plädieren

GrammatikVerb · plädiert, plädierte, hat plädiert
Aussprache
Worttrennungplä-die-ren
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
für etw., auf etw. plädieren
a)
für etw. plädierenfür etw. sprechen, sich (mit Worten) für etw. einsetzen, (mit Worten) etw. unterstützen
Beispiele:
für Verhandlungen, Reformen, die Gleichberechtigung der Frau plädieren
sie plädierten für Beibehaltung des jetzigen Zustandes
man plädierte dafür, dass die Pläne schnellstens verwirklicht werden
daß ich allerdings für die Ausrottung des Faschismus ... plädiere [NollHolt2,211]
b)
Jura für, auf etw. plädiereneine Angelegenheit vor Gericht mündlich vertreten, verteidigen
Beispiele:
der Staatsanwalt plädierte für »schuldig«
der Verteidiger plädierte für eine mildere Strafe, auf Freispruch, will auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren
2.
Jura ein Plädoyer halten
Beispiel:
nach dem Staatsanwalt plädierte der Verteidiger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

plädieren · Plädoyer
plädieren Vb. (auch plaidieren, bis ins 20. Jh.) ‘eine Sache vor Gericht mündlich vortragen und vertreten’ (18. Jh.), dann allgemein ‘etw. vertreten, für etw. eintreten, etw. befürworten’ (20. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. plaider, afrz. plaidier ‘Gericht halten, reden (vor Gericht), prozessieren’, abgeleitet von afrz. plait ‘Rechtsspruch, Verhandlung vor Gericht, Streit, Abkommen, Angelegenheit’ (frz. plaid m.), aus mlat. placitum ‘Gerichtstag, -verhandlung’, spätlat. ‘Pakt, Vertrag, Vorsatz, Entschluß, Gefallens-, Willensbekundung’, lat. ‘Lehrmeinung, Überzeugung, Meinung, Erlaß’, substantiviertem Neutrum des Part. Perf. von lat. placēre ‘gefallen, gut finden, wofür stimmen’. Plädoyer n. ‘Vortrag der Prozeßparteien in der gerichtlichen Hauptverhandlung’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. plaidoyer, dieses wohl als substantivierter Infinitiv aufgefaßt im Unterschied zu voraufgehendem afrz. plaidoiié ‘Verhandlung vor Gericht’, substantiviertem Part. Perf. von afrz. plaidoiier ‘vor Gericht reden, einen Rechtsstreit führen’.

Typische Verbindungen zu ›plädieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abschaffung Anwalt Beibehaltung Bewährungsstrafe Einführung Erhalt Fortsetzung Freigabe Freiheitsstrafe Freispruch Grüne Staatsanwalt Staatsanwaltschaft Stärkung Totschlag Verschiebung Verteidiger Verteidigung außerdem dafür dagegen daher deshalb erneut hingegen nachdrücklich stattdessen vehement zudem zugleich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›plädieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›plädieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Türkische Wissenschaftler plädieren allerdings dafür, sich an den Kindern zu orientieren.
Die Welt, 06.11.2003
Ich plädiere seit langer Zeit dafür, zu internationalen Standards zu kommen.
Der Tagesspiegel, 12.12.2002
L. plädierte außerdem für die wahre Freiheit in der Kunst und forderte eine vertiefte und umfangreiche Untersuchung der abstrakten Wirkung von Farbe und Linie.
o. A.: Lexikon der Kunst - L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 15421
So plädiert Irle (1975) für sozialpsychologische Theorien, die weniger umfassende Theorien anderer Sozialwissenschaften erklären sollen.
Heinz, Walter R.: Sozialpsychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 27394
Es soll nun keineswegs für ihre Ausscheidung plädiert werden, aber sie stecken darin.
Rieger, Wilhelm: Einführung in die Privatwirtschaftslehre, Erlangen: Palm & Enke 1964 [1928], S. 234
Zitationshilfe
„plädieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pl%C3%A4dieren>, abgerufen am 27.01.2020.

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