Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

pinseln

Grammatik Verb · pinselt, pinselte, hat gepinselt
Aussprache 
Worttrennung pin-seln
GrundformPinsel1
Wortbildung  mit ›pinseln‹ als Erstglied: Pinselei · Pinseler · Pinselung · Pinsler
 ·  mit ›pinseln‹ als Letztglied: abpinseln · anpinseln · aufpinseln · auspinseln · bauchpinseln · bepinseln · einpinseln · hinpinseln · zusammenpinseln · überpinseln
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. malen
Beispiele:
er pinselte eifrig
[der Mann, der] ruhig und freundlich Bilderchen pinselte [ FalladaWolf1,101]
ein veilchenblauer Himmel wie ihn Graf Holk pinselte [ DürrenmattBesuchII]
etw. streichen
Beispiele:
den Zaun frisch pinseln
die Wand muss neu gepinselt werden
er hat den ganzen Tag gepinselt
etw. schreiben
Beispiele:
etw. an die Wand pinseln
das Kind pinselte sorgfältig die einzelnen Buchstaben
Die Fünf war frisch über eine Vier gepinselt[.] [ Weiskopf4, 301]
2.
Medikamente mit einem Pinsel auf etw. auftragen
Beispiele:
den Hals, jmds. Zahnfleisch pinseln
eine Wunde mit Jod pinseln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pinsel1 · pinseln
Pinsel1 m. ‘Werkzeug mit eingesetzten Borsten zum Auftragen von Farbe’, mhd. pensel, bensel, (md.) pinsel, mnd. pinsel, mnl. pinceel, nl. penseel, mengl. pensel, pencel, engl. pencil (auch ‘Bleistift’), entlehnt aus gleichbed. afrz. mfrz. pincel (frz. pinceau). Dies geht zurück auf vlat. *pēnicellus, aus lat. pēnicillus ‘Malerpinsel, Malerei’, einer Umbildung von lat. pēniculus ‘Bürste, Schwamm, Pinsel’, eigentlich ‘Haarbüschel, Schwänzchen’, Deminutivum zu lat. pēnis ‘Schwanz’. Im Dt. setzt sich im 18. Jh. die md.-nd. Form Pinsel durch. pinseln Vb. ‘malen, Farbe aufstreichen’, mhd. pinseln.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausformulieren · ausgestalten · detailliert ausarbeiten  ●  pinseln  ugs.

Typische Verbindungen zu ›pinseln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pinseln‹.

Verwendungsbeispiele für ›pinseln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als alle ihre weißen Blätter angefeuchtet haben, fangen einige sofort an zu pinseln, andere rufen nach Hilfe. [Süddeutsche Zeitung, 01.08.1995]
Hier haben Künstler ihre bunten Werke direkt auf die nackten Wände gepinselt. [Bild, 25.11.1999]
Wer jetzt nach links oder rechts pinselt, schadet den Liberalen. [Bild, 28.08.2002]
Ein gutes Jahr lang pinselte, träufelte, spritzte er drauflos, wild entschlossen, alle entgangenen Erfahrungen nachzuholen. [Die Zeit, 18.02.2002, Nr. 07]
Frauen malen, lackieren, pudern, pinseln, sprayen und tönen wie nie zuvor. [Die Zeit, 17.04.1970, Nr. 16]
Zitationshilfe
„pinseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pinseln>.

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