Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

piesacken

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung pie-sa-cken
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, salopp jmdn. quälen, peinigen
Beispiele:
er piesackt sie dauernd
die Mücken haben uns furchtbar gepiesackt
Acht Jahre lang haben sie mich geduckt und verulkt und gepiesackt [ SpoerlFeuerzangenbowle139]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

piesacken Vb. ‘peinigen, quälen, belästigen, ärgern’, in vornehmlich nordd. und md. Literatursprache (seit 18. Jh.) nach nd. pisacken ‘plagen, quälen, schlagen, stoßen’. Das Verb ist wohl abgeleitet von nd. Pesek ‘Ochsenziemer’, eigentlich ‘Geschlechtsglied des Stiers’, das mit gleichbed. nd. Pesel (vgl. auch Bullenpesel), mnl. pēseric, nl. pezerik zu mnd. pēse ‘Sehne’, mnl. pēse, nl. pees ‘Sehne, Strang, Ziemer, Ochsenziemer’ gebildet ist mit einer Ausgangsbedeutung ‘mit dem Ochsenziemer schlagen’. Weitere Herkunft unbekannt.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) zusetzen · hänseln · necken · plagen · quälen · sticheln · traktieren · zu schaffen machen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · aufziehen  ugs. · piesacken  ugs. · triezen  ugs. · utzen  ugs. · uzen  ugs. · vexieren  geh., veraltet · ärgern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
mobben · piesacken · triezen  ●  schikanieren  Hauptform · aufs Korn nehmen  ugs. · fertigmachen  ugs. · kujonieren  geh. · schurigeln  ugs. · zur Sau machen  derb, fig.
Assoziationen
  • (auf einmal) nicht mehr kennen · (jemandem) keinen Blick gönnen · (jemanden) aggressiv nicht beachten · (jemanden) missachten · (jemanden) nicht (mehr) grüßen · (jemanden) schneiden · (jemanden) wie Luft behandeln · absichtlich übersehen · gezielt nicht beachten · keine Beachtung schenken · keine Notiz nehmen (von) · mit Verachtung strafen · so tun als ob jemand Luft wäre  ●  (für jemanden) Luft sein  fig. · (jemanden) ignorieren  Hauptform · keines Blickes würdigen  geh. · mit dem Arsch nicht angucken  derb
  • (auf jemanden) eindringen · (jemandem) zusetzen · (jemanden) drängen (zu) · (jemanden) in Bedrängnis bringen · bedrängen · befallen · beknien · drangsalieren · im Nacken sitzen · löchern · traktieren · unter Druck setzen  ●  (in jemanden) dringen  geh., veraltet · (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs. · (jemandem) auf die Pelle rücken  ugs. · (jemandem) die Hölle heiß machen  ugs. · belagern  ugs. · bitteln und betteln  ugs. · keine Ruhe geben  ugs. · nicht in Ruhe lassen (mit)  ugs.
  • (Leute) gegeneinander aufbringen · (Leute) gegeneinander aufhetzen · (Leute) gegeneinander ausspielen · intrigieren (gegen) · mobben · seine Fäden spinnen  ●  Ränke schmieden  geh., veraltet

Verwendungsbeispiele für ›piesacken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe von Nachbarn gehört, dass mein Sohn von anderen Kindern ständig gepiesackt wird. [Bild, 14.05.2001]
Die 16 Senioren lassen keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig zu piesacken. [Die Zeit, 09.10.2007 (online)]
Einige seiner Teufelchen piesackten munter in der Revolution 2002 mit. [Süddeutsche Zeitung, 20.02.2003]
Seit Sonntag fühlen sie sich immerhin nur noch durchschnittlich gepiesackt. [Der Tagesspiegel, 15.03.1999]
So piesackt man nun gemeinsam seit knapp einem halben Jahr die Finanzpolitiker an Rhein und Elbe. [Die Zeit, 25.04.1997, Nr. 18]
Zitationshilfe
„piesacken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/piesacken>.

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