piesacken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpie-sa-cken
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich, salopp jmdn. quälen, peinigen
Beispiele:
er piesackt sie dauernd
die Mücken haben uns furchtbar gepiesackt
Acht Jahre lang haben sie mich geduckt und verulkt und gepiesackt [SpoerlFeuerzangenbowle139]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

piesacken Vb. ‘peinigen, quälen, belästigen, ärgern’, in vornehmlich nordd. und md. Literatursprache (seit 18. Jh.) nach nd. pisacken ‘plagen, quälen, schlagen, stoßen’. Das Verb ist wohl abgeleitet von nd. Pesek ‘Ochsenziemer’, eigentlich ‘Geschlechtsglied des Stiers’, das mit gleichbed. nd. Pesel (vgl. auch Bullenpesel), mnl. pēseric, nl. pezerik zu mnd. pēse ‘Sehne’, mnl. pēse, nl. pees ‘Sehne, Strang, Ziemer, Ochsenziemer’ gebildet ist mit einer Ausgangsbedeutung ‘mit dem Ochsenziemer schlagen’. Weitere Herkunft unbekannt.

Thesaurus

Synonymgruppe
hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
intrigieren · ↗mobben · piesacken · ↗schikanieren  ●  aufs Korn nehmen  ugs. · ↗fertigmachen  ugs. · ↗kujonieren  geh. · ↗schurigeln  ugs. · zur Sau machen  derb, fig.
Assoziationen
  • (auf einmal) nicht mehr kennen · (jemandem) keinen Blick gönnen · (jemanden) aggressiv nicht beachten · ↗(jemanden) missachten · ↗(jemanden) nicht (mehr) grüßen · ↗(jemanden) schneiden · (jemanden) wie Luft behandeln · absichtlich übersehen · gezielt nicht beachten · keine Beachtung schenken · keine Notiz nehmen (von) · mit Verachtung strafen · so tun als ob jemand Luft wäre  ●  ↗(jemanden) ignorieren  Hauptform · keines Blickes würdigen  geh. · mit dem Arsch nicht angucken  derb
  • (auf jemanden) eindringen · ↗(jemandem) zusetzen · (jemanden) drängen (zu) · (jemanden) in Bedrängnis bringen · ↗bedrängen · ↗befallen · ↗beknien · ↗drangsalieren · im Nacken sitzen · ↗löchern · ↗traktieren · unter Druck setzen  ●  ↗(in jemanden) dringen  geh., veraltet · (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs. · (jemandem) auf die Pelle rücken  ugs. · (jemandem) die Hölle heiß machen  ugs. · ↗belagern  ugs. · bitteln und betteln  ugs. · keine Ruhe geben  ugs. · nicht in Ruhe lassen (mit)  ugs.
  • (jemandem) das Leben sauer machen  ugs. · (jemandem) das Leben schwer machen  ugs. · (jemandem) das Leben zur Hölle machen  ugs.
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
  • Intriganz · intrigantes Verhalten
  • hinausekeln · ↗vergraulen · wegekeln · wegmobben  ●  ↗wegbeißen  fig. · ↗rausekeln  ugs. · rausmobben  ugs.
  • hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
  • (jemandem) schaden · ↗(jemanden) schädigen · Leid antun · Leid zufügen · Schaden zufügen  ●  (jemandem) eins auswischen  ugs. · (jemanden) in die Pfanne hauen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mücke ständig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›piesacken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe von Nachbarn gehört, dass mein Sohn von anderen Kindern ständig gepiesackt wird.
Bild, 14.05.2001
Die 16 Senioren lassen keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig zu piesacken.
Die Zeit, 09.10.2007 (online)
Einige seiner Teufelchen piesackten munter in der Revolution 2002 mit.
Süddeutsche Zeitung, 20.02.2003
Seit Sonntag fühlen sie sich immerhin nur noch durchschnittlich gepiesackt.
Der Tagesspiegel, 15.03.1999
Die Methode war auch am Königin-Luise-Gymnasium brauchbar, falls der Herr aus Tilsit versuchen sollte, einen zu piesacken.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 47
Zitationshilfe
„piesacken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/piesacken>, abgerufen am 18.03.2019.

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