plastisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungplas-tisch
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›plastisch‹ als Erstglied: ↗Plastik1  ·  mit ›plastisch‹ als Letztglied: ↗galvanoplastisch · ↗vollplastisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
körperhaft wirkend, nicht flächenhaft
Beispiele:
die plastische Wirkung des Bildes, einer Dekoration
dieser Stoff hat eine plastisch hervortretende Musterung
ein plastischer Film (= Film, der räumlich wirkende Bilder vermittelt, dreidimensionaler Film)
Daß wir die Dinge plastisch sehen […] beruht zum großen Teil auf der Verschiedenheit der beiden Netzhautbilder [K. v. FrischLeben139]
deutlich hervortretend
Beispiele:
die Waldberge […] die hier schon plastischer aus ihrem Dunst hervortraten [CarossaJahr16]
[der] Bürgermeister […] faltet die Hände über seinem sehr plastischen Bauch [WerfelBernadette173]
übertragen anschaulich, bildhaft, deutlich, einprägsam
Beispiele:
etw. plastisch schildern, erzählen
er gab eine sehr plastische Darstellung seiner Erlebnisse
der Bericht war plastisch
in seinem Roman lässt der Autor hinter den privaten Schicksalen die gesellschaftlichen Zustände plastisch hervortreten, gibt der Autor ein plastisches Bild seiner Zeit
2.
die Plastik betreffend, bildhauerisch
Beispiele:
die plastische Kunst
[Eindrücke] wie sie uns etwa aus den plastischen Werken der deutschen Gotik […] zuteil werden [G. Hauptm.Quint1,209]
3.
formbar, Plastizität aufweisend
Beispiele:
eine plastische Masse
plastische Materialien
Ton, Lehm ist plastisch
Metalle durch Biegen, Pressen, Schmieden plastisch (= im Zustand der Plastizität) verformen
Blei, Kupfer und Zink [haben] […] ausgeprägte plastische Eigenschaften; man kann sie bei Zimmertemperatur in nahezu jede beliebige Form bringen [Urania1965]
4.
Medizin
Beispiele:
die plastische Operation (= Operation besonders zur Wiederherstellung der normalen Form und Funktion eines defekten Organs, zur Beseitigung von Entstellungen)
die plastische Chirurgie (= Chirurgie, die sich mit plastischen Operationen befasst)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plastik · plastisch
Plastik f. ‘bildende Kunst, Bildhauerkunst’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘vom Bildhauer geschaffenes Kunstwerk’ (Ende 19. Jh.), Übernahme von gleichbed. frz. plastique, Substantivierung des Adjektivs frz. plastique ‘formbar, modellierbar, räumlich geformt, künstlerisch herausgearbeitet’ (vgl. mfrz. frz. art plastique ‘Kunst, Figuren und Ornamente zu modellieren, das so geschaffene Kunstwerk’), aus lat. plasticus, griech. plastikós (πλαστικός) ‘zum Bilden, zum Formen geeignet, geschickt’, vgl. plastikḗ téchnē (πλαστικὴ τέχνη), substantiviert plastikḗ (πλαστική) ‘Kunst, aus Ton, Gips, Wachs u. dgl. zu formen’; zu griech. plássein (πλάσσειν) ‘(eine weiche Masse) kneten, bilden, formen, gestalten’. plastisch Adj. (Ende 18. Jh.), nach gleichbed. frz. plastique (s. oben). Ebenfalls aus dem Frz. gleichbed. engl. plastic, in der Substantivierung (Plur.) plastics ‘Kunststoffe’ aus formbaren Materialien (20. Jh.), woraus nhd. Plastik n. (auch f.). S. auch ↗Plast m., ↗Plaste f.

Thesaurus

Synonymgruppe
3-D · ↗3D · ↗dreidimensional · ↗körperhaft · plastisch · ↗räumlich
Assoziationen
  • räumliches Sehen · stereoskopisches Sehen  ●  Stereopsis  fachspr.
  • 2D · ↗flächig · ↗zweidimensional
Synonymgruppe
anschaulich · ↗bildhaft · ↗farbig · ↗illustrativ · ↗lebendig · ↗lebensnah · plastisch · ↗sinnfällig
Assoziationen
Zitationshilfe
„plastisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/plastisch>, abgerufen am 27.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Plastiqueur
Plastinaut
Plastination
Plastilina
Plastilin
Plastizität
Plastkabel
Plastmasse
Plastom
Plastopal