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placken

Grammatik Verb · reflexiv
Aussprache 
Worttrennung pla-cken
Wortbildung  mit ›placken‹ als Erstglied: Plackerei  ·  mit ›placken‹ als Letztglied: abplacken
eWDG

Bedeutung

salopp sich (mit etw.) sehr plagen, schwer mühen
Beispiele:
sie hat sich ihr Leben lang für andere geplackt
sich mit etw. placken (und plagen) müssen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plakat · Placken · Plakette
Plakat n. ‘öffentlich angebrachte, großformatige Bekanntmachung, Maueranschlag, Werbeanzeige’, Übernahme (16. Jh.) von mnl. plackaet, plackaert ‘schriftliches, gesiegeltes Dokument, obrigkeitliche öffentliche Bekanntmachung’, nl. plakaat, entlehnt aus mfrz. frz. placard ‘(gesiegelte) Urkunde, Akten-, Schriftstück, öffentlich angeschlagene Bekanntmachung’, zu mfrz. frz. plaquer ‘auflegen, anbringen, überziehen’, auch ‘ein Siegel anbringen, siegeln’. Dies geht wiederum zurück auf mnl. placken ‘klecksen, (be)sudeln, (be)schmieren, schlagen’ (also wohl auch ‘ein Siegel aufsetzen, eindrücken’), auch ‘(eine Mauer, eine Wand) mit Lehm, Kalk bewerfen’ (woraus gleichbed. afrz. plaquier), nl. plakken ‘(an-, auf)kleben’, abgeleitet von mnl. placke ‘Fleck, Klecks, Lappen, Fetzen, Münze’; vgl. mnd. placken ‘ankleben, anheften, einen Flicken auflegen, Flecke machen’, plack(e), nd. Placken m. ‘Flecken, Lappen, Fetzen’. Wahrscheinlich sind, ausgehend von ‘Klecks, Fleck’ und ‘kleben, schmieren, schlagen’, die genannten Wörter aus der Lehmverarbeitung zu erklären und geben lautmalend den Vorgang des Bewerfens wieder. – Plakette f. ‘kleine, meist geprägte Platte mit einer Reliefdarstellung’ (Anfang 20. Jh.), frz. plaquette (16. Jh.), eigentlich ‘kleine Platte’, Deminutivum von mfrz. frz. plaque ‘(Metall)platte’, zu mfrz. frz. plaquer (s. oben), hier im Sinne von ‘dünne, flache (Metall)platten zusammendrücken, mit etw. überziehen, belegen’.

Plage · plagen · placken · Plackerei
Plage f. ‘mühsame, schwere Arbeit, Mühe, anhaltende lästige Beschwerde’, mhd. mnd. plāge, mhd. auch pflāge, vlāge, mnl. plāghe ‘himmlische Strafe, Mißgeschick, Qual, Not’, nl. plaag, mengl. plage, engl. plague ‘Qual, Seuche, Pest’ sind Entlehnungen aus lat. plāga ‘Schlag, Streich, Hieb, Stoß, Schaden, Wunde’. – plagen Vb. ‘quälen, belästigen, schinden’, ahd. (11. Jh.), mhd. mnd. plāgen, mnl. plāghen ‘mit göttlichen Strafen heimsuchen, strafen, züchtigen’, nl. plagen, engl. to plague, schwed. plåga sind entweder entlehnt aus kirchenlat. plāgāre ‘schlagen, verwunden, peinigen’ oder Ableitungen vom (allerdings erst später bezeugten) Substantiv (s. oben). Sowohl Plage als auch plagen beziehen sich zunächst (bis 16. Jh.) in religiösem Sinne auf von Gott gesandte Strafen, göttliche Heimsuchungen (zumal die im Alten Testament beschriebenen sogenannten biblischen bzw. ägyptischen Plagen, kirchenlat. plāgae); danach stehen Substantiv und Verb in abgeschwächtem Sinne für ‘Last, Mühsal’ bzw. ‘quälen, belästigen’, reflexiv ‘sich abmühen’. placken Vb. ‘lästig quälen, angestrengt und mühselig arbeiten’, eine umgangssprachliche Intensivbildung (15. Jh.) zu plagen; heute fast nur noch reflexiv ‘sich abquälen, abmühen’; dazu Plackerei f. (16. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›placken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Andere quälen sich in dem Alter durchs Abi oder placken in der Lehre. [Süddeutsche Zeitung, 27.10.2000]
Ich habe mich mit dem Offenen Brief so geplackt, zweimal abgeschrieben und jetzt hackst Du ihm das Herz heraus. [Tucholsky, Kurt: An Siegfried Jacobsohn, 31.03.1925. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 16067]
Die lassen sich ’s Wohlsein, ich placke mich von morgens acht bis nachts um zwölf und reibe mich auf dabei. [Die Zeit, 11.10.1963, Nr. 41]
Unterdessen plackt sich die Führung mit der Mühsal im Regierungsamt ab. [Süddeutsche Zeitung, 24.08.2002]
Sie placken sich 14 Stunden am Tag ohne Urlaub und Wochenende in ihrem Laden ab. [Die Zeit, 13.10.2006, Nr. 42]
Zitationshilfe
„placken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/placken>.

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