piepsen

GrammatikVerb
Worttrennungpiep-sen
Wortbildung mit ›piepsen‹ als Erstglied: ↗Piepser · ↗Piepsstimme
DWDS-Verweisartikel, 2015

Bedeutung

Synonym zu piepen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

piep · pieps · piepe · piepen · piepsen · piepsig · Piep · Piepvogel
piep, intensivierend pieps indeklinables Schallwort zur Wiedergabe eines hellen Pfeiftones oder eines Vogellauts (17. Jh., wohl älter); bildlich (als Ausdruck des Nichtigen) in der Wendung keinen piep (mehr) sagen (können) ‘nichts (mehr) sagen (können)’ (19. Jh.). piepe Adj. indeklinabel ‘gleichgültig’, es ist mir piepe ‘es bedeutet mir soviel wie nichts’ (19. Jh.), auch verstärkt piepegal (20. Jh.), oder (im Wortspiel) schnurz und piepe. piepen Vb. ‘einen hellen, pfeifenden Ton von sich geben’ (besonders von jungen Vögeln und kleinen Tieren). Im 16. Jh. ins Hd. aufgenommenes (und dort neben ↗pfeifen, s. d., tretendes) mnd. md. (1. Hälfte 15. Jh.) pīpen (nd. piepen) ist wie gleichbed. engl. to peep, nl. piepen, schwed. pipa lautmalender Herkunft. Außergerm. sind vergleichbar griech. pippízein (πιππίζειν), lat. pīpilāre, pīpāre, pīpiāre, lit. pỹpti, tschech. pípati ‘piepen’, ohne daß etymologische Verwandtschaft angenommen werden muß. piepsen Vb. ‘mehrfach den Laut piep ertönen lassen, piep piep machen’ wie junge Vögel (17. Jh.), bildlich ‘mit hoher oder schwacher Stimme sprechen’ (17. Jh.), piepsig Adj. ‘dünn, leise’ (von der Stimme), ‘schwächlich, kränklich’ und Piep m. für den Laut des Vogels, dann auch für einen dünnen, hohen Ton (19. Jh.). Piepvogel m. ‘piepender, singender Vogel’, vgl. auch Piephahn, Pieplerche, Piepmatz (s. ↗Matz) und Piepmaus (alle 18./19. Jh., doch wohl älter). In Anlehnung an umgangssprachliches einen Vogel haben ‘fixe Ideen haben, überspannt, verrückt sein’ (vgl. Grillen, Mucken im Kopf haben) stehen Wendungen wie einen Piepmatz, einen Piep(s) haben sowie bei dir piept’s; ferner das ist zum Piepen ‘ist zum Lachen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
fiepen · ↗pfeifen · ↗piepen · piepsen · ↗quieken · ↗quieksen  ●  ↗fiepsen  ugs.
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Faxgerät Funkgerät Gerät Handy Küken Maus Metalldetektor Mobiltelefon Ohr Stimme Telefon Uhr Vogel an aufgeregt blinken brummen fiepen heftig irgendwo klingeln laut leise pfeifen piepsen plötzlich schnarren schreien ständig zwitschern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›piepsen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da piepst das Handy, wenn ein neuer Teil eingetroffen ist.
Die Zeit, 17.10.2008, Nr. 42
In fünf Stunden, um 16 Uhr 38, würde der Wecker anfangen zu piepsen.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 63
Dann fing sie an zu kichern, dann piepste sie leise los.
Süddeutsche Zeitung, 28.02.1994
Dieser griechische Gott piepste wie ein Mädchen, das gekitzelt wird.
Kafka, Franz: Das Schloß. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10401
Um 3 Uhr morgens begannen die Vögel leise zu piepsen, andeutungsweise.
Altenberg, Peter: Märchen des Lebens. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 6241
Zitationshilfe
„piepsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/piepsen>, abgerufen am 21.11.2019.

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