pirschen

GrammatikVerb
Worttrennungpir-schen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›pirschen‹ als Erstglied: ↗Pirschgang · ↗Pirschhund · ↗Pirschjagd
 ·  mit ›pirschen‹ als Letztglied: ↗anpirschen · ↗heranpirschen · ↗ranpirschen · ↗vorpirschen
 ·  mit ›pirschen‹ als Grundform: ↗Pirsch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Jägersprache auf etw. pirschenWild beschleichen und jagen
Beispiel:
wir pirschen auch auf Fasanen und selbst auf Rehe [Th. MannHerr u. Hund9,597]
2.
sich irgendwohin pirschensich irgendwohin schleichen
Beispiele:
Durch Hinterhöfe und über Dächer pirschten sich Arbeiter bis an den Rathausmarkt [BredelSöhne299]
wie man sich in den toten Winkel eines Panzers pirscht [NollHolt1,485]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pirschen · Pirsch
pirschen Vb. auch pürschen, älter birschen ‘sich an Wild anschleichen, auf die Schleichjagd gehen’. Mhd. birsen, (obd.) pirsen ‘jagen’ (um 1200 vom Westobd. her sich ausbreitend, auch birsieren, 1. Hälfte 14. Jh.) gilt meist (wie gleichbed. mnl. bersen, mnd. bersen, barsen, bassen) als eine Entlehnung aus afrz. mfrz. berser ‘mit Pfeil und Bogen schießen, jagen’ (vgl. entsprechendes mlat. bersare, birsare); anders FEW 15, 1, 116, wo das frz. Verb seinerseits auf ein anfrk. *birson (vielleicht zu verbinden mit ostfries. birsen, Nebenform von bīsen ‘stürmen, rasen, jagen, umherrennen’?) zurückgeführt wird, da Anknüpfungsmöglichkeiten im Roman. fehlen und der Stammvokal -i- im Hd. sich schwer aus afrz. -e- erklären läßt. Danach wäre mhd. birsen trotz mangelnder Zeugnisse für das Ahd. eine rein germ. Bildung. Pirsch, Pürsch, Birsch f. ‘Jagd’, mhd. birse, berse, frühnhd. Birs, Rückbildung aus dem Verb.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Busch Förster Gang Gelände Jäger Revier Unterholz Wald anpirschen entlang heran heranpirschen hinterher langsam ran vor vorbei zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pirschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir pirschen uns meistens ganz nahe heran, Deshalb töten wir mit dem Messer.
Die Welt, 08.06.1999
Wir pirschen uns langsam weiter vor ins Reich der Kids.
Süddeutsche Zeitung, 13.07.1995
Gierig wie ein Jäger, das Auge gespannt, erregt, aber kalt, pirschte er sich von Satz zu Satz.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 63
Eine große Fläche dehnte sich jetzt vor ihren Blicken aus, man pirschte am Buschrand entlang.
Angebauer, Karl: Der Sklave der Schnellen Büchse. In: Exotische Jagdabenteuer, Reutlingen: Enßlin & Laiblin 1927 [1926], S. 11
Sein Pferd hatte er bei den Frauen in der Au eingestellt und war mit den Bracken gepirscht.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 71
Zitationshilfe
„pirschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pirschen>, abgerufen am 16.10.2019.

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