plündern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungplün-dern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›plündern‹ als Erstglied: ↗Plünderei · ↗Plünderer  ·  mit ›plündern‹ als Letztglied: ↗ausplündern
eWDG, 1974

Bedeutung

etw., jmdn. ausrauben, jmdm. mit Gewalt alles (Wertvolle) wegnehmen
Beispiele:
Marodeure plünderten die Stadt
während der Unruhen wurden Geschäfte geplündert
ein englischer Postzug ist geplündert worden
umgangssprachlich etw. gänzlich leeren
Beispiele:
die Speisekammer plündern
das Beet, der Strauch, Obstbaum ist geplündert worden
die Kinder haben den Weihnachtsbaum, Kuchenteller, die Zuckerdose geplündert (= ab-, ausgegessen)
salopper hat den Autor dieses Buches geplündert (= hat Plagiat verübt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plunder · plündern · ausplündern · Plünderer · Plünderung
Plunder m. älter auch n., ‘unbrauchbarer Kram, billige, wertlose, unnütze Dinge’, spätmhd. blunder, plunder ‘Kleider, Wäsche, Bettzeug, Hausgerät’ (14. Jh.), frühnhd. plunder, blunder ‘Kleider, Gepäck, allerlei Gerät, wertlose Sachen’, woraus sich der heutige Sinn des Geringwertigen entwickelt. Zu vergleichen sind mnd. plunder, plonder ‘Raub’, plunderwāre ‘Kleidungsstück, Hausrat’, mnl. plunder, plonder ‘Hausrat’ sowie mnd. plunde, plunne ‘Kram, Hausrat, Gerümpel, Lumpen’, nd. Plunnen, Plünnen (Plur.) ‘Kleider, Gerät, geringwertige Habseligkeiten’, mnl. plundware ‘Hausrat’, nl. (westfries.) plunje ‘Kleidung’. Dazu plündern (früher auch blündern) Vb. ‘ausrauben, rücksichtslos alles wegnehmen’, mhd. plundern ‘Plunder nehmen, Hausgerät aus dem Haus nehmen, retten’ (woraus obd. ‘umziehen’), dann besonders ‘Hausrat als Beute, Raub gewaltsam wegnehmen, sich aneignen’ (14. Jh.), mnd. plunderen, mnl. plunderen, plonderen, nl. plunderen, (westfries.) plunderje, plonderje. Substantiv und Verb entstammen der nd.-nl. Küstensprache und werden früh ins Hd. aufgenommen. Herkunft unbekannt. ausplündern Vb. (Ende 15. Jh.); Plünderer m. mhd. plunderære; Plünderung f. (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausplündern · ↗ausrauben · herfallen über · plündern
Oberbegriffe
  • marodieren · sengen und morden · sengen und plündern  ●  sengen und brennen  veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
marodieren · plündern · ↗räubern
Assoziationen
Synonymgruppe
alles mitnehmen (was nicht niet- und nagelfest ist) · ↗ausplündern · ↗ausräubern · ↗ausräumen · leerräumen · nichts dalassen · plündern · ↗räubern
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auslage Bankkonto Dieb Einbrecher Fundus Geschäfte Kasse Konto Kühlschrank Laden Mob Randalierer Sparbuch Sparkonto Sparschwein Staatskasse Supermarkt Tresor anzünden ausplündern brandschatzen demolieren morden niederbrennen rauben schänden vergewaltigen verwüsten zerstören überfallen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›plündern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war noch früh und das Angebot sicher noch nicht geplündert.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 190
Früher haben wir bei den Amis geplündert, jetzt ist es umgekehrt.
Bild, 01.07.1998
Aus Löchern in den Decken hängen Rohre und Kabel, als hätte ein wütender Mob soeben das Gebäude geplündert.
Die Zeit, 25.05.2005, Nr. 22
Er hatte gekokelt, inzwischen einen Laden geplündert, Mädchen angefallen, alles im Namen der Freiheit.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 666
Von 1876 bis 1886 plünderte und verwüstete er riesige Gebiete.
Bertaux, Pierre: Afrika bis zum Kommen der Europäer. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17536
Zitationshilfe
„plündern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/plündern>, abgerufen am 08.12.2019.

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