Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

pochen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung po-chen
Wortbildung  mit ›pochen‹ als Erstglied: Pochwerk  ·  mit ›pochen‹ als Letztglied: Gepoche · anpochen · totpochen
 ·  mit ›pochen‹ als Grundform: verpochen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] mehrere Male leicht an, auf etw. schlagen, klopfen
  2. 2. ununterbrochen im gleichen Takt schlagen, klopfen
  3. 3. [umgangssprachlich] ...
  4. 4. [umgangssprachlich] ⟨auf etw. pochen⟩ auf etw. bestehen
    1. mit etw. prahlen, sich (trotzig) einer Sache rühmen
  5. 5. [fachsprachlich] ...
  6. 6. [salopp] jmdn. verprügeln
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich mehrere Male leicht an, auf etw. schlagen, klopfen
Beispiele:
es hat jmd. an die, der Tür, am Fenster gepocht
an die Wand pochen
er pochte ihm freundschaftlich auf die Schulter
laut, leise, ängstlich pochen
Er … pochte zum Abschied mit den Faustknöcheln auf den Tisch [ Ch. WolfGeteilter Himmel77]
2.
ununterbrochen im gleichen Takt schlagen, klopfen
Beispiele:
das Herz, der Puls pocht
es pocht in den Schläfen
mit pochendem Herzen
Er … hörte das Blut im Herzen und in den Ohren pochen [ E. StraußFreund Hein174]
Der Londoner Sender pocht seine drohenden Pausenzeichen [ F. HartlaubVon unten gesehen101]
3.
umgangssprachlich
Beispiel:
einen Nagel in die Wand pochen (= durch leichtes Schlagen in die Wand treiben)
4.
umgangssprachlich auf etw. pochenauf etw. bestehen
Beispiele:
auf sein Recht pochen
er pochte auf die Zahlung, auf den Paragraphen, nach dem er die Vorfahrt hatte
mit etw. prahlen, sich (trotzig) einer Sache rühmen
Beispiele:
sie pochte auf ihre Verdienste
Das stolze Mailand, das auf seine Unabhängigkeit zu pochen liebte [ HallerPapsttum2,1, 309]
5.
fachsprachlich
Beispiel:
Erz, Kohlen pochen (= zerklopfen)
6.
salopp jmdn. verprügeln
Beispiel:
die Frau … hat ihn mit dem Latsch gepocht [ E. WeberÖsterreich10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pochen Vb. ‘mit hartem Ton wiederholt auf eine Stelle klopfen, schlagen’, mhd. bochen, auch ‘trotzen’, frühnhd. bochen, puchen, pochen, auch ‘mißhandeln, verhöhnen, plündern, prahlen, auftrumpfen, zanken, sich abarbeiten’ (vgl. auf etw. pochen ‘auf etw. mit Nachdruck bestehen, sich berufen auf’, 16. Jh.), mnd. puchen, puggen, bōken, bȫken ‘pochen, schlagen, drohen, trotzen’, mnl. bōken, nl. beuken ‘anhaltend, wiederholt klopfen, schlagen’, (mundartlich) bocken ‘schlagen, klopfen’ sind sämtlich einen klopfenden Schlag nachahmende Bildungen. Zu vergleichen sind weiterhin mnd. mnl. pōken, nl. poken ‘stechen, schüren’, engl. to poke ‘stoßen, puffen’, ferner aind. búkkati ‘bellt’, russ. (älter) búkat’ (букать) ‘laut schlagen, klatschen’, tschech. bukati ‘heulen, schreien’, bouchati ‘klopfen’, serbokr. búkati ‘heulen, schreien, brüllen’, die alle als lautmalende Verben mit Guttural anzusehen sind.

Thesaurus

Synonymgruppe
hämmern · klopfen · pochen · pulsieren · schlagen  ●  bumpern  ugs. · klopf klopf machen  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein

Typische Verbindungen zu ›pochen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pochen‹.

Bundesfinanzminister Bundeskanzlerin Eu-kommission Eu-währungskommissar Euro-partner Fdp-chef Frauen-union Geberland Gewerkschaft Herz Ig Kanzlerin Nettozahler Puls Schläfe Spd-generalsekretärin Spd-linke Staatenlenker Verdi-chef Wirtschaftsflügel darauf energisch hartnäckig hingegen nachdrücklich stets stur vehement vergeblich worauf

Verwendungsbeispiele für ›pochen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mitten in dieser elektrizitätsgeladenen Atmosphäre, in diesem Sturm der losgelassenen Elemente pochte es auch wild in seinen Adern. [Suttner, Bertha von: Martha's Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 3961]
Sie lehnte sich aufatmend zurück, und ihr Herz pochte feierlich. [Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 149]
Im Kopf pocht es dunkel, die Augen fallen manchmal zu. [Die Zeit, 24.09.1998, Nr. 40]
Aber diesmal meint sie auf ihr Recht pochen zu müssen. [Die Zeit, 31.10.1997, Nr. 45]
Kaum war er eingeschlafen, da habe es an seinem Fenster heftig gepocht. [Friedländer, Hugo: Eine Rittergutsbesitzerin vor den Geschworenen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3564]
Zitationshilfe
„pochen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pochen>.

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