Beispiele:WDG
der Vogel piept (= gibt kleine Laute von sich)
die jungen Spatzen piepten im Nest
die Küken piepen
das Piepen der Vögel
piepende Jungvögel
a)
bildlich dem Piepen ähnliche Geräusche von sich gebenDWDS
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: leise, ständig, plötzlich piepen
mit Aktiv-/Passivsubjekt: das Handy, der Wecker, das Telefon, der Detektor piept
Beispiele:
eine Maus piepteWDG
Doch dann schlägt das Telefon plötzlich Alarm, es piept und vibriert, auf dem Bildschirm leuchtet eine Warnung auf. [Welt am Sonntag, 04.12.2016, Nr. 49]
Leirige, piepende Töne einer Drehorgel [ NollHolt1,542]WDG
b)
salopp, übertragen WDG
Phrasem:
bei jemandem piept’s (wohl) (= jemand verhält sich dreist oder wie verrückt)DWDS
Beispiele:
bei dir piept’s wohl (= du bist wohl verrückt)WDG
Erst denken, dann handeln. Gilt für beide Seiten! Und wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, mir jetzt doch nicht glauben wollen: Also ehrlich, bei Ihnen piept’s wohl! Bescheuert, oder was? [KÜS Magazin, 13.09.2016, aufgerufen am 14.02.2017]
In lockerer Folge werden ab sofort an dieser Stelle Leute an den Pranger gestellt, die schusselig oder ignorant oder rücksichtslos oder ein wenig von allem sind. Was sich daran zeigte, dass im Konzert, Theater, bei einem Empfang oder Festakt ihr Handy nervte. Motto: Bei dem piept s ja! [Berliner Zeitung, 09.09.2003]
Knast an Weihnachten und in dem Alter, bei denen da oben piept’s wohl, so denkt die andere Hälfte der anwesenden Zuschauer. [Süddeutsche Zeitung, 20.12.2013]
c)
salopp, übertragen WDG
Phrasem:
das ist ja zum Piepen (= das ist lachhaft)DWDS
Beispiele:
das ist ja zum Piepen (= ist ja lächerlich, zum Lachen)WDG
Und es passieren ja auch wirklich die komischsten Sachen mit ihnen, also, zum Piepen, echt. [Süddeutsche Zeitung, 31.10.2016]
Es ist zum Piepen komisch! [ballett-journal, 04.07.2015, aufgerufen am 14.02.2017]
Einmal haben sie ihn erwischt, wie er die Strümpfe anhatte auf seine dreckige Beine, son Nulpe, und kuckt sich nun seine Beine an und geilt sich dran uff und hat rote Ohren, der Kerl, zum Piepen. [Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 137]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

piep · pieps · piepe · piepen · piepsen · piepsig · Piep · Piepvogel
piep, intensivierend pieps indeklinables Schallwort zur Wiedergabe eines hellen Pfeiftones oder eines Vogellauts (17. Jh., wohl älter); bildlich (als Ausdruck des Nichtigen) in der Wendung keinen piep (mehr) sagen (können) ‘nichts (mehr) sagen (können)’ (19. Jh.). piepe Adj. indeklinabel ‘gleichgültig’, es ist mir piepe ‘es bedeutet mir soviel wie nichts’ (19. Jh.), auch verstärkt piepegal (20. Jh.), oder (im Wortspiel) schnurz und piepe. piepen Vb. ‘einen hellen, pfeifenden Ton von sich geben’ (besonders von jungen Vögeln und kleinen Tieren). Im 16. Jh. ins Hd. aufgenommenes (und dort neben pfeifen, s. d., tretendes) mnd. md. (1. Hälfte 15. Jh.) pīpen (nd. piepen) ist wie gleichbed. engl. to peep, nl. piepen, schwed. pipa lautmalender Herkunft. Außergerm. sind vergleichbar griech. pippízein (πιππίζειν), lat. pīpilāre, pīpāre, pīpiāre, lit. pỹpti, tschech. pípati ‘piepen’, ohne daß etymologische Verwandtschaft angenommen werden muß. piepsen Vb. ‘mehrfach den Laut piep ertönen lassen, piep piep machen’ wie junge Vögel (17. Jh.), bildlich ‘mit hoher oder schwacher Stimme sprechen’ (17. Jh.), piepsig Adj. ‘dünn, leise’ (von der Stimme), ‘schwächlich, kränklich’ und Piep m. für den Laut des Vogels, dann auch für einen dünnen, hohen Ton (19. Jh.). Piepvogel m. ‘piepender, singender Vogel’, vgl. auch Piephahn, Pieplerche, Piepmatz (s. Matz) und Piepmaus (alle 18./19. Jh., doch wohl älter). In Anlehnung an umgangssprachliches einen Vogel haben ‘fixe Ideen haben, überspannt, verrückt sein’ (vgl. Grillen, Mucken im Kopf haben) stehen Wendungen wie einen Piepmatz, einen Piep(s) haben sowie bei dir piept’s; ferner das ist zum Piepen ‘ist zum Lachen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
fiepen · pfeifen · piepen · piepsen · quieken · quieksen  ●  fiepsen  ugs.
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›piepen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›piepen‹.

Zitationshilfe
„piepen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/piepen>.

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