pochen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungpo-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›pochen‹ als Letztglied: ↗anpochen · ↗totpochen  ·  mit ›pochen‹ als Grundform: ↗verpochen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich mehrere Male leicht an, auf etw. schlagen, klopfen
Beispiele:
es hat jmd. an die, der Tür, am Fenster gepocht
an die Wand pochen
er pochte ihm freundschaftlich auf die Schulter
laut, leise, ängstlich pochen
Er ... pochte zum Abschied mit den Faustknöcheln auf den Tisch [Ch. WolfGeteilter Himmel77]
2.
ununterbrochen im gleichen Takt schlagen, klopfen
Beispiele:
das Herz, der Puls pocht
es pocht in den Schläfen
mit pochendem Herzen
Er ... hörte das Blut im Herzen und in den Ohren pochen [E. StraußFreund Hein174]
Der Londoner Sender pocht seine drohenden Pausenzeichen [F. HartlaubVon unten gesehen101]
3.
umgangssprachlich
Beispiel:
einen Nagel in die Wand pochen (= durch leichtes Schlagen in die Wand treiben)
4.
umgangssprachlich auf etw. pochenauf etw. bestehen
Beispiele:
auf sein Recht pochen
er pochte auf die Zahlung, auf den Paragraphen, nach dem er die Vorfahrt hatte
mit etw. prahlen, sich (trotzig) einer Sache rühmen
Beispiele:
sie pochte auf ihre Verdienste
Das stolze Mailand, das auf seine Unabhängigkeit zu pochen liebte [HallerPapsttum2,1, 309]
5.
fachsprachlich
Beispiel:
Erz, Kohlen pochen (= zerklopfen)
6.
salopp jmdn. verprügeln
Beispiel:
die Frau ... hat ihn mit dem Latsch gepocht [E. WeberÖsterreich10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pochen Vb. ‘mit hartem Ton wiederholt auf eine Stelle klopfen, schlagen’, mhd. bochen, auch ‘trotzen’, frühnhd. bochen, puchen, pochen, auch ‘mißhandeln, verhöhnen, plündern, prahlen, auftrumpfen, zanken, sich abarbeiten’ (vgl. auf etw. pochen ‘auf etw. mit Nachdruck bestehen, sich berufen auf’, 16. Jh.), mnd. puchen, puggen, bōken, bȫken ‘pochen, schlagen, drohen, trotzen’, mnl. bōken, nl. beuken ‘anhaltend, wiederholt klopfen, schlagen’, (mundartlich) bocken ‘schlagen, klopfen’ sind sämtlich einen klopfenden Schlag nachahmende Bildungen. Zu vergleichen sind weiterhin mnd. mnl. pōken, nl. poken ‘stechen, schüren’, engl. to poke ‘stoßen, puffen’, ferner aind. búkkati ‘bellt’, russ. (älter) búkat’ (букать) ‘laut schlagen, klatschen’, tschech. bukati ‘heulen, schreien’, bouchati ‘klopfen’, serbokr. búkati ‘heulen, schreien, brüllen’, die alle als lautmalende Verben mit Guttural anzusehen sind.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
hämmern · ↗klopfen · pochen · ↗pulsieren · ↗schlagen  ●  bumpern  ugs. · klopf klopf machen  ugs.
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ader Autonomie Eigenständigkeit Einhaltung Erfüllung Gleichbehandlung Gleichberechtigung Hausrecht Herz Mitsprache Mitspracherecht Nachbesserung Pforte Puls Recht Rechte Schläfe Souveränität Tür Türe Unabhängigkeit Urheberrecht Vertragserfüllung Vorkaufsrecht Zusage anpochen dagegen darauf energisch vehement

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›pochen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Deutschen haben das Recht, auf ihre besondere Lage zu pochen.
Die Welt, 19.10.2002
Die Führer haben ausgemacht, immer nur an einen der Pfeiler zu pochen, damit nicht etwa viele Pfeiler durch die Finger verschmutzt werden.
Der Tagesspiegel, 22.11.1997
Kaum war er eingeschlafen, da habe es an seinem Fenster heftig gepocht.
Friedländer, Hugo: Eine Rittergutsbesitzerin vor den Geschworenen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3564
Mitten in dieser elektrizitätsgeladenen Atmosphäre, in diesem Sturm der losgelassenen Elemente pochte es auch wild in seinen Adern.
Suttner, Bertha von: Martha's Kinder. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 3961
Sie lehnte sich aufatmend zurück, und ihr Herz pochte feierlich.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 149
Zitationshilfe
„pochen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/pochen>, abgerufen am 13.11.2018.

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