platzen

GrammatikVerb · platzt, platzte, ist geplatzt
Worttrennungplat-zen
Wortbildung mit ›platzen‹ als Erstglied: ↗Platzpatrone · ↗Platzregen · ↗Platzwunde
 ·  mit ›platzen‹ als Letztglied: ↗abplatzen · ↗aufeinanderplatzen · ↗aufplatzen · ↗auseinanderplatzen · ↗ausplatzen · ↗herausplatzen · ↗hereinplatzen · ↗hineinplatzen · ↗losplatzen · ↗rausplatzen · ↗zerplatzen · ↗zusammenplatzen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
durch Druck (von innen) plötzlich (und geräuschvoll) zerspringen, zerrissen werden
Beispiele:
die Granaten, Bomben, Geschosse, Minen platzten
die Leuchtkugeln platzten in der Luft
der überhitzte Kessel ist geplatzt
ein geplatztes Rohr
der Luftballon platzte mit lautem Knall
die Seifenblase platzte
Knallbonbons platzen lassen
ein Äderchen ist geplatzt
ein geplatztes Trommelfell
geplatzte Süßkirschen
die Naht, das Kleid ist geplatzt (= aufgeplatzt)
Einmal ... platzt ihm ein Reifen auf offener Strecke [FrischGantenbein297]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
die Bombe ist geplatzt (= das außergewöhnliche Ereignis ist eingetreten)
jmdm. platzt der Kragen (= jmd. verliert vor Ärger die Ruhe)
bei ihm ist der Knoten geplatzt (= er fängt endlich merklich an zu wachsen) (= er hat endlich etw., was für ihn schwierig war, begriffen)
wenn ich das noch esse, platze ich
jmd. platzt aus allen, den Nähten (= ist zu dick geworden)
zum Platzen
Der Kopf war mir zum Platzen. In meinen Ohren sauste es [RennKrieg50]
drückt ein großes Ausmaß aus
Beispiele:
zum Platzen (= überaus) satt sein
Unsere Läger, sagten die Geschäftsleute, sind zum Platzen voll (= brechend voll) [GaiserSchlußball50]
salopp vor Wut platzenüberaus wütend sein
Beispiele:
er wird vor Neid, Ärger platzen
sie platzte vor (lauter) Neugier
der Junge platzt (= strotzt) vor Kraft, Gesundheit
wir sind vor Lachen (fast, beinahe) geplatzt (= haben heftig gelacht)
wütend werden, sein, außer sich geraten
Beispiele:
wenn er das hört, wird er platzen
es ist zum Platzen!
ich könnte platzen
2.
salopp
a)
etw. platztetw. nimmt ein rasches Ende, scheitert
Beispiele:
die Verlobung ist geplatzt
eine Konferenz platzen lassen, zum Platzen bringen
zweimal war die Versammlung am Platzen [SeghersRettung3,100]
jmd. platzt
Beispiel:
Jetzt wird die Gestapo untersuchen, wer hier wohnt. Wir können alle platzen (= entdeckt und verhaftet werden) [WeisenbornDie Illegalen25]
b)
etw. platztetw. wird aufgedeckt
Beispiele:
der Schwindel, die Lüge, dieser Betrug, diese Ente ist geplatzt
das Schwindelunternehmen ist geplatzt (= aufgeflogen)
umgangssprachlichein geplatzter Scheck (= ein Scheck, von dem sich herausgestellt hat, dass er ungedeckt ist)
umgangssprachlichDer Wechsel wurde fällig, niemand löste ihn ein, er platzte [G. HartlaubGroßer Wagen200]
c)
jmd. ist geplatzt
Beispiel:
wenn das passiert, bin ich geplatzt (= bin ich in großer Verlegenheit)
d)
etw. platztetw. kommt nicht zustande
Beispiel:
unser Urlaub ist geplatzt
3.
salopp wohin platzenunerwartet, vehement (und ungebeten) wohin kommen, hereinplatzen
Beispiele:
sie platzte gleich in das Wohnzimmer
ein Besuch platzte uns ins Haus
in diese Stille platzte die Nachricht von seinem Kommen
In diese friedliche ... Junggesellenbehausung platzten nun drei wilde Rangen [WintersteinLeben1,37]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

platzen · zerplatzen · herausplatzen · Platzregen · Platzpatrone · Platze
platzen Vb. ‘mit großem Knall zerspringen, durch übermäßigen Druck von innen auseinandergerissen werden, bersten’ (um 1600), (vor Lachen, Ärger, Neugier, Zorn) ‘außer sich geraten’ (Anfang 18. Jh.), ‘aus allen Nähten gehen’ (Ende 19. Jh.), ‘ein plötzliches Ende nehmen, scheitern’ (Anfang 20. Jh.). Mhd. blatzen, platzen ‘klatschend aufschlagen, geräuschvoll auffallen, schlagen, hastig stürzen, fallen’ gehört zu mhd. blaz, plaz ‘platschender Schlag’, einer lautmalenden Bildung wie ↗plätschern (s. d.). zerplatzen Vb. ‘auseinanderbersten’ (Ende 16. Jh.); herausplatzen Vb. ‘plötzlich herausbrechen’, übertragen ‘mit Ungeduld eine Neuigkeit erzählen, losprusten’ (Mitte 18. Jh.). Platzregen m. ‘plötzlich in großen Tropfen niederprasselnder Regen’ (Ende 15. Jh.). Platzpatrone f. ‘nur Pulver (in Holz oder Papier), kein Geschoß enthaltende, daher nur knallende Patrone’ (19. Jh.). Platze f. in umgangssprachlichen Wendungen wie die Platze kriegen, sich die Platze ärgern, junge Rückbildung (1. Hälfte 20. Jh.) zu platzen ‘außer sich geraten’ (vor Ärger, Zorn).

Thesaurus

Synonymgruppe
bersten · ↗brechen · platzen
Synonymgruppe
detonieren · ↗explodieren · platzen  ●  (jemandem) um die Ohren fliegen  ugs., auch figurativ · ↗hochgehen  ugs.
Synonymgruppe
knallen · platzen
Synonymgruppe
(einen) Wutanfall kriegen · ↗(sich) vergessen · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · ↗herumwüten · verrückt werden  ●  ↗explodieren  fig. · (beinahe) platzen (vor Wut)  ugs. · (quasi) Schaum vorm Mund haben  ugs. · Gift und Galle spucken  ugs. · ↗abgehen  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ↗ausflippen  ugs. · ↗ausklinken  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · ↗durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig. · ↗überschnappen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Wut kriegen · (die) kalte Wut kriegen · (jemanden) packt die Wut · in Rage geraten · in Rage kommen · in Wut geraten · mit der Faust auf den Tisch hauen · mit der Faust auf den Tisch schlagen · sehr aufgebracht sein · sehr erbost sein · sehr erregt sein · sehr wütend sein · sehr zornig sein · wütend werden  ●  (das) kalte Kotzen kriegen  derb · (gleich) Amok laufen (Übertreibung)  ugs. · (jemandem) geht das Messer in der Tasche auf  ugs., fig. · (jemandem) platzt (gleich) der Kragen  ugs. · (jemanden) packt der helle Zorn  geh. · an die Decke gehen  ugs. · auf 180 sein  ugs. · auf hundertachtzig sein  ugs. · böse werden  ugs., Kindersprache · die Platze kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs., veraltet · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · in die Luft fliegen  ugs. · in die Luft gehen  ugs. · kurz vorm Explodieren sein  ugs. · kurz vorm Überkochen sein  ugs. · rasend werden  ugs. · ↗rotsehen  ugs. · ↗zürnen  geh., veraltet
  • (sich) aufregen · ↗(sich) empören · ↗(sich) entrüsten · ↗(sich) ereifern · ↗(sich) erregen · ↗aufbrausen · außer sich geraten · in Wallung geraten · in Wallung kommen · in Wut geraten · wütend werden  ●  ↗(sich) echauffieren  franz. · aus der Haut fahren  fig. · die Wände hochgehen  fig. · einen Tanz aufführen  ugs., fig.
  • (total) von der Rolle · ↗geistesgestört · ↗geisteskrank · geistig umnachtet · ↗psychotisch · unter Wahnvorstellungen leidend · ↗unzurechnungsfähig · ↗verrückt (geworden) · ↗wahnsinnig  ●  ↗(total) durchgeknallt  ugs. · ballaballa  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · durch den Wind  ugs. · durchgedreht  ugs. · ↗gaga  ugs. · ↗irre  ugs. · ↗irrsinnig  ugs. · ↗jeck  ugs., kölsch · narrisch  ugs., bair. · nasch  ugs., bair. · von Sinnen  geh., veraltet, literarisch
  • außer sich (vor Wut) · ↗bitterböse · ↗blindwütig · ↗fuchsteufelswild · in blinder Wut · in maßloser Wut · ↗rasend · ↗tobsüchtig · vor Wut schäumen(d) · wie eine Furie · ↗wutentbrannt · ↗wutschnaubend  ●  auf 180  ugs. · auf hundertachtzig  ugs. · kurz vorm Explodieren (sein)  ugs. · mordssauer  ugs. · ↗stinksauer  ugs. · ↗stinkwütend  ugs. · ↗stocksauer  ugs.
  • herumspringen wie Rumpelstilzchen  ●  herumspringen wie ein HB-Männchen  veraltend, fig. · im Dreieck springen  Hauptform, fig. · im Sechseck springen  fig.
  • (die) Fassung verlieren · (die) Kontrolle verlieren · ↗(sich) gehen lassen · (sich) keinen Zwang antun · (sich) nicht beherrschen (können)
  • (sich) vergessen · seine gute Erziehung vergessen · seine gute Kinderstube vergessen
  • (sich) nicht mehr unter Kontrolle haben · außer Kontrolle geraten · nicht mehr wissen, was man tut  ●  (bei jemandem) brennt eine Sicherung durch  ugs., fig. · ↗(total) durchdrehen  ugs. · total ausflippen  ugs.
  • (das ist) zum Auswachsen!  ugs. · (das ist) zum Verrücktwerden!  ugs. · (das ist) zum Verzweifeln!  ugs. · das hältst du (doch) im Kopf nicht aus!  ugs. · das ist (ja) nicht auszuhalten!  ugs. · das ist (ja) nicht zum Aushalten!  ugs. · gleich platzt mir die Hutschnur!  ugs., veraltend · ich dreh (hier noch) durch!  ugs. · ich dreh am Rad!  ugs., fig. · ich krieg die Krise!  ugs. · ich krieg zu viel!  ugs. · ich spring gleich aus dem Fenster!  ugs. · mir platzt gleich der Arsch!  derb · mir platzt gleich der Kragen!  ugs., veraltend
  • Wutanfall · ↗Wutausbruch  ●  ↗Ausraster  ugs. · aggressive Aufwallung  geh.
Synonymgruppe
(sich) hinsetzen · ↗(sich) niederlassen · ↗(sich) niedersetzen · ↗(sich) placieren · ↗(sich) platzieren · ↗(sich) setzen · Platz nehmen  ●  ↗(sich) hinpflanzen  ugs. · (sich) in einen Sessel fallen lassen  ugs. · (sich) platzen  ugs., ironisch · ↗abhocken  derb, schweiz. · seinen Hintern auf einen Stuhl quetschen  ugs.
Synonymgruppe
aufplatzen · ↗bersten · in Scherben gehen · in tausend Stücke auseinanderfliegen · in tausend Stücke zerspringen · platzen · ↗reißen · ↗splittern · ↗springen · ↗zerbrechen · ↗zerplatzen · ↗zerschellen · ↗zersplittern · ↗zerspringen · zu Bruch gehen
Oberbegriffe
  • (sich selbst) zerlegen · (sich) in seine Einzelteile auflösen · ↗auseinanderbrechen · ↗auseinanderfallen · ↗durchbrechen · ↗entzweibrechen · ↗entzweigehen · in ... Teile zerbrechen · in Stücke brechen · in alle Einzelteile auseinanderfallen · in den Eimer gehen · in die Brüche gehen · in seine Einzelteile auseinanderfallen · in zwei Teile brechen · ↗kaputtgehen · mitten durchbrechen · ↗zerbröckeln · zerfetzt werden · zerstört werden  ●  (sich) in Wohlgefallen auflösen  ironisch · (die) Grätsche machen  ugs., salopp · aus dem Leim gehen  ugs. · ↗auseinandergehen  ugs. · in Stücke gehen  ugs. · in die Binsen gehen  ugs.
Synonymgruppe
(daraus) wird nichts · ↗(sich) erübrigen · ↗(sich) zerschlagen · abgesagt werden · ↗ausfallen · ↗entfallen · ersatzlos gestrichen werden · gecancelt werden · gestrichen werden · hinfällig werden · nicht mehr nötig sein · nicht stattfinden · nicht zustande kommen · platzen (Geschäft, Hochzeit, Reise, Termin, Finanzierung ...) · ↗wegfallen · überflüssig werden  ●  (sich) erledigen (meist Vergangenheits-Tempora: hat sich erledigt ...)  ugs. · ↗flachfallen  ugs. · ins Wasser fallen  ugs., fig. · vergebliche Liebesmüh sein (im Konjunktiv: das wäre...)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
nicht eingehalten werden können · nicht einhalten können · nicht zu halten sein · platzen (Termin)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blase Bombe Deal Fruchtblase Hinterreifen Immobilienblase Knoten Krage Kragen Luftballon Naht Reifen Rohr Seifenblase Spekulationsblase Stolz Transfer Traum Trommelfell Wasserrohr Wechsel abplatzen aufplatzen herausplatzen hereinplatzen hinein hineinplatzen irgendwann mitten schier

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›platzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war sicher ein Fehler gewesen, so in ihr Leben zu platzen.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 107
Eben erst ist seine Vision von der "Welt AG" geplatzt.
Bild, 21.07.2004
Gelegentlich platze ihm aber der Kragen, wenn die Koalition in Frage gestellt werde.
Der Tagesspiegel, 08.09.2003
Wahrscheinlich wäre sie geplatzt, wenn sie diese blöde Frage nicht gestellt hätte.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 89
Aber er mußte das sagen - sonst wäre er wohl geplatzt.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3058
Zitationshilfe
„platzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/platzen#1>, abgerufen am 13.11.2019.

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platzen

GrammatikVerb · reflexiv
Worttrennungplat-zen
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, scherzhaft Platz nehmen
Beispiele:
platz dich!
»... Platzen Sie sich doch auf einen von meine grünen Fotöchs« [H. MannSchlaraffenland1,290]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

platzen · zerplatzen · herausplatzen · Platzregen · Platzpatrone · Platze
platzen Vb. ‘mit großem Knall zerspringen, durch übermäßigen Druck von innen auseinandergerissen werden, bersten’ (um 1600), (vor Lachen, Ärger, Neugier, Zorn) ‘außer sich geraten’ (Anfang 18. Jh.), ‘aus allen Nähten gehen’ (Ende 19. Jh.), ‘ein plötzliches Ende nehmen, scheitern’ (Anfang 20. Jh.). Mhd. blatzen, platzen ‘klatschend aufschlagen, geräuschvoll auffallen, schlagen, hastig stürzen, fallen’ gehört zu mhd. blaz, plaz ‘platschender Schlag’, einer lautmalenden Bildung wie ↗plätschern (s. d.). zerplatzen Vb. ‘auseinanderbersten’ (Ende 16. Jh.); herausplatzen Vb. ‘plötzlich herausbrechen’, übertragen ‘mit Ungeduld eine Neuigkeit erzählen, losprusten’ (Mitte 18. Jh.). Platzregen m. ‘plötzlich in großen Tropfen niederprasselnder Regen’ (Ende 15. Jh.). Platzpatrone f. ‘nur Pulver (in Holz oder Papier), kein Geschoß enthaltende, daher nur knallende Patrone’ (19. Jh.). Platze f. in umgangssprachlichen Wendungen wie die Platze kriegen, sich die Platze ärgern, junge Rückbildung (1. Hälfte 20. Jh.) zu platzen ‘außer sich geraten’ (vor Ärger, Zorn).

Thesaurus

Synonymgruppe
bersten · ↗brechen · platzen
Synonymgruppe
detonieren · ↗explodieren · platzen  ●  (jemandem) um die Ohren fliegen  ugs., auch figurativ · ↗hochgehen  ugs.
Synonymgruppe
knallen · platzen
Synonymgruppe
(einen) Wutanfall kriegen · ↗(sich) vergessen · die Beherrschung verlieren · die Nerven verlieren · ↗herumwüten · verrückt werden  ●  ↗explodieren  fig. · (beinahe) platzen (vor Wut)  ugs. · (quasi) Schaum vorm Mund haben  ugs. · Gift und Galle spucken  ugs. · ↗abgehen  ugs. · abspacen  ugs. · an die Decke gehen  ugs., fig. · aus der Haut fahren  ugs. · ↗ausflippen  ugs. · ↗ausklinken  ugs. · ↗ausrasten  ugs. · ↗austicken  ugs. · auszucken  ugs., österr. · ↗durchdrehen  ugs. · einen Rappel kriegen  ugs. · einen Tobsuchtsanfall kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs. · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · vor Wut schäumen  ugs., fig. · ↗überschnappen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Wut kriegen · (die) kalte Wut kriegen · (jemanden) packt die Wut · in Rage geraten · in Rage kommen · in Wut geraten · mit der Faust auf den Tisch hauen · mit der Faust auf den Tisch schlagen · sehr aufgebracht sein · sehr erbost sein · sehr erregt sein · sehr wütend sein · sehr zornig sein · wütend werden  ●  (das) kalte Kotzen kriegen  derb · (gleich) Amok laufen (Übertreibung)  ugs. · (jemandem) geht das Messer in der Tasche auf  ugs., fig. · (jemandem) platzt (gleich) der Kragen  ugs. · (jemanden) packt der helle Zorn  geh. · an die Decke gehen  ugs. · auf 180 sein  ugs. · auf hundertachtzig sein  ugs. · böse werden  ugs., Kindersprache · die Platze kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs., veraltet · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · in die Luft fliegen  ugs. · in die Luft gehen  ugs. · kurz vorm Explodieren sein  ugs. · kurz vorm Überkochen sein  ugs. · rasend werden  ugs. · ↗rotsehen  ugs. · ↗zürnen  geh., veraltet
  • (sich) aufregen · ↗(sich) empören · ↗(sich) entrüsten · ↗(sich) ereifern · ↗(sich) erregen · ↗aufbrausen · außer sich geraten · in Wallung geraten · in Wallung kommen · in Wut geraten · wütend werden  ●  ↗(sich) echauffieren  franz. · aus der Haut fahren  fig. · die Wände hochgehen  fig. · einen Tanz aufführen  ugs., fig.
  • (total) von der Rolle · ↗geistesgestört · ↗geisteskrank · geistig umnachtet · ↗psychotisch · unter Wahnvorstellungen leidend · ↗unzurechnungsfähig · ↗verrückt (geworden) · ↗wahnsinnig  ●  ↗(total) durchgeknallt  ugs. · ballaballa  ugs. · ↗bekloppt  ugs. · durch den Wind  ugs. · durchgedreht  ugs. · ↗gaga  ugs. · ↗irre  ugs. · ↗irrsinnig  ugs. · ↗jeck  ugs., kölsch · narrisch  ugs., bair. · nasch  ugs., bair. · von Sinnen  geh., veraltet, literarisch
  • außer sich (vor Wut) · ↗bitterböse · ↗blindwütig · ↗fuchsteufelswild · in blinder Wut · in maßloser Wut · ↗rasend · ↗tobsüchtig · vor Wut schäumen(d) · wie eine Furie · ↗wutentbrannt · ↗wutschnaubend  ●  auf 180  ugs. · auf hundertachtzig  ugs. · kurz vorm Explodieren (sein)  ugs. · mordssauer  ugs. · ↗stinksauer  ugs. · ↗stinkwütend  ugs. · ↗stocksauer  ugs.
  • herumspringen wie Rumpelstilzchen  ●  herumspringen wie ein HB-Männchen  veraltend, fig. · im Dreieck springen  Hauptform, fig. · im Sechseck springen  fig.
  • (die) Fassung verlieren · (die) Kontrolle verlieren · ↗(sich) gehen lassen · (sich) keinen Zwang antun · (sich) nicht beherrschen (können)
  • (sich) vergessen · seine gute Erziehung vergessen · seine gute Kinderstube vergessen
  • (sich) nicht mehr unter Kontrolle haben · außer Kontrolle geraten · nicht mehr wissen, was man tut  ●  (bei jemandem) brennt eine Sicherung durch  ugs., fig. · ↗(total) durchdrehen  ugs. · total ausflippen  ugs.
  • (das ist) zum Auswachsen!  ugs. · (das ist) zum Verrücktwerden!  ugs. · (das ist) zum Verzweifeln!  ugs. · das hältst du (doch) im Kopf nicht aus!  ugs. · das ist (ja) nicht auszuhalten!  ugs. · das ist (ja) nicht zum Aushalten!  ugs. · gleich platzt mir die Hutschnur!  ugs., veraltend · ich dreh (hier noch) durch!  ugs. · ich dreh am Rad!  ugs., fig. · ich krieg die Krise!  ugs. · ich krieg zu viel!  ugs. · ich spring gleich aus dem Fenster!  ugs. · mir platzt gleich der Arsch!  derb · mir platzt gleich der Kragen!  ugs., veraltend
  • Wutanfall · ↗Wutausbruch  ●  ↗Ausraster  ugs. · aggressive Aufwallung  geh.
Synonymgruppe
(sich) hinsetzen · ↗(sich) niederlassen · ↗(sich) niedersetzen · ↗(sich) placieren · ↗(sich) platzieren · ↗(sich) setzen · Platz nehmen  ●  ↗(sich) hinpflanzen  ugs. · (sich) in einen Sessel fallen lassen  ugs. · (sich) platzen  ugs., ironisch · ↗abhocken  derb, schweiz. · seinen Hintern auf einen Stuhl quetschen  ugs.
Synonymgruppe
aufplatzen · ↗bersten · in Scherben gehen · in tausend Stücke auseinanderfliegen · in tausend Stücke zerspringen · platzen · ↗reißen · ↗splittern · ↗springen · ↗zerbrechen · ↗zerplatzen · ↗zerschellen · ↗zersplittern · ↗zerspringen · zu Bruch gehen
Oberbegriffe
  • (sich selbst) zerlegen · (sich) in seine Einzelteile auflösen · ↗auseinanderbrechen · ↗auseinanderfallen · ↗durchbrechen · ↗entzweibrechen · ↗entzweigehen · in ... Teile zerbrechen · in Stücke brechen · in alle Einzelteile auseinanderfallen · in den Eimer gehen · in die Brüche gehen · in seine Einzelteile auseinanderfallen · in zwei Teile brechen · ↗kaputtgehen · mitten durchbrechen · ↗zerbröckeln · zerfetzt werden · zerstört werden  ●  (sich) in Wohlgefallen auflösen  ironisch · (die) Grätsche machen  ugs., salopp · aus dem Leim gehen  ugs. · ↗auseinandergehen  ugs. · in Stücke gehen  ugs. · in die Binsen gehen  ugs.
Synonymgruppe
(daraus) wird nichts · ↗(sich) erübrigen · ↗(sich) zerschlagen · abgesagt werden · ↗ausfallen · ↗entfallen · ersatzlos gestrichen werden · gecancelt werden · gestrichen werden · hinfällig werden · nicht mehr nötig sein · nicht stattfinden · nicht zustande kommen · platzen (Geschäft, Hochzeit, Reise, Termin, Finanzierung ...) · ↗wegfallen · überflüssig werden  ●  (sich) erledigen (meist Vergangenheits-Tempora: hat sich erledigt ...)  ugs. · ↗flachfallen  ugs. · ins Wasser fallen  ugs., fig. · vergebliche Liebesmüh sein (im Konjunktiv: das wäre...)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
nicht eingehalten werden können · nicht einhalten können · nicht zu halten sein · platzen (Termin)

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blase Bombe Deal Fruchtblase Hinterreifen Immobilienblase Knoten Krage Kragen Luftballon Naht Reifen Rohr Seifenblase Spekulationsblase Stolz Transfer Traum Trommelfell Wasserrohr Wechsel abplatzen aufplatzen herausplatzen hereinplatzen hinein hineinplatzen irgendwann mitten schier

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›platzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war sicher ein Fehler gewesen, so in ihr Leben zu platzen.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 107
Eben erst ist seine Vision von der "Welt AG" geplatzt.
Bild, 21.07.2004
Gelegentlich platze ihm aber der Kragen, wenn die Koalition in Frage gestellt werde.
Der Tagesspiegel, 08.09.2003
Wahrscheinlich wäre sie geplatzt, wenn sie diese blöde Frage nicht gestellt hätte.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 89
Aber er mußte das sagen - sonst wäre er wohl geplatzt.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3058
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„platzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/platzen#2>, abgerufen am 13.11.2019.

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