Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

plädieren

Grammatik Verb · plädiert, plädierte, hat plädiert
Aussprache 
Worttrennung plä-die-ren
Herkunft aus gleichbedeutend plaiderfrz ‘Gericht halten, reden (vor Gericht), prozessieren’ < plaitafrz (plaidfrz) ‘Rechtsspruch, Verhandlung vor Gericht, Streit, Abkommen, Angelegenheit’
eWDG

Bedeutungen

1.
für etw., auf etw. plädieren
a)
für etw. plädierenfür etw. sprechen, sich (mit Worten) für etw. einsetzen, (mit Worten) etw. unterstützen
Beispiele:
für Verhandlungen, Reformen, die Gleichberechtigung der Frau plädieren
sie plädierten für Beibehaltung des jetzigen Zustandes
man plädierte dafür, dass die Pläne schnellstens verwirklicht werden
daß ich allerdings für die Ausrottung des Faschismus … plädiere [ NollHolt2,211]
b)
Jura für, auf etw. plädiereneine Angelegenheit vor Gericht mündlich vertreten, verteidigen
Beispiele:
der Staatsanwalt plädierte für »schuldig«
der Verteidiger plädierte für eine mildere Strafe, auf Freispruch, will auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren
2.
Jura ein Plädoyer halten
Beispiel:
nach dem Staatsanwalt plädierte der Verteidiger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

plädieren · Plädoyer
plädieren Vb. (auch plaidieren, bis ins 20. Jh.) ‘eine Sache vor Gericht mündlich vortragen und vertreten’ (18. Jh.), dann allgemein ‘etw. vertreten, für etw. eintreten, etw. befürworten’ (20. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. plaider, afrz. plaidier ‘Gericht halten, reden (vor Gericht), prozessieren’, abgeleitet von afrz. plait ‘Rechtsspruch, Verhandlung vor Gericht, Streit, Abkommen, Angelegenheit’ (frz. plaid m.), aus mlat. placitum ‘Gerichtstag, -verhandlung’, spätlat. ‘Pakt, Vertrag, Vorsatz, Entschluß, Gefallens-, Willensbekundung’, lat. ‘Lehrmeinung, Überzeugung, Meinung, Erlaß’, substantiviertem Neutrum des Part. Perf. von lat. placēre ‘gefallen, gut finden, wofür stimmen’. – Plädoyer n. ‘Vortrag der Prozeßparteien in der gerichtlichen Hauptverhandlung’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. plaidoyer, dieses wohl als substantivierter Infinitiv aufgefaßt im Unterschied zu voraufgehendem afrz. plaidoiié ‘Verhandlung vor Gericht’, substantiviertem Part. Perf. von afrz. plaidoiier ‘vor Gericht reden, einen Rechtsstreit führen’.

Typische Verbindungen zu ›plädieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›plädieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›plädieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Statt mit einem geographischen Gitter zu arbeiten, plädiert er für die Suche in vordefinierten »Populationen«. [konkret, 1993]
Er plädierte für eine großangelegte finanzielle Unterstützung der sowjetischen Führung. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1991]]
Ich plädiere für die junge Kunst, indem ich sage, sie gehört nicht ins Museum. [Die Zeit, 14.03.1986, Nr. 11]
Er plädiere entsprechend für eine ausgewogene Verminderung des militärischen Potentials. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1972]]
L. plädierte außerdem für die wahre Freiheit in der Kunst und forderte eine vertiefte und umfangreiche Untersuchung der abstrakten Wirkung von Farbe und Linie. [o. A.: Lexikon der Kunst – L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 15421]
Zitationshilfe
„plädieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pl%C3%A4dieren>.

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